Regionalliga Südwest

Spiele im Dezember: Eine Liga, zwei Meinungen

Frederic Brill (links) und Salif Cissé.
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Haben den Ball immer im Blick: KSV-Kapitän Frederic Brill (links) und Salif Cissé vom FK Pirmasens.

Zwischen extremer Freude und schlechtem Gewissen – so lässt sich die Gefühlslage bei den Spielern des Fußball-Regionalligisten KSV Hessen Kassel angesichts der Saisonfortsetzung im Dezember beschreiben.

Kassel – Zumindest, wenn man Kapitän Frederic Brill glaubt. Der sagt: „Wir trainieren derzeit in Gruppen und sitzen in getrennten Kabinen. Wir haben die Nachricht am Freitagabend nach der Einheit bekommen. Die Jungs, mit denen ich in einer Kabine gesessen habe, die haben sich alle gefreut.“

Aber – das gibt der 28-Jährige zu – hätte er auch das Gefühl gehabt, dass er sich gar nicht so richtig darüber freuen dürfe. „Die Lage in Deutschland ist dem nicht angemessen“, sagt er. Brill selbst hatte eigentlich nicht mehr damit gerechnet, dass die Löwen in diesem Jahr noch einmal spielen würden. „Wir dachten alle, dass wir nach dem Training die Nachricht bekommen, dass Schluss ist, wir irgendwann pausieren und Laufpläne bekommen und dann Anfang Januar wieder starten.“

Doch jetzt ist alles anders. Der KSV wechselt nun wieder in den Pflichtspiel-Modus und erwartet Bayern Alzenau am 12. Dezember im Auestadion zur ersten Partie seit dann sechs Wochen. „Wir haben ja auch vorher schon trainiert. Erst einmal ändert sich nicht so viel für uns – nur, dass wir samstags wieder was zu tun haben“, sagt Brill.

In der Regionalliga Südwest sind aber nicht alle der Meinung des KSV-Kapitäns. Die Gemengelage ist unübersichtlich. Zwei Offene Briefe gab es schon. Ein Team prüft gar juristische Schritte.

Die Offenen Briefe: Die Reaktionen folgten prompt. Nachdem die Ligenleitung den 22 Vereinen der Südwest-Staffel am Freitag in einer Videokonferenz den Plan mitgeteilt hatte, reagierten Astoria Walldorf und der Bahlinger SV mit Offenen Briefen des Vorstands.

Die Inhalte dieser Briefe ähnelten sich: Beide Klubs monieren, dass sich an der grundlegenden Situation nichts verändert habe, Spieler, Trainer und Betreuer nun dennoch einem Risiko ausgesetzt würden. Zudem merken beide Vorstände an, dass die wirtschaftlichen Folgen nicht bedacht würden. Neben den Kosten für noch einmal strengere Hygienekonzepte müssten nun auch die Tests selbstfinanziert werden. Dagegen wurde festgelegt, dass im Dezember und Januar alle Spiele ohne Zuschauer ausgetragen werden. Hätte man stattdessen die Saison verlängert und später wieder angefangen, wären Partien mit Zuschauern zumindest wahrscheinlicher gewesen, merken die beiden Vorstände an.

Die Klage: Das ist nicht bestätigt, aber der Kicker schreibt in seiner Montagsausgabe, dass der TSV Steinbach juristische Schritte prüfen lässt. Der Tabellenzweite war vor wenigen Wochen treibende Kraft einer Initiative, die sich für eine Pause bis Ende Januar und eine Saisonverlängerung ausgesprochen hatte.

Die Freude: Freude, Erleichterung und auch etwas Genugtuung verspürt man dagegen bei Kickers Offenbach. Die Südhessen hatten mit Vehemenz darauf gedrängt, dass die Saison fortgesetzt wird. (Maximilian Bülau)

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