KSV: Dickhaut ist kein Trainer mehr und zeigt Verständnis

Kassel. Mirko Dickhaut ist kein Trainer des Fußball-Regionalligisten KSV Hessen Kassel mehr. Nach der Bekanntgabe der Personalie am Vormittag gibt es mittlerweile die ersten Reaktionen. Dickhaut selbst zeigte im Gespräch mit unserer Zeitung Verständnis.

Artikel wurde aktualisiert um 15.35 Uhr.

Er selbst hatte nach dem enttäuschenden 0:0 bei der Reserve des Karlsruher SC am Mittwochabend gegenüber Vereinsverantwortlichen erklärt, jede Entscheidung zu akzeptieren. Er wollte nur nicht wieder ein solches Hickhack erleben wie vor zwei Wochen. "Trefft eine Entscheidung, dann aber mit allen Konsequenzen", soll er signalisiert haben.

Jetzt ist er auf der einen Seite traurig und enttäuscht, weil der KSV und speziell die Regionalliga-Mannschaft sein Leben war, wie er sagt. Auf der anderen Seite ist er aber auch erleichtert. Zuletzt hatte die Kritik an ihm zugenommen - in Internetforen ging sie zum Teil unter die Gürtellinie. Das muss er sich jetzt nicht mehr antun.

Dickhaut will dem Verein weiter verbunden bleiben. In welcher Funktion, das ist noch nicht klar. Fest steht: "Ich bin weiter Fan und wünsche mir nichts lieber als fünf Siege für die Mannschaft in den letzten fünf Spielen."

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Von der Mannschaft sprachen bisher Mittelfeldspieler Andreas Mayer und Torhüter Sven Hoffmeister. Mayer wollte die jüngste Entwicklung erst einmal sacken lassen, sagte aber: "Persönlich tut mir es brutal leid für Mirko Dickhaut. Er hat super Arbeit geleistet." Hoffmeister, der auch Mitglied im Mannschaftsrat ist, sieht jetzt das Team noch stärker in der Verantwortung. Die Mannschaft müsse auf dem Platz wieder "die Zweikämpfe annehmen und brennen". Gerade diesen bedingungslosen Einsatz ließ sie in Karlsruhe vermissen. Hoffmeister sagt aber auch: "Wir können nach wie vor entscheiden, wer aufsteigt. Das ist eine Situation, über die der Verein in den vergangenen zwei Jahren zu diesem Zeitpunkt froh gewesen wäre."

Vor dem Spitzenspiel am Samstag im Auestadion gegen die Stuttgarter Kickers appelliert er an den Charakter der Mannschaft. Es sei egal, wer dann an der Seitenlinie stünde: Alle müssten sich zerreißen.

Die große Frage aber ist: Wer übernimmt jetzt Dickhauts Posten beim Spitzenreiter? Bis auf Weiteres leiten der bisherige Co-Trainer Christoph Keim und Torwart Trainer Pascal Formann das Training. Am Donnerstagvormittag stand nur Regeneration auf dem Programm. Vor dem Spitzenspiel gegen die Stuttgarter Kickers am Samstag im Auestadion soll dem Vernehmen nach allerdings noch ein neuer Coach präsentiert werden. Verhandlungen laufen. Angeblich soll der Neue von außerhalb kommen.

Der ehemalige Löwen-Trainer Matthias Hamann würde damit als Dickhaut-Nachfolger ausscheiden. Auch der vor zwei Wochen gehandelte Heiko Weber steht nicht mehr zur Verfügung. Er ist zu Carl-Zeiss Jena zurückgekehrt. Im Gespräch ist dagegen offensichtlich ein anderer, mit dem der KSV nach Informationen unserer Zeitung schon vor zwei Wochen in Kontakt gewesen ist: Guido Streichsbier, der U-19-Trainer der TSG Hoffenheim, der die Kraichgauer zu Saisonende auf alle Fälle verlassen wird.

Der 41-Jährige stammt wie KSV-Geschäftsführer Giuseppe Lepore aus Karlsruhe. Wie der weitere Ablauf des heutigen Tages ist, bleibt ungewiss. Eine Pressekonferenz soll es zumindest nicht geben. Die Zeit drängt aber: Ein neuer Trainer hätte gerade einmal einen Tag Zeit, um die Mannschaft auf das so wichtige Spiel gegen die Stuttgarter Kickers vorzubereiten.

Die besitzen nach dem 3:0 in Großaspach die besseren Karten im Kampf um den Drittligaaufstieg. Bei einer Partie weniger haben sie nur einen Punkt Rückstand auf die Löwen, die ihrerseits noch fünf Begegnungen in der Saison auszutragen haben. Wir werden Sie über die aktuelle Entwicklung beim KSV auf dem Laufenden halten. (hag)

Weitere Informationen im Laufe des Tages.

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