1. Startseite
  2. Sport
  3. KSV Hessen Kassel

KSV-Hessen-Trainer Tobias Damm macht die A Lizenz: Ein Tanz auf vier Hochzeiten

Erstellt:

Von: Maximilian Bülau

Kommentare

Tobias Damm.
Seine Zeit ist knapp: Tobias Damm, Trainer des KSV Hessen Kassel. © Imago/Jan Huebner

Die Zeit für Tobias Damm wird ab sofort knapp. Nicht beim Fußball-Regionalligisten KSV Hessen Kassel. Aber die Zeit, die der Coach für seine Löwen zur Verfügung hat, wird weniger. Die Zeit für ihn allgemein.

Kassel – Denn der 38-Jährige hat mit der A-Lizenz-Ausbildung begonnen. Jeweils in der letzten Woche eines Monats ist er nun bis Juni 2023 von Montag bis Donnerstag in Hennef.

Zu den Spielen wird er also da sein, die Trainingseinheiten wird er an diesen Tagen verpassen. Bereits Ende August hat er die erste Phase in der Nähe von Köln und Bonn verbracht. Langfristig soll im kommenden August dann die Ausbildung abgeschlossen sein. Kurzfristig wird die Zeit aber ebenfalls knapp. Denn nach fünf Spielen ist der KSV immer noch sieglos, braucht endlich den ersten Erfolg. Die nächste Möglichkeit gibt es morgen zuhause im Auestadion ab 14 Uhr gegen die TSG Balingen.

Die ersten Tage in der Sportschule in Hennef werden Damm auf dem Weg zum ersten Saisonsieg wohl nicht helfen. Wohl aber der Blick aufs Personal. Denn Hendrik Starostzik und Kevin Nennhuber stehen für die Defensive wieder zur Verfügung, auch Noah Jones hat sich in Aalen nicht schwerer verletzt, kann morgen auflaufen. Paul Stegmann ist ebenso zurück, spielte am Mittwoch bereits für die zweite Mannschaft. Einzig Nils Stendera und die Langzeitverletzten Tim Dierßen, Oliver Issa Schmitt und Leonardo Zornio fehlen.

Für Damm wird das kommende Jahr ein Tanz auf vier Hochzeiten. Klar, er ist Trainer des KSV. Er macht die A Lizenz. Er arbeitet bei Volkswagen. Und er hat ja auch eine Familie, Frau und zwei Kinder. „Ich muss jetzt jede freie Minute nutzen. Wir bekommen Aufgaben, 26 insgesamt. Die ersten drei habe ich schon, die ich bis zum 15. September abgeben muss. Ich bin immer unter Zeitdruck“, sagt er. Der 38-Jährige, der die Trainerlizenz mit bekannten Namen wie Sandro Wagner und Roberto Hilbert, beides Ex-Profis, macht, ist dabei eine Ausnahme unter den 26 Teilnehmern. „Die meisten sind ja Vollzeittrainer, hauptamtlich angestellt. Bei mir ist das anders“, sagt er. Darunter leiden werden nun auch seine Hobbys, das Golfspielen beispielsweise. „In diesem Jahr war ich erst dreimal auf dem Platz“, berichtet Damm. Auch bei den Handball- und Fußballspielen seiner Kinder zuzuschauen, wird erst einmal auf der Strecke bleiben.

Mit seiner Frau, die ebenfalls arbeitet und sich nun zunächst fast allein um die Kinder kümmern muss, ist die Situation aber schon lange besprochen. „Ich habe mich ja nun zum dritten Mal beworben, wollte die Lizenz schon vor zwei Jahren machen. Corona ist immer dazwischengekommen“, erzählt Damm.

Angst, dass er demnächst zu wenig Zeit für die Löwen haben könnte, hat Damm nicht. „Das ist alles geregelt in meinen Präsenzphasen. Da bleibt nichts auf der Strecke, was das Training angeht. Wir haben jetzt extra Fabian Seck mit ins Team geholt. Und dafür hat man ja auch allgemein ein Trainerteam. Ich vertraue Buschi (Sebastian Busch, Anm. d. Red.) da zu 100 Prozent“, versichert er.

Erfolgreich abschließen will der 38-Jährige dann im kommenden Sommer freilich die Ausbildung. Erfolgreich abschließen müssen aber auch die Löwen morgen gegen Balingen. Damm stellt klar: „Ein Sieg ist unser Ziel. Wir brauchen jetzt das Erfolgserlebnis.“ (Maximilian Bülau)

Auch interessant

Kommentare