Löwen spielen gegen Hoffenheim

Eine Chance für Siggi: Evljuskin steht beim KSV am Sonntag in der Startelf

Gut vorbereitet: Sergej Evljuskin ersetzt in Hoffenheim Kapitän Tobias Becker. Foto: Hedler

Kassel. Dass Sergej Evljuskin in dieser Saison noch kein einziges Fußballspiel von Anfang an bestritten hat, liegt auch am Fußball-Weltverband Fifa.

Im Sommer war der 27-Jährige erstmals mit der Nationalmannschaft Kirgisiens unterwegs. Evljuskin ist in Aleksejewa geboren – nun wollte er für sein Heimatland spielen. Zwei Länderspiele standen an, doch die Fifa verweigerte ihm die Spielgenehmigung, weil er in der Jugend schon für Auswahlen des Deutschen Fußball-Bundes aktiv war. Die Sache wird nun weiter geprüft – Ende offen. Fakt ist: Im Sommer musste Evljuskin zuschauen.

Damit bekam er einen Eindruck, wie das ist, nicht mittendrin zu sein. Beim Fußball-Regionalligisten KSV Hessen Kassel musste Siggi, wie er genannt wird, fortan nämlich auch diese Erfahrung sammeln, nicht zur ersten Elf zu zählen. Erst in der Partie am morgigen Sonntag bei der Reserve der TSG Hoffenheim (Anpfiff: 14 Uhr) wird er sein Startelf-Debüt in dieser Saison geben. Evljuskin vertritt im Mittelfeld Kapitän Tobias Becker, der sich beim 0:0 in Mannheim eine Risswunde im Knie zugezogen hat und noch nicht einsatzbereit ist.

Zwischenstände finden Sie auf  Kassel Live.

Beckers Pech ist Evljuskins Chance, auf dem Platz auf sich aufmerksam zu machen – so wie in der vergangenen Saison, als er zum Stamm gehörte und 29 Partien von Beginn an bestritt. Neuzugang Hasan Pepic aber verdrängte ihn jetzt auf die Bank. Seitdem ist Evljuskin nicht mehr im Fokus – und trotzdem scheint sein Wert für die Mannschaft nicht abgenommen zu haben.

Evljuskin ist Mitglied des Mannschaftsrates – und einer der Schlüssel zum aktuellen Erfolg der Löwen. Trainer Matthias Mink lobt ihn und seinen Umgang mit der neuen Lage. Mink bezeichnet Evljuskin als „absoluten Teamplayer“, der seine Kollegen von außen unterstützt und ihnen Zuspruch gibt. Mink betont: „Wenn du erfolgreich sein willst, brauchst du nicht nur elf Spieler, sondern 13, 14, 15 oder mehr.“ Evljuskin trainiert hart und schmollt nicht während der Spiele. Er sagt: „Es bringt nichts, negativ zu denken. Ein Baustein einer starken Mannschaft ist immer auch das Verhalten der Ersatzspieler.“

Er nimmt es professionell, zeigt Geduld, freut sich mit den Kollegen – auch wenn die Situation nicht einfach ist: „Natürlich ist es noch einmal etwas anderes, einen Sieg zu feiern, wenn das Trikot dreckig ist, man seine Wehwehchen spürt und Kräfte gelassen hat, weil man dann eben irgendwie mehr zum Sieg beigetragen hat.“

In Hoffenheim wird er die Möglichkeit bekommen, sein Hemd zu beschmutzen. Er wird sich reinknien – auf dem Platz und im besten Fall auch beim Jubeln nach der Begegnung.

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