Ein Dutzend muss Zittern

Zwischenbilanz der Regionalliga Südwest: Oben wie unten fast alles offen

Die Spieler des KSV Hessen
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Die Löwen im Kreis

Die Rückrunde hat begonnen, rund die Hälfte aller Partien sind gespielt in der Fußball-Regionalliga Südwest. Die macht zwar keine Pause, Zeit für eine Zwischenbilanz ist es trotzdem.

Voll im Plan: Das trifft bedingt auf den KSV Hessen Kassel zu, der in dieser Spielzeit noch nie auf einem Abstiegsplatz stand – aber auch nicht weit davon entfernt ist. Vor allem aber gilt es für die Regionalliga Südwest. Deren Geschäftsführer Sascha Döther sagt: „Durch den Cut im November bis Mitte Dezember haben wir sechs Wochen verloren. Wir waren bestrebt, diese Zeit wieder aufzuholen. Das ist uns ganz gut gelungen.“ Tatsächlich haben die Löwen kein Nachholspiel mehr zu absolvieren. Mit Freiburg und Frankfurt liegen nur zwei Teams drei Partien zurück. Der FSV hat derzeit auch die einzigen Coronafälle im Team. Seit der Wiederaufnahme des Spielbetriebs Mitte Dezember gab es kaum Probleme. Döther sagt deswegen: „Wir halten uns mit Prognosen immer zurück. Aber wir haben Hoffnung, dass wir es komplett schaffen. Die Hygienekonzepte greifen. Die Erweiterung mit den Schnelltests funktioniert.“ Finanziell sehe es da schwieriger aus: „Seitens der Politik haben wir uns mehr Hilfe erhofft, uns gewünscht, dass unsere Vereine von den „Coronahilfen Profisport“ partizipieren können. Da gibt es aber noch keine Signale“, sagt Döther.

Keiner ganz oben: Ein Favorit auf den Aufstieg ist noch nicht auszumachen. Es gibt vielmehr eine Gruppe, die in Sachen Meisterschaft gute Karten hat. Bei noch mindestens 20 Spielen trennen den Ersten Steinbach (42) und den Siebten Balingen nur sieben Zähler. Dazwischen stehen mit Ulm, Frankfurt, Freiburg, Elversberg und Offenbach vor allem die Teams, die vor der Saison oben erwartet wurden. Einzig Homburg und Großaspach laufen den Ambitionen hinterher.

Einer ganz unten: In der gesamten Südwestgruppe gibt es praktisch nur ein Team, das schon jetzt sagen muss: Es geht um nichts mehr. Eintracht Stadtallendorf kann angesichts von neun Punkten wohl für die Hessenliga planen. 16 Punkte Rückstand sind es bereits aufs rettende Ufer. Am vergangenen Samstag verlor das Team von Dragan Sicaja auch gegen den Vorletzten Schott Mainz.

Zwölf müssen zittern: So viel Abstiegskampf war vermutlich nie in der Regionalliga. Sechs aus 22 heißt die Formel für den Gang in die Oberligen. Sechs Teams wird es erwischen. Ohne Wenn und Aber. Deshalb beginnt die Abstiegszone derzeit locker auf Platz zehn. Dort steht der Bahlinger SC mit 30 Punkten, was nach 22 Spielen nicht wenig ist. Das Problem für Bahlingen: Auf Rang 17, dem ersten Abstiegsplatz, steht RW Koblenz. Mit 25 Zählern. Und einem ausgetragenen Spiel weniger. So wissen alle Teams ab Platz zehn: Sicher ist nur, dass sie nicht sicher sind. Das gilt dann beispielsweise für frühere Drittligisten wie Aalen (13./27 Punkte) und Großaspach (14./26). Und auch für den Aufsteiger KSV Hessen, der mit 26 Zählern gefährlich nah dran ist an den Abstiegsrängen.

Kommen und Gehen: Viel hat sich nicht getan beim KSV. Ein Abgang hat aber für große Wehmut gesorgt. Nach sechseinhalb Jahren musste Sergej Evljuskin Kassel berufsbedingt verlassen, lebt und arbeitet nun in Braunschweig. „Siggi“ wird auf und neben dem Platz fehlen.

Nicht mehr in Offenbach aber immer noch in der Regionalliga Südwest ist der Kasseler Nejmeddin Daghfous, der sich nach einer Auseinandersetzung mit einem Mitspieler im Training vor Gericht mit den Kickers einigte und nun für den FC Gießen aufläuft. In Marvin Pieringer verließ der Top-Torjäger die Reserve des SC Freiburg im Winter und spielt nun für den Zweitligisten Würzburg.

 Hoffen und Bangen: Sieg gegen Steinbach und in Ulm, Punktgewinne in Elversberg und Freiburg – der KSV Hessen hat für einige Überraschungen gesorgt. Das macht Mut. Andererseits gab es gerade gegen direkte Konkurrenz Rückschläge. Die 1:3-Heimpleite gegen Walldorf. Magere Unentschieden gegen Koblenz oder Stadtallendorf – einige Punkte blieben liegen. Die Löwen werden vermutlich lange bangen müssen. Sie sind in vielen Dingen regionalligatauglich, haben in Mahir Saglik einen der treffsichersten Stürmer. Doch der Kader ist auch der älteste der Liga. Und anfällig, wenn wie zuletzt vermehrt Stammpersonal fehlt.

(Frank Ziemke, Maximilian Bülau)

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