Verein will abwarten

Mindestens sieben Spieler verlassen den KSV Hessen: „Es entsteht ein Loch im Kader“

Adrian Bravo Sanchez (links) und Mahir Saglik.
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Adrian Bravo Sanchez (links) und Mahir Saglik.

Am vergangenen Freitag informierte Fußball-Regionalligist KSV Hessen Kassel über sechs Abgänge – Mahir Saglik, Sebastian Schmeer, Nils Pichinot, Luis Allmeroth, Alexander Mißbach und Jonas Labonte.

Kassel – Vizekapitän Adrian Bravo Sanchez verkündete schon zuvor seinen Wechsel zum SV Rödinghausen. Bei den Löwen steht ein Umbruch an. Wir haben darüber mit Vorstand Jens Rose und Trainer Tobias Damm gesprochen.

Die Fakten

Am 12. Juni steht beim FC Gießen das letzte Spiel in dieser Saison an. Trainer Damm wird seine Spieler anschließend in eine zweiwöchige Pause schicken, danach geht es mit Laufplänen und Krafttraining weiter. Trainingsauftakt für die neue Spielzeit wird am Samstag, 10. Juli, sein. Die Saison 2021/22 beginnt am Wochenende 13. bis 15. August. Drei Monate haben die Löwen noch, um den den Kader für die kommende Spielzeit zu planen.

17 Spieler haben einen Vertrag für die kommende Saison, dazu zählen auch Moritz Flotho, Mate Mustapic und Paul Stegmann. Nael Najjar und Lukas Iksal haben sich bereits bis 2023 an den Verein gebunden. Offen ist, wie es mit Maximilian Zunker, Robin Urban und Brian Schwechel weitergeht. Die Verträge dieser drei Spieler laufen im Sommer aus.

Der Vorstand

Vorstand Jens Rose wird ob der vielen Abgänge nicht nervös. „Ich mache das schon so lange. Wenn wir jetzt Anfang August hätten, noch zwei Wochen bis zum Saisonstart – dann wäre ich vielleicht ein wenig unruhig“, sagt er. Rose erinnert an das Jahr, als Mehmet Göker kurz vor dem Serienbeginn als Sponsor abgesprungen sei, eine Mannschaft innerhalb einer Woche zusammengestellt werden musste. „Und die hat damals um die Meisterschaft mitgespielt“, sagt er.

Das ist in der kommenden Saison nicht das Ziel, aber: „Vielleicht gelingen uns ein paar gute Transfers, und wir können ein paar Plätze weiter nach oben schauen. Der Wunschgedanke ist, dass wir einen einstelligen Tabellenplatz erreichen. Die Mannschaft hat bewiesen, dass sie dazu in der Lage ist. Es ist möglich, wenn wir die Naivität ablegen“, sagt er.

Verpflichtet werde aber erst einmal niemand, so Rose. „Wenn wir etwas versprechen, dann halten wir das auch. Wir werden wirtschaftlich vorsichtig sein, um unsere Handlungsfähigkeit zu wahren. Wir müssen abwarten, bis wir Klarheit von Sponsoren haben. Dann gibt es noch die Zuschauerfrage. Wir wollen nicht erneut Dauerkarten verkaufen – und dann darf keiner kommen“, sagt Rose. Er geht aber davon aus, dass es auch zum Ende der Transferperiode noch gute Akteure auf dem Markt sein werden.

Zu den Abgängen sagt Rose: „Die Spieler wollen wissen, womit sie rechnen können. Sie wollen wissen, ob es wirtschaftlich Sinn macht, in Kassel zu bleiben.“ Er sei bei den Gesprächen nicht selbst dabei gewesen. Dass es Unstimmigkeiten gegeben habe, könne er sich vorstellen – aus finanziellen Gründen. Rose weiß, dass der Kader durch die Abgänge zunächst an Tiefe verliert. „Mahirs Fehlen wird schwer zu kompensieren sein“, sagt er. Die sportliche Leitung wolle das System aber ein wenig verändern.

Der Trainer

Damm sagt zu den Abgängen: „Das ist viel Qualität, die uns verloren geht. Fast alle gehören zum Stamm- oder erweiterten Stammpersonal. Es entsteht definitiv ein Loch im Kader, weil nun Spieler gehen, mit denen wir teilweise geplant haben.“ Für den Trainer gibt es drei große Baustellen: In der Innenverteidigung brauche man Ersatz für Allmeroth. Auf außen werde Marco Dawid noch länger fehlen, Pichinot ist ganz weg. Und im Angriff brauche man eigentlich zwei neue Stürmer. „Das hat Priorität, aber reicht nicht aus. Wir benötigen mindestens einen ebenso breiten Kader wie diese Saison, wenn nicht mehr“, sagt er. Damm hätte gern 22 bis 24 Feldspieler zur Verfügung. (Maximilian Bülau)

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