Fünf Stunden ohne Gegentor

KSV Hessen will in Ulm zum vierten Mal in Folge die Null halten

Der Kapitän und sein Torhüter: Frederic Brill (links) klatscht vor der Partie in Elversberg mit Nicolas Gröteke ab.
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Der Kapitän und sein Torhüter: Frederic Brill (links) klatscht vor der Partie in Elversberg mit Nicolas Gröteke ab.

Dreimal in Folge blieb der KSV Hessen zuletzt ohne Gegentor. Auch in Ulm wollen sich die Löwen am Sonntag beweisen. Dann kommt es auch wieder auf Torwart Nicolas Gröteke an.

Kassel – In der gesamten vergangenen Saison – die 42 Spiele lang war – blieb Fußball-Regionalligist KSV Hessen Kassel viermal ohne Gegentor. Am ersten Spieltag bei der Reserve des VfB Stuttgart (2:0), zweimal gegen Alzenau (3:0 und 1:0) sowie beim 0:0 gegen den späteren Aufsteiger Freiburg II. In der aktuellen Spielzeit ist es den Löwen bereits dreimal gelungen, hinten die Null zu halten – nach sieben Partien.

Zuletzt hielt der 20 Jahre alte Torhüter Nicolas Gröteke sogar dreimal in Folge seinen Kasten sauber und steht mittlerweile bei 301 Minuten ohne Gegentor. Klar, dass sich die Löwen freuen würden, wenn diese Serie am Sonntag in Ulm (ab 14 Uhr) nicht endet.

Einen Anteil an der derzeitigen Defensivstärke hat Gröteke selbst freilich auch. Doch trotz mittlerweile fünf Stunden, in denen der 20-Jährige nicht einmal den Ball hinter sich aus dem Netz fischen musste, zeigt er sich selbstkritisch: „Meine Form ist durchwachsen. Mal gut, mal gibt es Kleinigkeiten, die mich persönlich nerven“, sagt er. „Aber die Mannschaft verzeiht einem auch mal einen Fehler. Das war in der vergangenen Saison noch etwas schwieriger für mich“, fügt er an.

Ende Februar hatte Gröteke Maximilian Zunker als Stammtorhüter des KSV abgelöst, das Vertrauen von Trainer Tobias Damm bekommen. „Er weiß, dass ich noch jung bin und Fehler passieren. Das sagt er mir auch. Persönlich ist das natürlich gut für mich, wenn man so das Vertrauen ausgesprochen bekommt und nach dem ersten Fehler nicht gleich weg ist“, sagt der 20-Jährige.

Man merkt Gröteke an, dass er keiner von denen ist, die jeden Rückschlag einfach so wegstecken. Er macht sich Gedanken, reflektiert. Die Partie in Großaspach in dieser Saison hängt ihm immer noch ein bisschen nach. Beim 1:4 am 21. August hatte er einen heranstürmenden Gegenspieler angeschossen, dem der Ball dann vor die Füße gesprungen war. Die Folge: das 0.1. „Da war ich schon ziemlich down, das war ein kompletter Blackout. Ich hatte zu viele Gedanken im Kopf, und das ist dabei herausgekommen. Aber damit muss man klarkommen. Fehler werden noch öfter passieren“, sagt er.

Mit dem neuen Innenverteidiger-Duo Hendrik Starostzik/Maurice Springfeld hat er sich jedenfalls schon gut abgestimmt. „Wir verstehen uns, ich bin sehr zufrieden“, sagt Gröteke. Aber er ordnet die drei Partien ohne Gegentreffer zuletzt auch ein: „Auf dem Papier sieht das gut aus. Aber es gibt immer Dinge, die mich stören. Daran arbeite ich mit unserem Torwarttrainer Michael Gibhardt.“ Den kenne er schon seit mindestens zehn Jahren, hat schon im Stützpunkt unter ihm trainiert, sagt er. „Die Strafraumbeherrschung ist sicher etwas, das ich noch verbessern kann“, findet der 20-Jährige. Aber: „Auf der Linie ist es soweit ganz gut“, fügt Gröteke an.

Dass es auf der Linie auch mehr als „soweit ganz gut“ ist, zeigte Gröteke zuletzt auswärts gegen die SV Elversberg, wo er maßgeblichen Anteil daran hatte, dass die Löwen beim 0:0 einen Punkt mitnahmen. Und somit sorgte er selbst auch dafür, dass seine Serie überhaupt noch am Leben ist. 301 Minuten ohne Gegentor. „Zu Null zu spielen ist für mich so, wie für einen Stürmer ein Tor zu schießen“, sagt Gröteke. Dieses Gefühl soll auch gegen Ulm am Ende da sein.

Von Maximilian Bülau

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