KSV: Enrico Gaede hört Ende der Saison auf

Ehrgeizig bis zum Schluss: Gaede will bis zum Saisonende noch viel erreichen

Er verabschiedet sich am Ende der Saison: Enrico Gaede vom KSV Hessen Kassel. Foto: nh

Kassel. Als Enrico Gaede sein erstes Pflichtspiel für den KSV Hessen Kassel absolvierte, stand noch Mirko Dickhaut an der Seitenlinie. Die Torschützen vor 5000 Zuschauern beim 2:1 im Heimspiel gegen Waldhof Mannheim hießen René Ochs und Thorsten Bauer.

Und das Ganze spielte sich nicht in der Regionalliga Südwest, sondern in der Regionalliga Süd ab. Seit jenem 23. August 2008 hat Gaede wechselvolle und ereignisreiche Jahre bei den Löwen erlebt. Nun aber ist ein Ende seiner Zeit als Fußballer und damit seiner Zeit beim KSV Hessen in Sicht:Nach der Saison hört Gaede auf, wie der Verein an Gründonnerstag bekannt gegeben hat.

Somit beginnt für Gaede am Samstag beim Auswärtsspiel der Löwen gegen Schlusslicht Zweibrücken (Anpfiff: 14 Uhr) der letzte Abschnitt als Leistungssportler. Als Abschiedstournee will er ihn aber nicht verstanden wissen: „Ich will noch viel Einsatzzeit bekommen und der Mannschaft helfen, so viele Spiele wie möglich zu gewinnen.“

Gaede begründet seinen Schritt auch damit, dass er den Moment des Karriereendes noch selbst bestimmen wollte. Er möchte nicht als Ersatzspieler seine Laufbahn ausklingen lassen, sondern als wichtiger Teil einer intakten Mannschaft. Nach einer durchwachsenen Hinrunde gehört er nun wieder regelmäßig der Startelf an. Er, der lange im defensiven Mittelfeld die Mannschaft dirigierte, spielt nun vermehrt unmittelbar vor der Viererabwehrkette und hinter den Sechsern.

Hauptgrund für seinen Entschluss ist aber ein anderer: Gaede will sich nun verstärkt auf seine berufliche Zukunft konzentrieren und mehr Zeit für seine Freundin, seine Familie und seine Freunde haben. Seit Dezember 2013 arbeitet der 33-Jährige als Ausbildungsberater halbtags für die Industrie- und Handelskammer Kassel/Marburg. Die Vereinbarkeit dieser Stelle mit dem Regionalligafußball war nicht immer ganz einfach – zumal er stets hohe Ansprüche an sich hatte. „Er ist ein absoluter Profi“, sagt Trainer Matthias Mink. „Das sieht man an Kleinigkeiten – zum Beispiel an seiner akribischen Vorbereitung.“

Der Entschluss ist Gaede so auch nicht leicht gefallen, er spricht von einer emotionalen Geschichte. Immerhin bestritt er für die Löwen bisher allein 181 Ligaspiele, nachdem er zuvor schon in der Bundesliga für Mönchengladbach aktiv gewesen war und später für Hansa Rostock und die Sportfreunde Siegen gespielt hatte. „Ich kann auf eine tolle Laufbahn zurückblicken“, sagt er.

Noch ist sie nicht beendet. Ein ganz konkretes Ziel hat Gaede auch noch in Hinblick auf die verbleibenden Begegnungen: Ein Tor würde er ganz gern noch erzielen. Auch wenn er schon 29-mal für die Löwen erfolgreich war: In dieser Saison hat er noch nicht getroffen. Vielleicht klappt es bei Enno, wie er von allen nur genannt wird, ja schon heute in Zweibrücken.

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