Brill auf dem Weg der Besserung

Trainieren, aber nicht spielen: Einem Löwen kommt die Pause entgegen

Brian Schwechel (links) und Robin Urban.
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Sie laufen: Brian Schwechel (links) und Robin Urban.

„Wir trainieren jetzt erst mal ins Blaue hinein.“ Ein Satz den Tobias Damm, Trainer des Fußball-Regionalligisten KSV Hessen Kassel, am Montag um kurz vor halb vier sagte.

Kassel – Seine Spieler standen da schon auf dem Trainingsplatz. Nach einer Woche, in der sie mit Plänen versorgt allein Läufe absolviert haben. Weil die Regionalliga Südwest entschieden hatte, dass der Spielbetrieb im November ruhen wird, die Stadt alle Plätze und Hallen gesperrt hatte. Da war erst einmal nichts möglich.

Nach dem Hin und Her rund um die Frage, ob Regionalliga nun Profi- oder Amateursport ist, bekam der KSV Ende der vergangenen Woche die Freigabe zum Trainieren. Und stand am Montag wieder auf dem Platz. Durchaus gut gelaunt. Da war Frederic Brill, schon länger wieder ohne Krücken unterwegs. „Ich bin schon im Lauftraining. Sollten wir im Dezember noch einmal spielen, dann bin ich fit“, sagt der Kapitän, der den Löwen wegen eines Innenbandrisses zuletzt fehlte.

Dem 28-Jährigen kommt diese plötzliche Pause im November entgegen. Einer von wenigen, der sich wohl nicht so sehr ärgert, dass momentan kein Fußball möglich ist. Eigentlich hatte sich Brill das Derby gegen Kickers Offenbach als Ziel für eine Rückkehr gesetzt. Das hätte am vergangenen Sonntag stattgefunden. „Bis dahin hätte es für mich nicht gereicht“, sagt Brill, der sich anschließend auf den Weg macht, um seine Laufeinheit zu absolvieren.

Unter den bekannten KSV-Gesichtern ist auch ein neues. Robin Urban, Innenverteidiger, 26 Jahre alt. Urban war kurz vor der Unterbrechung als Ersatz für Sergej Evljuskin verpflichtet worden, der den KSV berufsbedingt wohl verlassen wird. In Bahlingen saß er auf der Bank. Nun hat er Zeit, sich einzugewöhnen.

Der Rasen ist am Montagnachmittag geschmückt mit Hütchen, Stangen und kleinen Toren. „In der kommenden Woche steht schon erst mal ein wenig der Spaß im Vordergrund“, sagt Damm. Neben ihm lassen seine Spieler einen Ball im Kreis zirkulieren und versuchen, dass zwei in der Mitte nicht an ihn herankommen – begleitet von Lachern, wenn ein Mittelmann getunnelt wird. Alle sind lieber hier als allein auf der Laufstrecke.

Damm will die Zeit nun nutzen, um an dem zu arbeiten, was bislang nicht so gut geklappt hat. Defensiv wie offensiv. Bevor es losgeht, hält er eine längere Ansprache. An diesem Novembernachmittag tragen einige seiner Spieler schon Handschuhe an, Alban Meha sogar eine Mütze. Nur Neuzugang Urban und Leonardo Zornio haben sich gegen eine lange Hose entschieden. Auch wenn sich die Sonne zeigt, wird es draußen langsam ungemütlich.

Trotzdem: Spielen würden alle gern wieder im Dezember. Zweifel gibt es aber. Das liegt vor allem an Rheinland-Pfalz und den vier Vereinen, die dort beheimatet sind. Das Bundesland hat für die Unterbrechung gesorgt, weil es die Regionalliga nicht dem Profisport zugeordnet hat. Ob Mainz II, Pirmasens, Schott Mainz und Koblenz bis Mitte November eine Sondergenehmigung zum Trainieren bekommen, steht noch nicht fest. Daran hängt die Entscheidung, ob im Dezember noch einmal Partien stattfinden werden.

Mahir Saglik will jedenfalls auf den Platz. Und Tore schießen. Er stellt lachend noch einmal klar: „Hier, das 2:2 gegen Bahlingen – das habe ich gemacht.“ Bevor er wieder treffen darf, trainieren die Löwen erst einmal ins Blaue hinein. Immerhin, das dürfen sie jetzt. (Maximilian Bülau)

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