Heute in Ginsheim 

Frederic Brill beim KSV Hessen: Jetzt der Chef in der Abwehr

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Redebedarf: KSV-Kapitän Frederic Brill (Mitte) diskutiert mit Sergej Evljuskin (rechts) und Alban Meha. 

Problem erkannt. Gefahr auch gebannt? Zumindest hat der KSV Hessen Kassel am Samstag im Derby gegen Baunatal eine Lösung gefunden, den Schwächen in der Defensive entgegenzuwirken.

Kassel –  Zum ersten Mal in dieser Hessenliga-Saison kassierten die Löwen kein Gegentor. „Und wir haben im Grunde keine Chance zugelassen“, ergänzt Frederic Brill. Der KSV-Kapitän spielte im Lösungsansatz von Trainer Dietmar Hirsch eine entscheidende Rolle – Brill rückte in die Abwehrreihe.

Sehr wahrscheinlich, dass die Löwen am Sonntag beim VfB Ginsheim (15.45 Uhr) erneut auf eine Art Fünferkette setzen. Wobei Hirsch lieber von einer Dreierkette spricht. Unabhängig von taktischen Spitzfindigkeiten geht es dabei darum, dass Brill hinter den beiden Innenverteidigern absichern und für Stabilität sorgen soll. Für den Kapitän ändert sich nicht allzu viel. Er habe sich immer als Chef der Defensive gesehen, sagt er: „Vorher war ich der Sechser vor und nun halt hinter der Abwehr.“ Die Bezeichnung Ausputzer führt aber etwas zu weit.

Mit der neuen Position kann Brill gut leben. Natürlich spiele er lieber im Mittelfeld. Aber für die Mannschaft sei die Umstellung der richtige Schritt, sagt der 27 Jahre alte Fußballer: „Je mehr Sicherheit wir in der Abwehr bekommen, desto größer wird das Selbstvertrauen.“ Im Angriff würden sich ohnehin immer Möglichkeiten ergeben, sagt der KSV-Trainer. Er habe mit den Innenverteidigern gesprochen, „und die fühlen sich wohl mit der neuen Aufteilung“. So könnten individuelle Fehler repariert werden.

Und die dürfte der kommende Gegner provozieren. Der Tabellenvierte aus Ginsheim attackiert früh und aggressiv. Mit bislang 25 erzielten Treffern bilden die Südhessen die Torfabrik der Liga. Aber: 18 Gegentreffer deuten daraufhin, dass es in der eigenen Hälfte ebenfalls eine kleine Problemzone gibt. „Wir haben mehrere Alternativen“, sagt Hirsch. Mit welcher Variante er die Ginsheimer überraschen will, lässt der KSV-Trainer noch offen.

Für ihn und seinen Kapitän stehen jedenfalls fest, dass die defensivere Ausrichtung nicht als Dauerlösung zu sehen ist. Der Fokus läge zwar aktuell auf der Abwehr, sagt Hirsch: „Aber grundsätzlich bin ich kein Freund davon. In unserer Lage steht nun mal im Vordergrund, den Laden dicht zu bekommen.“ Zuletzt in Baunatal habe es ja gut funktioniert. Ungeachtet dessen seien die Offensivspieler nicht ganz so zufrieden mit der neuen Taktik.

Aber solange sie zum Erfolg führt. Was den Chef hinter der Abwehr überdies freut: „Im Derby sind wir mal wieder als Mannschaft aufgetreten. Fehler des einen wurden von einem anderen ausgebügelt. Das hat davor vielleicht gefehlt.“ Brill sieht die taktische Umstellung als eine Art Neustart. Alles auf Null. Den bisherigen Saisonverlauf als verkorkst zu bezeichnen, hält er aber für übertrieben. Mit der Punkte-Ausbeute seien sie nicht zufrieden. Ganz klar. Dennoch befänden sie sich in Reichweite zu den Aufstiegsplätzen.

Auf die Frage, ob die Partie in Ginsheim richtungsweisend sei, winkt Brill ab: „Ich bin jetzt mehr als drei Jahre beim KSV. Und gefühlt jede zweite Woche wurde von einem Schicksalspiel gesprochen.“ Für den Kapitän ist es vor allem wichtig, dass die Abwehr erneut sicher steht.

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