3:2 bei internem KSV-Test

Frostige Stimmung im Südwesten: Sechs Teams klagen gegen Fortsetzung der Regionalliga-Saison

Tim Brandner schießt, Marco Dawid schaut auf den Ball. Im Hintergrund Nael Najjar.
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Szene aus einem internen Testspiels: (links) Tim Brandner schießt, Marco Dawid schaut auf den Ball. Im Hintergrund Nael Najjar.

Weil die Fußball-Regionalliga-Südwest am kommenden Wochenende fortgesetzt werden soll, hat der KSV Hessen Kassel am Samstag mangels eines externen Gegners ein internes Testspiel ausgetragen.

Kassel –Doch nun wackelt dieser Neustart des Spielbetriebs wieder – sechs Klubs angeführt vom TSV Steinbach haben Klage gegen die Planung der Liga eingereicht. Das Ergebnis ist offen.

Die Klage

Klagen wollten ja schon einige in diesem Jahr. Zunächst erwägten die Löwen juristische Schritte, wäre ihnen der Aufstieg per Quotientenregel verwehrt geblieben. Als die Liga dann Anfang November aufgrund der Corona-Pandemie unterbrochen werden musste, da wollte Kickers Offenbach vor Gericht ziehen. Der KSV musste schließlich keine Richter bemühen, Offenbach ließ es bleiben.

Einem Sextett angeführt vom TSV Steinbach ist es nun aber ernst. Am Freitag haben sechs Klubs – neben Steinbach sind das noch der FC Gießen, Eintracht Stadtallendorf, Schott Mainz, der Bahlinger SC und Astoria Walldorf – eine einstweilige Verfügung beim Landgericht Mannheim eingereicht. Der Grund? Der Neustart der Regionalliga Südwest am kommenden Wochenende. Es geht ihnen um die Frage der Zumutbarkeit.

Für den Hintergrund: Anfang November musste die Saison unterbrochen werden, da das Bundesland Rheinland-Pfalz der vierten Liga keinen Profistatus zugesprochen hatte. Für vier Klubs – Schott Mainz, Pirmasens, Mainz II und Koblenz – war es so nicht möglich, zu trainieren und zu spielen. Nun hat Rheinland-Pfalz aber die Freigabe erteilt – und Anfang der vergangenen Woche teilte die Ligenleitung dann mit, dass im Dezember noch drei Spieltage stattfinden sollen sowie ein Nachholtermin zur Verfügung steht, sollte eine Partie nicht stattfinden können. Zudem soll die Winterpause nun bereits am 8. Januar enden. Alle Spieler und Beteiligten müssen vor einem Spiel nun einen Corona-Schnelltest vornehmen.

Die sechs Klubs, die nun gegen die Fortsetzung vorgehen, berufen sich auf Paragraf vier der Spielordnung, die Zumutbarkeit soll gerichtlich geprüft werden. Wegen der kurzen Zeitspanne bis zur möglichen ersten Partie am Freitag wird es ein Eilverfahren geben.

In der Begründung des TSV Steinbach heißt es, eine Fortsetzung sei angesichts der weiter angespannten Lage das komplett falsche Zeichen. Spieler, Mitarbeiter und Helfer würden weiteren Gefahren ausgesetzt. Steinbachs Vorstandssprecher Roland Kring sagte dem Kicker, dass alle 22 Mannschaften spielen wollen würden. Die aktuellen Umstände und auch die Transparenz seitens der Liga, mit der die Fortführung des Spielbetriebs präsentiert wurde, seien fragwürdig. Aber: Sollte das Gericht urteilen, dass gespielt werden kann, dann würde natürlich auch gespielt. Es gehe nicht um eine Spaltung der Liga, sondern um eine rational, juristische Klärung der Sache.

Der Test

KSV-Trainer Tobias Damm wollte sich zu der Klage nicht groß äußern, sagte nur: „Ich gehe davon aus, dass sich die Liga abgesichert hat. Jeder darf seine Meinung vertreten.“ Die Löwen testeten am Samstag intern auf Kunstrasen über zweimal 45 Minuten. Damm dazu: „Es war ein guter Test. Ich gehe davon aus, dass der eine oder andere die Minuten spüren wird.“ (Maximilian Bülau)

KSV 1 - KSV 2 3:2

Mannschaft 1: Hartmann - Mißbach, Merle, Urban, Brandner - Schwechel - Flotho (46. Leinhos), Karaman, Evljuskin, Mogge - Fischer

Mannschaft 2: Zunker - Najjar, Allmeroth, Nennhuber, Zornio - Brill - Dawid, Meha, Bravo Sanchez, Iksal - Saglik

Torfolge: 1:0, 2:0, 2:1, 3:1, 3:2

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