Am 9. April hat er Geburtstag 

Ex-KSV-Stürmer Reiner Künkel wird 70: Ein Torjäger, der Bankräuber fängt

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Er ging oft dahin, wo`s auch wehtut: Reiner Künkel, hier gegen Torwart Norbert Nigbur beim 1:3 im Juli 1971 gegen Schalke 04. Vorn Klaus Fichtel. 

Kassel – Ein wieselflinker Stürmer und ein treffsicherer Schütze: Das war Reiner Künkel, der vier Jahre lang - von 1970 bis 1974 - für den damaligen Regionalligisten KSV Hessen auf Torejagd ging.

„An Kassel habe ich nur gute Erinnerungen. In dieser Zeit habe ich meine Frau Ursula kennengelernt und sie 1973 geheiratet“, erzählt Reiner Künkel, der heute 70 wird.

Diese Hochzeit war recht ungewöhnlich. „Auf Initiative der KSV-Geschäftsführung haben wir hier in Biedenkopf am Tag vor unserer Eheschließung ein Spiel gegen eine Fußball-Kreisauswahl bestritten, zu dem eine Menge Zuschauer kamen. Klar, dass tags darauf auch alle Löwenspieler bei unserer Hochzeit anwesend waren“, blickt der gebürtige Breidenbacher 47 Jahre zurück.

Seine Profikarriere, die in Kassel so richtig in Schwung kam, führte ihn danach über Darmstadt 98 zum FC Bayern München. Der wurde auf ihn aufmerksam, als ihm im Oktober 1975 mit den Lilien in zwei aufeinanderfolgenden Spielen insgesamt acht Treffer glückten: Zuhause beim 6:2-Sieg gegen Schweinfurt fünf mit einem Hattrick innerhalb von sechs Minuten. Und eine Woche später drei zum 4:1-Erfolg in Reutlingen. So dauerte es nicht lange, bis die Bayern zwei Monate später den „dicken Fisch“ Künkel an der Angel hatten. Für die Bayern schoss er 1977 mit dem 1:0-Siegtreffer im Europapokal-Viertelfinale gegen Dynamo Kiew sein wichtigstes Tor. „Leider haben wir das Rückspiel in der Ukraine 0:2 verloren und sind damit ausgeschieden“, bedauert Künkel noch heute

Die aufregendsten Momente seines Lebens hatte Reiner Künkel allerdings nicht während seiner Fußball-Karriere, sondern in seiner späterten Berufslaufbahn. Lassen wir ihn kurz und knapp seine dramatischsten Minuten aus dem Jahr 1987 erzählen: „Eines Morgens half ich als Bankangestellter der Kassiererin beim Geldzählen. Plötzlich richtete ein Mann mit einem Strumpf überm Kopf seine Pistole auf uns. Ich gab ihm das Geld, woraufhin er wieder Richtung Ausgang lief. Dabei machte er einen entscheidenden Fehler. Er schoss in die Luft, und im Nu war der Raum mit Tränengas gefüllt. Dann kann er ja keine scharfe Munition haben, sagte ich mir. Also verfolgte ich ihn. Nach etwa 250 Metern hatte ich ihn eingeholt und gestellt. Wenig später war auch die alarmierte Polizei gekommen und nahm den Bankräuber fest“.

Von Günter Grabs  

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