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Uwe Wolfs Entlassung beim VfR Aalen: Ein Ende mit dem größtmöglichen Knall

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Von: Maximilian Bülau

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Uwe Wolf.
In Aalen entlassen: Trainer Uwe Wolf musste am Donnerstag gehen. © Imago/Eibner

Solch ein mediales Echo gibt es sonst nicht, wenn ein Trainer in der Fußball-Regionalliga Südwest entlassen wird.

Kassel/Aalen – Doch als der VfR Aalen am Donnerstag verkündete, dass Cheftrainer Uwe Wolf gefeuert wurde, war das selbst der Bild-Zeitung eine Push-Nachricht wert. Kicker, Spiegel, Welt – alle großen Portale veröffentlichten einen Artikel.

Auslöser ist die Begründung des Klubs. Die Aalener werfen dem 54-Jährigen, der von 2012 bis 2013 anderthalb Jahre den KSV Hessen Kassel betreute und 2013 nach der Regionalliga-Meisterschaft mit den Löwen in den Aufstiegsspielen an Holstein Kiel scheiterte, schwerwiegende Fehltritte vor. Wolf war gestern nicht zu erreichen.

Giuseppe Lepore, früher Geschäftsführer beim KSV, heute in Aalen, war es, der Wolf damals nach Kassel holte und ihm eine weitere Chance beim VfR gab. Er sagte gestern: „Uns hat eine Freundschaft verbunden. Ich habe aber schon bei seiner Einstellung gesagt, dass das kein Freundschaftsdienst ist, sondern eine Empfehlung, weil seine Fähigkeiten als Trainer unbestritten sind. Ich muss aber auf das Wohl des Vereins achten. Letzten Endes ist mir die Entlassung nicht schwergefallen.“

Der Verein hatte am Donnerstag auf seiner Webseite erklärt: „Die Verantwortlichen des VfR Aalen fühlten sich aufgrund zahlreicher interner als auch externer Vorfälle zu diesem Schritt gezwungen.“ Danach wird es konkreter: So soll Wolf Vereinsmitarbeiter bedroht, mehrfach klare Anweisungen von Geschäftsleitung und Gremien missachtet haben. Pöbeleien und Lügen gegenüber Sponsoren werden ihm vorgeworfen ebenso wie vereinsschädigende Falschaussagen und die Beleidigung von Präsidiumsmitgliedern – mündlich und schriftlich, Nachweise würden vorliegen. Zudem laufen sechs Verfahren gegen Wolf bei der Liga.

Am Donnerstag war Wolf für zwei Spiele gesperrt und mit einer Geldstrafe belegt worden, da er sich im vergangenen Jahr in Homburg nicht an ein Innenraumverbot gehalten hatte. Erst vor einer Woche hatte Wolf nach der Niederlage gegen Balingen den Schiedsrichter als „Schulbub“ bezeichnet und während der Partie die Rote Karte gesehen, weswegen ein Disziplinarverfahren gegen ihn eröffnet wurde.

Wolf selbst hatte sich am Donnerstag nur gegenüber den Stuttgarter Nachrichten geäußert und wird so zitiert: „Ich muss erst einmal durchatmen. So einen guten Trainer wie mich haben die noch nie gehabt.“

Im April des vergangenen Jahres hatte Wolf in einem Interview mit unserer Zeitung vor seiner Rückkehr mit Aalen ins Auestadion gesagt, er sei ruhiger geworden. Zudem hatte der 54-Jährige offen über seine schwere Zeit nach dem Rauswurf in Burghausen 2017 gesprochen, was zu Depressionen bei ihm geführt habe.

Tobias Damm, Trainer des KSV Hessen, der selbst noch unter Wolf gespielt hat, sagte gegenüber dieser Zeitung: „Er würde immer alles für seine Mannschaft tun. Er hat aber seine eigenen Ansichten, will diese immer durchdrücken und geht keine Kompromisse ein. Es ist schade. Ich bin davon ausgegangen, dass er sich ein bisschen geändert hat und dankbar ist, dass er diese Chance in Aalen bekommen hat.“ Für Wolf übernimmt vorerst Co-Trainer Christian Demirtas. (Maximilian Bülau)

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