26-Jähriger sichert in Elversberg einen Punkt

Iksals großer Traum: Einmal gegen Offenbach spielen

Lukas Iksal
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Sorgte dafür, dass der KSV Hessen einen Punkt mit nach Kassel nahm: Lukas Iksal erzielte in Elversberg das 1:1.

Am Mittwoch gegen ein Uhr in der Nacht erreichte die Reisegruppe „KSV Hessen Fußball-Regionalliga“ wieder ihren Heimathafen. Kassel. Einer hatte etwa fünf Stunden vorher dafür gesorgt, dass diese Rückfahrt aus Elversberg eine recht angenehme war: Lukas Iksal.

Kassel – Der Mittelfeldspieler der Löwen erzielte in der 82. Minute das 1:1 gegen den Aufstiegskandidaten aus dem Saarland. Der Endstand. Und ein etwas überraschender Punktgewinn für den KSV.

„Das ist natürlich umso schöner, wenn man am nächsten Tag arbeiten muss. Bei uns hat ja kaum einer das Privileg, nach so einem Wochenspiel zuhause bleiben zu können. Da ist ein 1:1 schon besser als eine Niederlage“, sagte Iksal etwa zwölf Stunden nach der Rückkehr nach Nordhessen – während der Mittagspause. Der 26-Jährige hat als Fußballer ereignisreiche Jahre hinter sich. 2016 unterschrieb er einen Dreijahresvertrag bei den Löwen. Weil er dann nicht mit ins Trainingslager durfte, bat er um eine Auflösung, wechselte zum FSC Lohfelden. 2018 ging es dann wieder zurück, zunächst zur zweiten Mannschaft. „Ich habe damals noch in zwei Schichten bei VW gearbeitet, konnte also jede zweite Woche nicht trainieren. Mehr war da nicht möglich“, sagt Iksal.

Das änderte sich dann ein Jahr später. Als Dietmar Hirsch das Traineramt übernahm, wurde Iksal gesagt, er könne erst einmal zwei Wochen mitlaufen, dann sehe man weiter. „Nach einer Woche hat Hirsch dann gesagt: ‘Da brauche ich nicht mehr zu schauen. Der bekommt einen Vertrag.’ Ich habe ihm in der Hinsicht einiges zu verdanken“, erinnert sich der 26-Jährige.

In der vergangenen Hessenliga-Saison verpasste er von 22 Partien nur drei, eine wegen einer Sperre, erzielte fünf Tore und bereitete fünf vor. Iksal ist mittlerweile ein fester Bestandteil des Regionalliga-Teams. Er hat sich für seinen Aufwand belohnt. Ebenso wie der KSV in Elversberg. „Die haben den Sack nicht zugemacht. Wir hatten aber auch immer ein Bein oder den Körper dazwischen“, sagt Iksal, der in der 67. Minute eingewechselt wurde. Eine Viertelstunde später passierte dann das: Nach einer Flanke geht der 26-Jährige zum Kopfball. Elversbergs Torhüter Frank Lehmann faustet den Ball weg. Sebastian Schmeer springt der Ball vor die Füße. Er schießt. Der Ball wird auf der Linie geklärt. Jon Mogge kann abstauben. Er legt aber noch mal quer. Und da steht Lukas Iksal und bugsiert das Leder über die Linie. 1:1 – nachdem Fabian Baumgärtel das Heimteam per Kopf in Führung gebracht hatte (53.).

Für den Mittelfeldspieler war dieser Treffer besonders wichtig. „Persönlich haben mich die letzten Spiele schon ein bisschen beschäftigt. Gegen Pirmasens steht nur noch der Verteidiger auf der Linie. Da muss ich das 2:1 machen. Gegen Homburg hatte ich dann eine überhastete Aktion, da habe ich schlecht auf Mahir Saglik zurückgespielt. Das sind Aktionen, die jedes Mal zu Toren führen müssen. Daran muss ich arbeiten“, sagt Iksal. Nach dem verunglückten Anspiel auf Saglik habe er diesem vor dem Elversberg-Spiel eine Nachricht geschickt: „Wie schlecht mache ich das denn?“ Sagliks Antwort: Egal, morgen zählt. „Ich mache mir über viele Sachen einen Kopf, schaue mir unsere Spiele noch mal komplett an“, sagt Iksal, der sich auf der Rückfahrt von Elversberg direkt auch diese Partie noch mal im Video ansah. „Da hatte ich Zeit zum Reflektieren“, sagt er.

Dass er heute da ist, nämlich in der ersten Mannschaft des KSV, das hätte er sich vor wenigen Jahren noch nicht erträumen können. Einen Traum hat er aber noch: „Ich möchte einmal in Offenbach auflaufen.“ Für die Löwen, versteht sich. Da muss er nicht mehr allzu lange warten. Am 8. November tritt der KSV beim Rivalen an. Sollte er fit bleiben, wird er sicherlich spielen, denn sein Trainer Tobias Damm sagt über ihn: „Egal, ob von Anfang an oder als Einwechselspieler. Er gibt immer alles und freut sich über jede Minute. Und deswegen habe ich mich umso mehr über seinen Treffer in Elversberg gefreut.“ Und sicher auch über eine gut gelaunte Reisegruppe. (Maximilian Bülau)

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