Topf mit fünf Millionen Euro

Zuschüsse vom Land Hessen wegen Corona: Ein Geldregen für die Löwen?

Das KSV-Logo im Geldregen.
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Das KSV-Logo im Geldregen.

Bislang standen die hessischen Fußball-Regionalligisten zwischen den Stühlen. Coronahilfen gab es vom Bund – allerdings nur für den Profisport.

Kassel – Zwar wurde die vierte Liga im vergangenen Jahr diesem zugeordnet, die Unterstützung endete dennoch mit der 3. Liga. Coronahilfen gab es auch vom Land Hessen – allerdings nur bis zur Hessenliga, der Spielklasse, die auch komplett dem Fußball-Verband des Landes untersteht.Die Regionalliga? Wie so oft ein schwer einzuordnendes Mittelding zwischen Profitum und Amateursport. Die sechs Klubs aus Hessen – damit auch der KSV Hessen Kassel – schauten finanziell in die Röhre.

Doch das wird sich wohl ändern. Laut Wolfgang Decker, SPD-Politiker aus Kassel, der Vorsitzender des Haushaltsausschusses des Hessischen Landtags ist, hat dieser Ausschuss einem Hilfspaket zugestimmt. Fünf Millionen Euro werden – vorrangig – den sechs Regionalliga- Klubs aus Hessen zur Verfügung gestellt. Laut Decker ist dieses Geld, das unter dem Namen „Gute-Zeiten-Sicherungsgesetz“ läuft, ab sofort abrufbar.

Aber: Die fünf Millionen Euro werden nicht einfach unter den Klubs aufgeteilt. „Das ist die Gesamtsumme, die zur Verfügung steht. Die Vereine können nun für bestimmte Aufwendungen und Verluste Geld zurückbekommen“, sagt Decker. Konkret: Der KSV erhält für ausgebliebene Ticket- und Mindereinnahmen im Sponsoring sowie Mehraufwand (beispielsweise Hygienekonzepte und Sicherheitspersonal) eine Entschädigung. KSV-Finanzvorstand Swen Meier hofft auf mindestens 200 000 Euro, was in etwa der Summe entspricht, die die Löwen bis zur Pandemie angespart hatten. Meier sagt aber auch: „Die Vergabebestimmungen sind noch nicht fixiert. Schriftlich haben wir noch nichts.“ Für die Verantwortlichen heißt es nun, dass die notwendigen bürokratischen Hürden genommen werden müssen.

Decker sagt: „Das ist ein echtes Pfund.“ Vergleichsgröße für die Zuschüsse sind die Zahlen der Klubs des ersten Halbjahres 2019, maximal 70 Prozent sollen ausgeglichen werden. Der Zuschuss ist einmalig und muss nicht zurückgezahlt werden. Die Hilfe wird mit anderweitigen Leistungen, die der Klub bereits vom Bund erhalten hat, verrechnet.

Decker selbst und sein Kollege Günter Rudolph (ebenfalls hessischer Landtagsabgeordneter der SPD, Anm. d. Red.) haben wohl einen erheblichen Anteil daran, dass auf den KSV ein warmer Geldregen wartet. „Wir haben im Dezember Innenminister Peter Beuth angesprochen. Die Regionalliga war bei solchen Hilfen bis dahin außen vor, in Nordrhein-Westfalen gab es aber beispielsweise ein großes Hilfspaket für die Viertligisten. Es wurde dann noch einmal abgeklärt, wie die Unterstützung vom Bund in diesem Jahr aussehen wird, aber da wird erneut nur bis zur 3. Liga gedacht. Deswegen war die Hilfe vom Land dringend notwendig“, sagen Decker und Rudolph. Das hat dann auch der Innenminister so gesehen.

Beschlossen hat das Ganze der Haushaltsauschuss, der laut Decker in Sachen „Guten-Zeiten-Sicherungsgesetz“ bei Summen über einer Million Euro entscheidet. Faktisch sind die fünf Millionen Euro also genehmigt.

Davon profitieren die sechs hessischen Regionalligisten aus Kassel, Offenbach, Gießen, Stadtallendorf, Frankfurt und Steinbach. Aber auch hessische Profiklubs höherer Ligen können Geld erhalten, auch Vereine anderer Sportarten, beispielsweise Handball-Bundesligist MT Melsungen und Eishockey-Zweitligist Kassel Huskies.

„Wir hoffen in der nächsten Saison auf normale Bedingungen, dass wir uns über Sponsoren- und Zuschauereinnahmen finanzieren. Wenn es die Normalität nicht geben sollte, dann könnten staatliche Mittel wieder ein Thema werden“, sagt MT-Manager Axel Geerken.

Swen Meier glaubt, dass es etwas dauern könnte, bis diese Zuschüsse tatsächlich auf dem Konto sind. „Aber gedanklich wird es bei der Planung helfen. Eine Info im März hätte natürlich Auswirkungen darauf gehabt, wie wir in die Vertragsgespräche gegangen wären. Aber wir sind natürlich froh, dass etwas kommt“, sagt er. (Maximilian Bülau und Björn Mahr)

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