20 Jahre alter Mittelfeldspieler kommt aus Frankfurt

Ein Stendera für den KSV Hessen

Nils Stendera.
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Wieder in Kassel: Nils Stendera kehrt nach sieben Jahren bei Eintracht Frankfurt in seine Heimatstadt und zu seinem Jugendklub, dem KSV Hessen, zurück.

Stendera ist unter Fußballern ein bekannter Name in Kassel und Umgebung. Marc Stendera (25) durchlief sämtliche U-Nationalmannschaften, spielte für Frankfurt und Hannover, nun für Ingolstadt in Liga zwei.

Kassel – Sein jüngerer Bruder Nils Stendera (20) – mit 1,77 Meter vier Zentimeter länger als Marc – war bei Eintracht Frankfurt ebenfalls auf dem Sprung zum Profi, verbrachte die vergangenen sieben Jahre in der Mainmetropole. Auch weil die Eintracht aber keine zweite Mannschaft hat und die Spielzeit ausblieb, haben die Hessen den Mittelfeldspieler, dessen Vertrag im kommenden Sommer ausgelaufen wäre, nun freigegeben. Schnell zugeschlagen und Nils Stendera mit einem Jahresvertrag ausgestattet hat Regionalligist KSV Hessen Kassel.

Gestern stand für den 20-Jährigen der obligatorische Medizincheck an. „Alles ist perfekt gelaufen“, sagt Stendera, der im letzten Testspiel vor dem Saisonstart heute in Wiedenbrück (12 Uhr) zum Einsatz kommen könnte, wenn die Spielberechtigung bis dahin vorliegt. „Ich freue mich riesig, wieder zuhause spielen zu dürfen. Ich kenne das Umfeld und viele von den Jungs. Mit Steffen Friedrich ist der Kontakt zum Beispiel nie abgerissen. Ich bin froh, dass alles jetzt so schnell geklappt hat“, sagt er.

Als Rückschritt sieht Stendera seinen Wechsel vom Bundesligisten in die viert-höchste Spielklasse nicht. „Viele würden das vielleicht so empfinden. Für mich ist es das nicht. Was ich jetzt brauche, ist Einsatzzeit“, schätzt er die Situation ein. Vor allem das letzte Jahr sei für ihn sehr ärgerlich gelaufen, erzählt Stendera. Zwar wurde er von der Eintracht an Lok Leipzig ausgeliehen. Da die Saison in der Regionalliga Nordost aber früh abgebrochen wurde, blieb es bei zehn Einsätzen für die Sachsen. Seine bislang einzigen im Herrenbereich, für Frankfurt kam er in der Bundesliga nicht zum Zug. „Die Eintracht hat einen großen Kader, da sind immer fünf, sechs, sieben erfahrene Spieler, gegen die du dich durchsetzen musst. Das ist leichter, wenn man im Spielrhythmus ist, als wenn man nur trainiert“, sagt er.

Viel Training, keine Spiele – so sah Stenderas Fußballerleben zuletzt zu häufig aus. Momentan fühle er sich aber sehr gut, nur der Spielrhythmus fehle eben noch, merkt der 20-Jährige an. Ein bis zwei Wochen brauche er, um die nötige Fitness zu erreichen. Diese Zeit wird er von seinem neuen Trainer Tobias Damm sicher bekommen, denn gerade im zentralen Mittelfeld haben die Löwen mit Frederic Brill, Steven Rakk, Brian Schwechel und Aram Kahraman einige Alternativen.

Laut der Webseite transfermarkt.de ist Nils Stendera mit einem Marktwert von 100 000 Euro nun der teuerste KSV-Spieler. Sieht er Kassel nur als Durchgangsstation? „Ich freue mich erst mal, dass es geklappt hat. Ich habe für ein Jahr unterschrieben und konzentriere mich jetzt voll und ganz auf die Saison“, sagt er. „Den Rest sehen wir dann im kommenden Sommer“, fügt er an.

Stendera wird zunächst wohl noch aus Frankfurt nach Kassel pendeln. In Südhessen hat er eine Wohnung, dort lebt seine Freundin. Fußballerisch hat er sich vorerst aber von dieser Stadt getrennt. Um in seiner Heimat, beim KSV, einen neuen Anlauf zu nehmen. (Maximilian Bülau)

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