Nach dem Saisonende in der Regionalliga Südwest

Fels, Dauerbrenner, Stabilisator: Die Spieler des KSV Hessen in der Einzelkritik

(von links) Adrian Bravo Sanchez, Mahir Saglik und Serkan Durna.
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Starkes KSV-Trio: (von links) Adrian Bravo Sanchez, Mahir Saglik und Serkan Durna trugen maßgeblich zum Erreichen des Klassenerhalts in der Fußball-Regionalliga Südwest bei.

42 Spiele sind absolviert, der KSV Hessen Kassel ist in der Endabrechnung der Fußball-Regionalliga Südwest auf dem zwölften Platz angekommen.

Kassel – Vor der wohlverdienten Sommerpause der Löwen nehmen wir den Saisonabschluss zum Anlass, auf die Leistungen der Spieler zurückzublicken – traditionell in unserer Einzelkritik.

Tor

Maximilian Zunker: 26 von 42 Spielen – also mehr als die Hälfte aller Begegnungen – stand der 27-Jährige im Löwen-Tor. Dass Trainer Tobias Damm ab Ende Februar Nicolas Gröteke den Vorzug gab, lag nicht daran, dass Zunker fehlerhaft agiert hat. Er machte seinen Job solide. Vielmehr sprach wohl das Alter für den Konkurrenten.

Nicolas Gröteke: Mit 20 Jahren hat Gröteke den Konkurrenzkampf im KSV-Tor erst einmal für sich entschieden. Der 2,01 Meter große Schlussmann zeigte mehrfach, welch gute Reflexe er auf der Linie hat. Nicht umsonst sollen sich schon einige Vereine nach ihm erkundigt haben. Entwicklungspotenzial gibt es noch in der Strafraumbeherrschung. Entwickelt sich Gröteke so weiter, wird er einer der besten Regionalliga-Torhüter.

Abwehr

Alexander Mißbach: Der 27-Jährige wurde häufig nur eingewechselt oder kam dann zum Zug, wenn ein Stammspieler verletzt fehlte. Eine Klausel im Vertrag soll mehr Spiele verhindert haben, heißt es, weil dieser sich dann automatisch verlängert hätte. Machte seine Sache meist ordentlich, wurde aber nie zu der Verstärkung, die er nach seinem Wechsel zu den Löwen werden sollte.

Kevin Nennhuber: Abwehrchef und Fels in der Brandung. Überzeugte nicht nur durch sein starkes Stellungsspiel, sondern verstand sich auch bestens in der Spieleröffnung.

Tim-Philipp Brandner: Nur 19 Partien konnte er absolvieren, dann stoppte ihn erneut eine Fußverletzung. Bis dahin war der Linksverteidiger aber wieder einmal eine Bank – nicht nur, was den Kampfgeist anging.

Ingmar Merle: Einmal Torschütze des Monats, ein weiteres Mal nominiert – neben seiner Schlitzohrigkeit überzeugte Inge vor allem durch seine Zweikampfhärte. Er warf sich in jedes Duell und holte sich zuletzt noch ein blaues Auge.

Nael Najjar: Egal, ob linker oder rechter Verteidiger, als schneller Antreiber auf der Außenbahn nicht wegzudenken. Mit sechs Torvorlagen auch einer der fleißigsten Vorbereiter.

Robin Urban: Sein Abgang ist ein schwerer Verlust. Musste durch die Unterbrechung lange auf sein Debüt warten, kam dann aber immer besser in Form und bildete ein starkes Duo mit Nennhuber.

Luis Allmeroth: Konnte sich für den zweiten Platz in der Innenverteidigung nicht empfehlen. Hatte erst Sergej Evljuskin vor der Nase und später dann Robin Urban.

Leonardo Zornio: Könnte einer der nächsten jungen Wilden werden, der den Sprung in die erste Mannschaft schafft. Deutete zumindest in sechs Spielen sein Talent schon einmal an.

Mittelfeld

Adrian Bravo Sanchez: Genau wie Lukas Iksal 40 Spiele absolviert, aber mit dem Top-Wert von 3708 Minuten fast doppelt so lang auf dem Platz. Der Dauerbrenner überzeugte als genialer Ballverteiler.

