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Ein lauter Löwe mit Herz: Hendrik Starostzik ist wieder richtig fit und kann dem KSV Hessen gegen Stuttgart helfen

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Von: Maximilian Bülau

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Hendrik Starostzik (links) und Sebastian Busch.
Ein Bild der ersten Wochen: Hendrik Starostzik (links) hatte mit muskulären Problemen zu kämpfen. Hier klatscht er Co-Trainer Sebastian Busch ab. © Dieter Schachtschneider

Wenn Hendrik Starostzik für den KSV Hessen Kassel in der Fußball-Regionalliga aufläuft, haben die Löwen in dieser Spielzeit im Schnitt etwas mehr als ein Gegentor kassiert. Wenn der 31-Jährige nicht dabei ist, waren es immer drei.

Kassel – Allein dieser Wert zeigt die Wichtigkeit des Innenverteidigers für den KSV. Was derzeit aber noch wertvoller ist: Starostzik ist einer der wenigen Spieler, die auf dem Feld auch mal etwas lauter werden. Trainer Tobias Damm sagt: „Er treibt an und wird auch mal kritisch. Das brauchen wir.“ Denn Grund für Kritik gab es an den ersten zehn Spieltagen ja genug. Noch immer steht der KSV ohne Sieg da, ist mit drei Punkten Schlusslicht. Im elften Anlauf soll es morgen beim Heimspiel gegen die Reserve des VfB Stuttgart endlich was werden mit dem ersten Dreier.

Zur Wahrheit gehört bei den statistisch guten Werten von Starostzik auch: Er wirkte zu Beginn der Saison noch nicht richtig fit. Ob das der Grund dafür war, dass er sich im Heimspiel gegen Freiberg eine schwerere Zerrung zuzog, lässt sich nur vermuten. Gegen Aalen setzte er dann aus, stand gegen Balingen wieder auf dem Feld. Anschließend brach die Verletzung erneut auf. „Ich habe da zu früh gespielt. Der Muskel war noch nicht so weit. Das war mein Fehler“, sagt Henne, wie ihn seine Mitspieler auch nennen. Aber klar, einer wie Starostzik will eben auf dem Feld stehen, helfen. „Es tut im Herzen weh, wenn du wie gegen Fulda auf der Tribüne sitzt und drei Glocken kassierst. Man denkt ja selbst, dass man etwas bewirken kann“, sagt er.

Doch die muskulären Probleme sind überwunden. „Ich werde fitter und fitter“, sagt der Abwehrspieler. „Wir konnten defensiv leider nicht an die Leistungen der Vorsaison anknüpfen. Aber Stabilität ist das A und O im Abstiegskampf. Und ich sage ganz bewusst Abstiegskampf, da befinden wir uns. Wir müssen hinten sicher und solide stehen, damit das Vertrauen zurückkommt. Wir finden uns gerade wieder, die Abläufe haben wir ein wenig verändert und auch die Standards verteidigen wir besser“, sagt Henne. Dass es in der Defensive besser wird, war zuletzt beim 0:1 gegen Offenbach und beim 0:0 gegen Walldorf zu erkennen. Allerdings blieben die Löwen nun auch dreimal ohne eigenen Treffer. „Wir sind keine Mannschaft, die immer ein Offensivfeuerwerk abbrennt. Deswegen ist die Defensive noch wichtiger“, erklärt Starostzik.

Dass der 31-Jährige zu Saisonbeginn körperlich noch nicht in Bestform war, hat aber auch private Gründe. Starostzik ist im Sommer zum zweiten Mal Vater geworden. „Das ist schon extrem anstrengend. Das Kind kam auf die Welt und musste erst noch im Krankenhaus bleiben, weil es unterernährt war. Das ist natürlich psychischer Stress. Aber jetzt geht es allen gut“, sagt er. Mit zwei Kindern sei es noch mal eine andere Situation zuhause, die Zeit für einen selbst weniger geworden, berichtet Starostzik, der nebenbei noch studiert.

Für den KSV gibt der laute Löwe mit Herz trotzdem immer alles. Und vom Naturell her ist er eben ein Löwe, der auch mal brüllt. „Ich mache die Klappe auf. Nicht alles ist immer richtig, aber Kommunikation hilft auf dem Platz“, sagt er. Auch morgen gegen Stuttgart wird Starostzik wohl zu hören sein. (Maximilian Bülau)

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