Früherer Linksaußen des KSV Hessen: Flügelflitzer Martin wird 70

Ernst Martin Foto: privat/nh

Kassel. 45 Jahre lang drehte sich sein Leben um das runde Leder. Jetzt hat Ernst Martin mit dem Fußball nichts mehr am Hut. Seine sportliche Liebe gehört dem Fahrrad. Tagaus, tagein steigt der ehemalige Flügelflitzer des KSV Hessen, der heute 70 Jahre alt wird, in die Pedalen.

„Ich sitze schon morgens im Sattel, düse zu meinem Kumpel in die Eisdiele, um dort Kaffee zu trinken“, erzählt der Jubilar von seinem Frühsport, den er anschließend auf viele Kilometer Radfahren ausdehnt.

Die Eisdiele befindet sich in Bad Wildungen, wo Ernst Martin geboren wurde, mit dem Fußballspielen begann und wo er auch heute noch mit seiner Frau Marianne wohnt. Seinen Geburtstag feiert er jedoch weit weg von der Badestadt - in Neumarkt in der Oberpfalz. „Dort verbringe ich mit meiner Frau, meinem Sohn Christian und mit meiner Stiefmutter, die in Nürnberg lebt, einige Tage bei einem Freund in dessen Hotel.“

Ernst Martin war 1965 vom VfL Bad Wildungen zum KSV Hessen gekommen. Schon recht bald spielte er sich durch seine rasanten Läufe auf Linksaußen in die Herzen der Löwen-Fans. In erster Linie lieferte er die Vorlagen für seine Stürmer-Kollegen. Doch in der zweiten Runde des DFB-Pokals 1973/74 erzielte er beim 2:3 gegen Eintracht Frankfurt, den späteren Cup-Sieger (3:1 nach Verlängerung gegen den Hamburger SV), beide Treffer.

Nach dem Abstieg des KSV in die Amateurliga (1974) wechselte Martin zum Zweitligisten SV Waldhof, bei dem er unter Trainer Fips Rohr zum Beispiel mit den späteren Nationalspielern Bernd und Karl-Heinz Förster sowie mit Sebert und Steiner auf Punktejagd ging. Dank seiner starken Leistungen erhielt er sogar vom VfB Stuttgart ein Angebot, das er jedoch ausschlug. „Ich war damals schon 30 und Beamter und habe mich auf meinen Beruf als Postbetriebs-Assistent konzentriert“, begründete Martin seine Absage an die Schwaben.

Heute schaut sich Martin gelegentlich Spiele des KSV an. „Leider ist dort, im Gegensatz zu früher, ein Kommen und Gehen an der Tagesordnung. Kaum hat man mal Spieler kennengelernt, sind sie auch schon wieder weg“, bedauert Martin die häufige Fluktuation im Auestadion.

Von Günter Grabs

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