Stadt- und Klubvergleich

KSV Hessen gegen Kickers Offenbach: Für einen wird es heute regnen

Modell von einem Wetterradar in Offenbach.
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So zu finden im Wetterpark in Offenbach: Ein Modell von einem Wetterradar und unten montierter Wetterkarte von Deutschland. Dieses Bild entstand am 30. Juni 2021.

Wenn heute ab 18.30 Uhr der KSV Hessen die Kickers aus Offenbach zum Derby in der Fußball-Regionalliga Südwest empfängt, dann ist es auch das Duell zwischen der documenta-Stadt auf der einen und der Wetter-Stadt auf der anderen Seite.

Kassel – Wir vergleichen beide Kontrahenten in verschiedenen Kategorien.

Die Zahlen

Kassel: Mit etwas mehr als 200 000 Einwohnern liegt Kassel im hessenweiten Vergleich auf Rang drei der größten Städte – vor Darmstadt und hinter Wiesbaden sowie Frankfurt. Erste Erwähnungen von Kassel finden sich in Urkunden aus dem Jahr 913. Hoch hinaus geht es in Hessens größtem Planetarium, das in der Orangerie beheimatet ist. Offenbach: Mit gut 130 000 Einwohnern ist es Hessens fünftgrößte Stadt, die nach der fränkischen Reichsteilung von 561 gegründet wurde. Der Deutsche Wetterdienst hat hier seinen Sitz und gibt neben 90 000  Vorhersagen auch 30 000 Wetter- und Unwetterwarnungen pro Jahr heraus. Die Deutsche Meteorologische Bibliothek ist eine der größten Fachbibliotheken weltweit. Insgesamt 1600 denkmalgeschützte Bauwerke zieren das Stadtbild.

Die Superlative

Kassel: Das Ottoneum, das zwischen 1603 und 1606 von Landgraf Moritz errichtet wurde, war der erste feststehende Theaterbau Europas. Mit der documenta, die im kommenden Jahr wieder stattfindet, ist die weltweit bedeutendste Ausstellung zeitgenössischer Kunst in Kassel zuhause. Offenbach: Im Dreieich-Park sind die ältesten deutschen Betonbauten vorhanden, die 2006 renoviert wurden. Von den 103 kreisfreien Städten in Deutschland liegt Offenbach unter den Top zehn, was die Pro-Kopf-Verschuldung angeht. Kulinarisch weltberühmt ist die einst hugenottisch geprägte Industriestadt seit dem 18. Jahrhundert für seine Pfeffernüsse, die bereits Johann Wolfgang von Goethe schmeckten.

Die größten Namen

Kassel: Hier alle berühmten Kasseler aufzuführen, würde den Rahmen wortwörtlich sprengen. Die Gebrüder Grimm verbrachten einen Großteil ihres Lebens in Nordhessen. Adolf Freiherr von Knigge (1752) verfasste nicht nur die Benimmregeln, sondern war auch einige Jahre Hofjunker in Kassel, und mit Philipp Heinrich Scheidemann (1865) rief ein Kasseler 1918 die Republik aus. Zu den aktuelleren Namen zählen Schauspielerin Ulrike Folkerts (1961) sowie die Musiker von Milky Chance. Offenbach: Die Liste berühmter Offenbacher ist lang. Smudo von den Fanta Vier wurde hier 1968 geboren, auch Komiker Olli Dittrich (1956), die Fußballer Dieter Müller und Jimmy Hartwig (beide 1954) sowie der hessische Wirtschaftsminister und Grünen-Politiker Tarek Al-Wazir (1971) haben am Main das Licht der Welt erblickt.

Der Sport

Kassel: Die ganz großen Erfolge fehlen (noch). Neben einigen Aufstiegen stehen zwei Hessenpokalsiege und der Einzug ins DFB-Pokal-Viertelfinale 1991 in der Bilanz. Fußballerisch ist der KSV das Aushängeschild in Nordhessen. Zu den bekanntesten Vereinen der Stadt zählen zudem Eishockey-Zweitligist Kassel Huskies und die Bundesliga-Handballer der MT Melsungen, die ihre Heimspiele in der Kasseler Rothenbach-Halle austragen. Offenbach: 1950 und 1959 Deutscher Vizemeister, 1970 DFB-Pokalsieger – die Kickers sind das Aushängeschild in Offenbach, auch wenn sie maßgeblich in den Bundesliga-Skandal Anfang der 1970er-Jahre verwickelt waren. Aber es gibt nicht nur Fußball. Der Fechtclub Offenbach von 1863 ist der zweitälteste Fechtclub Deutschlands, zudem hat der Hessische Tennisverband hier seinen Sitz. Bekanntester Athlet des Ersten Offenbacher Schwimmclubs ist übrigens ein gewisser Michael Groß, der 21 Titel bei Olympischen Spielen, Welt- und Europameisterschaften gewann.

Liveticker

Vom Heimspiel des KSV Hessen gegen Kickers Offenbach bieten wir einen Liveticker an. Diesen betreut Marie Klement ab 18.15 Uhr. Sie finden ihn auf www.hna.de.

Fakten zum Spiel

Ein Sieg trennt beide Teams

Zum insgesamt 34. Mal trifft Fußball-Regionalligist KSV Hessen Kassel heute ab 18.30 Uhr in einem Pflichtspiel auf den hessischen Rivalen Kickers Offenbach. Fakten zum Spiel:

Die Bilanz: Vor der vergangenen Saison lagen die Löwen noch vorn, nun haben die Offenbacher die etwas bessere Bilanz. Zwölf Mal gewann der KSV, 13 Mal die Südhessen. Dazu kommen acht Remis. Auch das Torverhältnis spricht mit 42:51 für die Kickers. In der vergangenen Saison kassierten die Löwen ein 1:5 in Offenbach und ein 0:4 im Auestadion.

Die Personallage: Auch die spricht derzeit eher für die Offenbacher. Beim heutigen KSV-Gegner fehlen mit Linksverteidiger Ronny Marcos (Bänderriss im Sprunggelenk) und Mittelfeldspieler Florent Bojaj (Hüftprellung) zwar zwei wichtige Akteure, die auch in der vergangenen Saison starke Leistungen gegen die Löwen zeigten. Aber es fehlen eben nur diese beiden.

Ganz anders sieht das beim KSV aus. Langzeitverletzt sind Tim Brandner, Kevin Nennhuber, Marco Dawid, Steven Rakk, Alexander Mißbach und Leonardo Zornio. Zudem wird auch Serkan Durna mit einer Grippe ausfallen, Brian Schwechel ist fraglich. Nils Stendera und Paul Stegmann sind erst wieder ins Training eingestiegen. Hendrik Starostzik, der in Elversberg vorsichtshalber mit muskulären Problemen pausierte, will es heute zumindest probieren.

Die Form: Nur zwei Punkte trennen beide Teams in der Tabelle – die Offenbacher haben aber auch noch ein Spiel weniger ausgetragen. Die Ansprüche liegen weit auseinander. Die Löwen wollen bestenfalls einen guten Mittelfeldplatz erreichen, die Kickers mal wieder den Aufstieg in Liga drei. Der Kader der Offenbacher ist leicht verändert im Vergleich zur Vorsaison. Die namhaftesten Abgänge sind die von Marcel Sobotta, Marco Fritscher und Charles Elie Laprevotte. Neuzugang Dejan Bozic steht bereits bei vier Saisontoren. (Maximilian Bülau und Torsten Kohlhaase)

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