Der KSV Hessen zeigt beim 0:1 in Offenbach, dass er sich in der Entwicklung befindet

Feilen am gewissen Etwas

Engagiert: Mike Feigenspan (rechts) vom KSV Hessen Kassel setzt sich in dieser Szene gegen den Offenbacher Stefano Maier durch. Foto: Hedler

Offenbach. Wer den Fußball-Regionalligisten KSV Hessen Kassel im November 2014 erklären will, der kann auf Mike Feigenspan verweisen. Der junge Stürmer steht stellvertretend für das, was die Löwen derzeit auszeichnet – und woran es noch mangelt.

Beim 0:1 am Dienstagabend auf dem Bieberer Berg gegen Kickers Offenbach spielte der 19-Jährige erstmals von Beginn an. Er war engagiert. Er kämpfte. Er zeigte, dass er Talent hat und alle Möglichkeiten, sich zu einem überdurchschnittlichen Regionalligaspieler zu entwickeln. Aber am Ende fehlte ihm das gewisse Etwas. Das alles trifft derzeit auf den KSV Hessen insgesamt zu.

Feigenspan hatte in der 77. Minute dieser Partie die große Chance zum Ausgleich. Er lief von der linken Seite allein auf Offenbachs Keeper Daniel Endres zu, nachdem er den Ball sehr geschickt angenommen hatte. „Doch dann war ich zu nah am Torwart dran“, erzählt Feigenspan. Ihm blieb kein Raum mehr, um die Lücke zum Tor zu finden. Die Gelegenheit – sie war dahin.

So blieb es beim 0:1 durch das frühe Gegentor von Martin Röser aus der siebten Minute. So blieb es bei der Niederlage, die einerseits Enttäuschung hervorrief. Andererseits macht das Spiel auch Mut. Die Löwen sind durchaus auf dem richtigen Weg. Sie haben sich nach einer schlechten ersten Halbzeit zusammengerissen und gegen den mittlerweile unangefochtenen Spitzenreiter der Liga so gut mitgehalten, dass ein 1:1 im Bereich des Möglichen war. „Da hat man gesehen, zu was wir in der Lage sind“, befand KSV-Trainer Matthias Mink, der allerdings auch bemerkte: „Wir hatten zu wenige zwingende Aktionen. Der letzte Pass ist nicht angekommen.“

Schwache Außen

Auch das ist typisch für eine Mannschaft, die ihre Erfahrung erst noch sammelt. Sie wird nun auch eher wissen, wie sie sich gegen einen zu Beginn wuchtig auftretenden Tabellenführer verhält. Am Dienstagabend waren vor allem die Außenverteidiger Tim-Philipp Brandner und Ingmar Merle hilflos. Mink vermisste hier das Tempo und den Instinkt, im richtigen Moment nah am Gegner zu sein.

Insofern befindet sich der KSV in einem Lernprozess. Mike Feigenspan könnte dabei eine besondere Rolle zukommen. Er erfüllt zwei wesentliche Kriterien, die den KSV in Zukunft auch ausmachen sollen: Er ist jung, und er kommt aus der Region. Im Sommer wechselte er aus Vellmar zu den Löwen. Am Bus vor der Abfahrt nach Offenbach erfuhr er, dass er vor seinem Startelfdebüt steht. Die Anspannung während der Fahrt wich bald der Vorfreude.

Nach dem Spiel zeigte sich Feigenspan zufrieden mit seiner Leistung. Jetzt hofft er, dass er weitere Einsätze bekommt. Dann weiß er womöglich auch, wie das geht: eine Großchance zu verwerten.

Von Florian Hagemann

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.