Starostzik trifft doppelt

Ein beherzter Auftritt: KSV Hessen überzeugt beim 3:0 gegen Homburg restlos

Hendrik Starostzik.
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Er traf doppelt – jeweils nach einer Ecke: Verteidiger Hendrik Starostzik brachte die Löwen gegen Homburg auf den richtigen Weg.

Hendrik Starostzik konnte gar nicht so genau sagen, worüber er sich mehr freute.

Kassel – Darüber, dass der KSV Hessen Kassel erstmals in dieser Saison ohne Gegentor blieb – immer ein schönes Gefühl für einen Innenverteidiger. Oder darüber, dass er die Löwen beim 3:0 (1:0)-Heimerfolg in der Fußball-Regionalliga Südwest gegen den FC Homburg mit zwei Treffern auch noch auf die Siegerstraße gebracht hatte. „Beides ist richtig schön. Aber zwei Tore sind natürlich etwas Besonderes“, sagte er.

Dass der 30-Jährige auch als Abwehrspieler torgefährlich ist, zeigte er bereits in der vergangenen Saison für den FC Gießen. Vier Treffer erzielte er in 30 Partien für die Mittelhessen, einen auch am letzten Spieltag gegen den KSV. Glaubt man der Seite transfermarkt.de, dann war es allerdings Starostziks erster Doppelpack im Seniorenbereich. „Ich hatte in den vergangenen beiden Spielen schon Möglichkeiten. Jetzt habe ich mich belohnt“, bilanziert der 30-Jährige. „Ich lauer bei Standards einfach immer. Das habe ich aber erst mit dem Alter entwickelt“, fügt er an.

Sein erstes Tor zum 1:0 in der 7. Minute war noch eher glücklich. Einen Eckball von der rechten Seite schlug Ingmar Merle in den Strafraum, ein Gästespieler klärte am zweiten Pfosten per Kopf – allerdings direkt auf die Brust von Starostzik, der den Ball über die Linie drückte. Es lief wiederum die siebte Minute der zweiten Hälfte, als diese Kombination noch einmal zum Erfolg führte. Wieder eine Ecke von Merle, dieses Mal von der linken Seite, wieder Starostzik – doch dieses Mal war der Verteidiger ein paar Schritte zurückgelaufen und köpfte den Ball beinahe hockend ins Tor (52.). Die Krönung dieses beinahe perfekten Nachmittags im Auestadion für den Verteidiger: Einen Gegentreffer kassierten die Löwen erstmals in dieser Saison nicht. Daran hatte auch Starostzik mit Maurice Springfeld, seinem Partner in der Innenverteidigung, großen Anteil. Er ordnete aber ein: „In den vergangenen beiden Partien haben wir das besser umgesetzt, was der Trainer fordert. Alle anderen haben es den Jungs hinten einfacher gemacht. Dementsprechend steht die Null.“

Gewünscht hatte sich das auch Springfeld vor dem Duell mit seinem Ex-Klub im Gespräch mit unserer Zeitung. Wie Starostzik hatte der in der vergangenen Saison noch gegen die Löwen gespielt und mit Homburg beim 1:0-Sieg drei Punkte aus dem Auestadion mitgenommen. Nun blieben die Zähler in Kassel – und der KSV damit auch im dritten Heimspiel der Saison ungeschlagen – zwei Siege, ein Unentschieden.

Es war ohnehin ein Tag der des Feierns im Auestadion. KSV-Betreuer Alfred Gäßler ist am Samstag 60 Jahre alt geworden. Nachdem Starostziks sein erster Treffer gelang, lief er deswegen Richtung Bank, forderte etwas, drehte dann aber lachend ab. Hinterher sagte er: „Ich habe das Tor Alfred gewidmet. Er ist eine Koryphäe in Kassel. Ich wollte, dass er zu mir kommt, habe ihn aber nicht gefunden.“ Noch einmal etwas zu feiern, gab es dann drei Minuten vor dem Ende. Einen wunderschönen Angriff, bei dem Jon Mogge per Hacke auf Brian Schwechel gespielt, der dann vors Tor geflankt hatte, vollendete der erst 19 Jahre alte Moritz Flotho per Kopf zum 3:0 (87.). Es war das erste Tor für den Offensivspieler, der aus der eigenen Jugend stammt.

