Verein will finanzielle Schieflage in den Griff bekommen

Fans erlaufen 18.078 Euro für den KSV Hessen Kassel

Sie drehten ihre Runden: Insgesamt 34 Teilnehmer erliefen mehr als 18 000 Euro für den KSV. Fotos:  privat/nh/Archiv

Kassel. Fußball-Regionalligist KSV Hessen Kassel ist in der Sommerpause - und hat dennoch viel zu tun. Für die Verantwortlichen heißt es, die finanzielle Schieflage in den Griff zu bekommen.

Aus sportlicher Sicht muss der Kader für die kommende Spielzeit zusammengestellt werden. Ein Überblick über den Stand der Dinge.

Die sportliche Planung

Drei gehen, 13 bleiben, bei sechs Spielern ist die Entscheidung noch nicht gefallen - die Verträge laufen im Sommer aus. Da Rolf Sattorovs Verbleib nicht sicher ist, steht der KSV nach dem Abgang von Tobias Damm und dem längerfristigen Ausfall von Sebastian Schmeer derzeit ohne Stürmer da. Auch deswegen sieht Trainer Tobias Cramer die Offensive als ein größte Baustelle.

Daneben schaut sich der Coach vor allem nach einem Innenverteidiger um. Dort hat Henrik Giese eine Lücke hinterlassen. Neben Sattorov laufen auch die Verträge von Nedim Pepic, Yassine Khadraoui, Niklas Künzel, Nicolai Lorenzoni und Tim Welker aus. „Mit einigen Spielern führen wir derzeit Gespräche. Klar ist, dass nicht alle bleiben werden“, sagt Cramer.

Bei Welker gebe es eine Sondersituation: „Tim ist ein Junge aus der Region und studiert hier. Er ist auf einem sehr guten Weg, hat eine Reha jetzt hinter sich und fängt die zweite an. Er wird die Vorbereitung mit uns mitmachen und hat die Chance, sich dort zu beweisen“, sagt der Trainer. Für die kommenden Tage kündigt Cramer Entscheidungen im Bezug auf den Kader an.

Die erfolgreichen Aktionen

Erst Enttäuschung, dann ein voller Erfolg: So lässt sich der Spendenlauf für den KSV beschreiben, den der 19-jährige Fabian Krug ins Leben gerufen hat. Am Sonntag konnten Anhänger auf der Hessenkampfbahn ihre Runden drehen. Vorab mussten sich Teilnehmer Sponsoren besorgen, die dann pro halbe gelaufene Runde einen Betrag spenden.

Krug selbst hatte auf 300 Teilnehmer gehofft, am Ende wurde es nur 34. So weit zur Enttäuschung. Weil diese 34 Läufer aber im Schnitt elf Kilometer zurücklegten, kamen am Ende 18.078 Euro zusammen. Ein wichtiger Beitrag für die Rettung der Kasseler - und eben ein voller Erfolg.

Auch aus Kiel gibt es erfreuliche Nachrichten: Bei den letzten beiden Heimspielen verkaufte Holstein Bratwurst und Bier und sammelte Spenden für den KSV. Dadurch gingen nun 2550 Euro nach Kassel. Zudem fließen 960 Euro von der Förde an die Fulda aus dem Verkauf von „Für KasSel unVerzichtbar“-Shirts.

Die Situation im Klub

Auch dank des Spendenlaufes haben die Rettungsaktionen der KSV-Fans mittlerweile 48.000 Euro erbracht. Das Crowdfunding läuft schleppender. 31.188 Euro sind im Internet bisher zusammengekommen. Das Ziel von 157.913 ist noch entfernt. KSV-Pressesprecherin Alexandra Berge sagt aber: „Wir werden das noch einmal befeuern.“

22 Tage bleiben. Etwas länger dauert es bis zur Jahreshauptversammlung, die am 27. Juni stattfindet. Und klar: Hinter den Kulissen wird bis dahin eifrig gearbeitet - vor allem an einem Weg aus der Finanzkrise. Die Spenden sind angesichts von mindestens zwei Millionen Euro Verbindlichkeiten wichtig, aber eben ein Tropfen auf dem heißen Stein. Derzeit wird offenbar eine detaillierte Übersicht der Finanzen erstellt. Der Gang in die Insolvenz kann wohl nur durch einen massiven Verzicht von Gläubigern vermieden werden. Definitiv wird es Veränderungen im Personal geben - im Vorstand wie im Aufsichtsrat. Nachfolger, einige mit KSV-Erfahrung, stehen bereit. Klar ist aber, sie können nur antreten, wenn finanziell Land in Sicht ist.

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