Ausrufezeichen im Aufstiegsrennen

Fünf Gründe für den 8:0-Erfolg des KSV Hessen in Hadamar 

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Glückliche Gesichter: Alban Meha (links) und Lukas Iksal. 

Hadamar – Es war in gewisser Weise passend, dass dem KSV Hessen Kassel dieser Erfolg in der Fußball-Hessenliga am 29. Februar gelang.

Einem Tag, den es nur alle vier Jahre gibt. Die Löwen lieferten beim 8:0 (4:0)-Sieg in Hadamar ein Spiel, dass ihnen vielleicht auch nur alle vier Jahre in dieser Form gelingt. Dennoch war das Ergebnis kein Zufall. Fünf Gründe:

1. Weil sich die Mannschaft als Einheit präsentiert: Es war deutlich zu erkennen, dass die einzelnen Spieler auch als Mannschaft weiter zusammengewachsen sind. Sie haben sich geholfen, Lücken zugelaufen, sich angefeuert und waren positiv. Dass diese Einstellung durch den Spielverlauf nicht verloren gegangen ist, versteht sich von selbst.

2. Weil eine Spielidee zu erkennen ist: Seit Tobias Damm den KSV als Trainer übernommen hat, wird ein anderer Fußball gespielt. Und die Idee ist klar erkennbar. Damm erklärt sie so: „Schnell über außen, in die Schnittstellen spielen, nach Ballverlusten ins Gegenpressing.“ Das Gegenpressing funktionierte, weil das Team es zusammen anging.

Und bei den Treffern zum 2:0 und 4:0 durch Adrian Bravo Sanchez sah es so aus: Mahir Saglik lässt sich fallen, bekommt den Ball, lässt ihn nach außen klatschen, ein Pass in die Tiefe über die schnellen Außen – und vor dem Tor wird quergelegt. Schöner Fußball. Die Löwen befreiten sich spielerisch, lange Bälle wurden kaum geschlagen – was bei dem starken Wind auf dem Kunstrasenplatz in Hadamar auch eine Lotterie gewesen wäre.

3. Weil es überragende Einzelkönner gibt: Damit sind vor allem Alban Meha und Ingmar Merle gemeint, die einmal mehr ihre überragende Schusstechnik unter Beweis stellen. Das 3:0 und 7:0 waren direkte Freistoßtreffer, erst Meha, dann Merle. „An so einem Tag passt es dann einfach“, sagte Damm. Wie die beiden diese Standards versenken, ist aber ebenfalls kein Zufall, sondern großes Können. Und diese Qualität macht die Löwen extrem gefährlich. Fouls 20 Meter vor dem Tor muss der Gegner vermeiden.

4. Weil nicht nachgelassen wurde: Bemerkenswert war vor allem die zweite Hälfte. Mit einer 4:0-Führung im Rücken hörten die Löwen dennoch nicht auf zu spielen, schraubten das Ergebnis weiter in die Höhe, waren gierig. Der erste Treffer einer Halbzeit fiel jeweils zu einem guten Zeitpunkt. Saglik eröffnete in Durchgang eins (9.) und zwei (47.) den Torreigen.

„Wir haben es souverän und respektvoll zu Ende gespielt. Das haben wir in der Halbzeit auch extra noch einmal besprochen. Nicht mit Hacke und Spitze“, sagte Kapitän Frederic Brill. „Ich bin stolz auf alle.“ Nachdem Meha und Merle das sechste und siebte Tor erzielt hatten, legte der eingewechselte Sebastian Schmeer noch das achte nach. Und das war dann doch ein bisschen mit der Spitze: ein Chipball über den Torhüter. Einfach spitze.

5. Weil Unterstützung dabei ist: Sie kamen in Bademänteln und verließen den Platz mit Purzelbäumen. Die Fans des KSV Hessen. 200 waren mit nach Hadamar gekommen und unterstützten die Mannschaft lautstark. Teilweise eben in Bademänteln, weil die Auswärts- zu einer Mottofahrt wurde. Brill sagte noch: „Sie haben schon einen neuen Aufstiegssong.“ Die Löwen haben auf jeden Fall ein Ausrufezeichen im Aufstiegskampf gesetzt.

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