Marco Dawid: Wertvoll durch sein Tempo. Mit ein bisschen mehr Kaltschnäuzigkeit vor dem Tor wäre Dawid eine noch gefährlichere Waffe. Fehlte lange wegen eines Kreuzbandrisses – und das war auch zu spüren.

Frederic Brill: Seine Wichtigkeit als Stabilisator vor der Abwehr merkt man meist, wenn er nicht mitwirken kann. Mit nur sieben Verwarnungen kam er um eine zweite Sperre herum, handelte sich zuletzt aber noch eine zweifelhafte Gelb-Rote Karte ein.

Brian Schwechel: Saß vor allem in der zweiten Saisonhälfte überwiegend auf der Bank und hatte im defensiven Mittelfeld zu starke Konkurrenz. Könnte aber demnächst in der Abwehrkette wieder eine Rolle spielen.

Alban Meha: Nicht so torgefährlich wie in der Hessenliga-Saison, häufig mit Pech im Abschluss. Seine Ballbehandlung bleibt aber eine Augenweide. Ab und zu mit schwankenden Leistungen, in Bestform aber auch mit 35 immer noch richtig gut.

Serkan Durna: Mit gerade einmal 20 Jahren hat er einen Riesensprung gemacht. Die komplette Hinrunde fehlte Durna wegen einer Meniskusverletzung, drehte dann aber im rechten Mittelfeld so richtig auf.

Aram Kahraman: Deutete in 17 Einsätzen an, was er kann. Ein Spieler, der über die Emotionen kommt. Zweikampfstark, bissig, griffig.

Sergej Evljuskin: Als Siggi den KSV Ende Januar aus beruflichen Gründen verließ, hatte er in der Saison 20/21 zwölf Spiele absolviert. Immer verlässlich, immer voll dabei. Er fehlt. Und wird noch fehlen.

Sturm

Jon Mogge: Mit nur drei Saisontoren blieb er hinter den Erwartungen zurück, auch wenn er zehn Spiele verletzungsbedingt fehlte. Zwei Platzverweise sind mindestens einer zu viel. Nils Pichinot: Von ihm hatte man sich mehr versprochen. Drei Tore, vier Vorlagen in 36 Spielen? Das ist für den 31-Jährigen, der in der Nordost-Staffel immer an der Zehn-Tore-Marke kratzte zu wenig. Legte den Fokus auf seinen beruflichen Werdegang. Das war auf dem Feld zu sehen.

Sebastian Schmeer: Vier Tore wurden es in Schmeers KSV-Abschiedssaison. Wäre er immer fit gewesen, wären es sicher ein paar mehr gewesen. Ein Spieler, der durch seine unkonventionelle Spielweise schwer auszurechnen ist.

Mahir Saglik: Mit 17 Treffern der Toptorjäger der Löwen. Der 38-Jährige kommt nicht übers Tempo, das ist klar. Aber er weiß genau, wo er stehen muss, traf sogar per Kopf und ist verlässlich vom Elfmeterpunkt. Ihn gilt es zu ersetzen. Was nicht einfach wird. Denn auch von der Einstellung her, war Saglik immer voll dabei. Einer, von dem die jungen Spieler viel lernen konnten.

Lukas Iksal: 17-mal rein, 21-mal raus – er ist der Ein- und Auswechselkönig bei den Löwen. Nicht nur mit seiner Schnelligkeit hat er längst Regionalliga-Niveau erreicht und garnierte eine starke Saison mit acht Toren.

Marcel Fischer: Elf Einsätze, kein Tor. Der 20-Jährige wartet noch auf seinen Durchbruch in der ersten Mannschaft. Dafür muss er sich auf jeden Fall verbessern.

Und sonst? Die Torhüter Jonas Labonte und Niklas Neumann standen zwar im Kader, wurden aber nicht eingesetzt. Niklas Hartmann bekam sein Abschiedsspiel im Auestadion. Auch Pascal Maiwald, Jan-Erik Leinhos und Moritz Flotho brachten es nur auf wenige Minuten Spielzeit. (Maximilian Bülau und Torsten Kohlhaase)

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