Es war nicht auf Flotho bezogen, passte aber irgendwie, dass Starostzik nach dem Abpfiff sagte: „Wir sind eine junge Mannschaft und haben noch viel Entwicklungspotenzial. Wer hätte gedacht, dass wir in diesen Spielen so auftreten. Das Schöne hier ist auch, dass das Umfeld Fehler verzeiht“, so der 30-Jährige. Fehler wie die Niederlage am vergangenen Wochenende in Frankfurt, die obendrein noch absolut vermeidbar gewesen ist. Was Starostzik aber wohl meint: Dass der KSV nach fünf Spielen gegen Mannschaften, die allesamt am Saisonende in der oberen Tabellenhälfte erwartet werden, bereits sieben Punkte eingesammelt hat, zeigt, dass diese Mannschaft schon gut harmoniert. Das muss sie gegen die Topteams aus Elversberg, Offenbach und Ulm auch in den kommenden zwei Wochen.

Rund ums Spiel

Es wurde einiges geboten an diesem Nachmittag im Kasseler Auestadion beim 3:0 gegen Homburg. Ein Rund ums Spiel über Premieren, einen Geburtstag und eine Spendenaktion:

Die Tor-Premiere

Es gab einiges an diesem Nachmittag im Auestadion, das es in dieser Saison noch nicht gab. Erstmals lagen die Löwen nicht in Rückstand, sondern gingen früh 1:0 in Führung. Erstmals trafen sie nach einer Ecke. Erstmals blieben sie ohne Gegentor. Eine Premiere aber war ganz besonders: Angreifer Moritz Flotho wurde in der 65. Minute eingewechselt. Der 19-Jährige kam zu seinem fünften Einsatz. Die 87. Minute wird er wohl so schnell nicht vergessen. Ein Zuspiel von Brian Schwechel drückte er dicht vor dem Tor über die Linie. Seinen ersten Treffer in der Regionalliga feierte er zunächst vor der Fankurve, später gab es eine innige Umarmung von Trainer Tobias Damm. Der ebenfalls eingewechselte Malte Suntrup feierte eine andere Premiere: Er sah seine erste Gelbe Karte. Das Tor kann er der Mittelfeldspieler ja noch folgen lassen.

Der Geburtstag

Einmal wurde es schon richtig laut im Auestadion, es brandete Beifall auf, da hatte das Spiel noch gar nicht begonnen. Der Grund war ein runder Geburtstag von einem, der bei den Löwen gar nicht wegzudenken ist: Alfred Gäßler feierte seinen 60. Gäßler ist beim KSV Betreuer, Zeugwart, Platzwart und noch viel mehr. Einer, der immer da ist. Immer ansprechbar. Immer hilfsbereit. Vor dem Anpfiff wurde er geehrt. Und bekam den Beifall, den sich auch das Team hinter dem Team verdient.

Die Spendenaktion

Ingmar Merle glänzte gegen Homburg dieses Mal als doppelter Vorlagengeber. In der vergangenen Saison erzielte er in Homburg ein ganz besonderes Tor. Beim 2:1-Auswärtssieg am 6. März traf er aus mehr als 50 Metern – dieses Kunststück wurde von der ARD-Sportschau als Tor des Monats ausgezeichnet.

Anschließend überlegte sich der Blog 36 eine T-Shirt-Aktion. Auf den Oberteilen war ein Bild von Merle mit dem Spruch „Kick it like Inge“. Der Erlös aus dem Verkauf dieser Shirts wurde nun gespendet – an den „Verein Hilfe für Kinder und Erwachsene im Krankenhaus e.V.“. Zusammengekommen sind 2000 Euro, die vor dem Anpfiff übergeben wurden. (Frank Ziemke und Maximilian Bülau)

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