Ehemaliger Außenstürmer des KSV Hessen, Karl Schmidt, feiert 85. Geburtstag

Er schoss das erste Tor im neuen Auestadion

Kassel. Er schrieb Fußballgeschichte beim KSV Hessen: Karl Schmidt, wieselflinker Außenstürmer, erzielte am 23. August 1953 das erste Tor für die Löwen im Auestadion.

Am Tag der Einweihung der neuen Kasseler Arena, für die der hessische Ministerpräsident Georg-August Zinn dem damaligen Oberbürgermeister Willy Seidel einen 100 000-DM-Scheck zum weiteren Ausbau überreichte, war Karl Schmidt in der 26. Minute erfolgreich.

Doch sein Treffer reichte nicht. Zur großen Enttäuschung der erwartungsfrohen 20 000 Zuschauer verlor der Oberliga-Süd-Neuling KSV gegen seinen Gast Viktoria Aschaffenburg 1:2.

Die Lauterer Nationalspieler in der Sportschule Schöneck vor dem Länderspiel am 16.November in Karlsruhe gegen Norwegen (Endstand 2:0). Von links: Sepp Herberger, Karl Schmidt, Fritz Walter, Werner Liebrich und Horst Eckel. Foto: Schirner/Archiv

Löwen-Trainer Rudi Gellesch schickte folgende Elf aufs Feld: Laue - Knothe, Hosung - Dinger, Öttler, Trott - Schmidt, Daubert, Siebert, Deeg, Schmied. Also mit Günter Siebert, 1958 deutscher Meister mit dem FC Schalke 04 und dessen späterer Manager. Vielleicht verlor der KSV auch deshalb, weil seine besten Kräfte, Nationalspieler Gala Metzner und Torjäger Toni Hellwig, verletzungsbedingt nicht an Bord waren.

Karl Schmidt, damals Jüngster im Löwen-Team, feiert am Sonntag seinen 85. Geburstag. Vor fast 70 Jahren, mit 16, spielte er erstmals in der ersten Mannschaft des Tuspo Wabern. Und kam mit 19 zum KSV, bei dem er innerhalb kürzester Zeit zum Leistungsträger avancierte. Das Talent blieb den Spähern des 1. FC Kaiserslautern nicht verborgen. Auf dem Betzenberg reifte der inzwischen zum Abwehrspieler spezialisierte Schmidt 1955 zur internationalen Klasse. Neunmal trug er das Adler-Trikot.

An ein Länderspiel erinnere er sich besonders gern, erzählte er einmal: „Das war am 15. September 1956 in Hannover gegen die Sowjetunion. Gegen die Mannschaft mit den Weltstars Jaschin, Netto und Strelzow haben wir zwar 1:2 verloren, doch wurde mir nach dem Spiel bescheinigt, dass ich die Stürmer Iljin und anschließend Moser gut im Griff gehabt hätte.“ Nach seiner Fußball-Karriere engagierte sich Schmidt im Deutschen Fußball-Bund (DFB).

Er gehörte dem deutschen WM-Komitee von 1968 bis 1974 an und organisierte 1972 in München das olympische Fußball-Turnier.

Von Günter Grabs

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