Steigerung in der zweiten Hälfte

Erst Krampf, dann Kampf, dann Sieg: KSV Hessen schlägt Koblenz 2:0

Brian Schwechel (links) und Moritz Flotho.
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Die Torschützen: Brian Schwechel (links) und Moritz Flotho.

Erst war es ein Krampf, dann ein Kampf. Aber ein erfolgreicher. Der KSV Hessen Kassel hat in der Fußball-Regionalliga Südwest einen hart erarbeiteten 2:0 (0:0)-Erfolg gegen Rot-Weiß Koblenz eingefahren.

Kassel – Die Tore erzielten Moritz Flotho und Brian Schwechel. Der KSV bleibt damit weiter ungeschlagen im heimischen Auestadion.

Die Löwen hatten Startschwierigkeiten. Wobei: Bei einer ganzen Halbzeit nur von Startschwierigkeiten zu sprechen, wohl etwas beschönigend wäre. Der KSV kam irgendwie nicht ins Spiel, zu spät in die Zweikämpfe. Die zweiten Bälle – Trainer Tobias Damm hatte sie vorab als entscheidend bezeichnet – gingen meist an die Gäste. Die waren zweikampfstark und aktiver – aber aus Sicht der Löwen glücklicherweise auch ziemlich ungefährlich.

Nachdem Damm personell eigentlich etwas aufatmen konnte, fehlten nun kurzfristig dich Jon Mogge und Hendrik Starostzik. Mogge stand gar nicht auf dem Spielberichtsbogen, hatte sich im Training gezerrt, Starostzik war noch in der Startaufstellung vermerkt, verletzte sich aber beim Aufwärmen und wurde von Brian Schwechel ersetzt.

Die erste Hälfte hatte so in etwa die Zusammenfassung: Der KSV machte wenig. Wenn, dann wurde er aber richtig gefährlich. Das erste Mal in der siebten Minute durch Serkan Durna, der einen Querschläger direkt nahm. Der Abschluss kam aber zu zentral aufs Tor und war kein Problem für den Koblenzer Keeper Baboucarr Gaye. Und dann war es erneut Durna, der von Moritz Flotho bedient von links in den Strafraum eindrang. Der schießen konnte. Der abspielen konnte. Der zwei Haken schlug, zwei Gegenspieler aussteigen ließ. Und dessen Schuss kurz vor der Linie von einem Koblenzer geklärt wurde (20.). Es waren offensiv die besten KSV-Minuten der ersten Halbzeit. Ein Tor gelang aber nicht, auch weil Jascha Döringer zu lange mit dem Abspiel wartete (21.), den Ball so vertändelte.

Die Gäste hatten nur eine etwas bessere Möglichkeit in der 15. Minute durch einen Schuss aus der zweiten Reihe von Henry Jon Crosthwaite. Ansonsten ging es zwar oft in Richtung Tor von Nicolas Gröteke, der seinen Vertrag in der vergangenen Woche bis 2023 verlängert hatte. Aber selten musste er auch eingreifen.

Es war kein gutes Spiel. Sehr zerfahren. Viele Fouls, viele Freistöße. Doch der KSV kam besser in die zweite Hälfte. Und es war dann einer dieser vielen Freistöße, der beinahe für das 1:0 sorgte. Ingmar Merle brachte den Ball flach vors Tor – doch alle eingelaufenen Löwen verpassten knapp. Ein weiterer Freistoß, dieses Mal von der linken Seite, brachte wieder Gefahr (60.).

Doch das 1:0, es fiel tatsächlich aus dem Spiel, wenn auch am Ende mit etwas Glück. Erst spielte Döringer den eingewechselten Lukas Iksal überragend frei, der legte direkt quer. Zu kurz – so sah es aus. Aber weil die Koblenzer nicht richtig klären konnten, war auf einmal Flotho da und bugsierte den Ball über die Linie.

Die Gäste mussten nun natürlich mehr riskieren. Es war aber weiterhin kein Leckerbissen am Samstagnachmittag. Beim Schuss aus 20 Metern von Danny Breitfelder musste sich Gröteke ganz lang machen (75.). Auf der Gegenseite war es wieder Döringer, der Merle durch die Gasse schickte, aber Gaye parierte (79.). Ein Rückpass von Iksal verunglückte, ging nur knapp am Pfosten vorbei (80.). Durchatmen.

Und dann die Erlösung. Nach einer Ecke war Schwechel zur Stelle, der als Starostzik-Ersatz defensiv eine starke Partie gezeigt hatte. Und nun eben vorn auch noch das 2:0 erzielte. Die Partie war entschieden. Und der KSV, er hat gezeigt, dass er auch in der Lage ist, sich in schwierige Spiele hineinzuarbeiten. (Maximilian Bülau)

Kassel: Gröteke - Merle, Schwechel, Springfeld, Najjar - Brill, Kahraman - Döringer (89. Fischer), Vesco (77. Stendera), Durna (61. Iksal) - Flotho

Koblenz: Gaye - Ekalle, Spang, Fouley, Ghandour (78. Brdaric), Stojanovic - Maroudis, Bender (63. Weidenbach), Crosthwaite (51. Atilgan (78. Esmel)) - Breitfelder, Lemmer (63. Fischer)

SR: Heiker (Kürnbach) - Z: 1490

Tore: 1:0 Flotho (66.), 2:0 Schwechel (87.)

Gelbe Karten: Schwechel, Merle / Ghandour, Atilgan, Spang, Fouley

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