Aufstiegsspiel in Kiel

KSV gegen Kiel: Nach dem 0:2 muss ein Wunder her

KSV gegen Kiel: Nach dem 0:2 muss ein Wunder her

Kiel. Der Weg zum Traumziel Drittliga-Aufstieg wird für die Löwen ganz, ganz steinig. Fußball-Regionalligist KSV Hessen Kassel verlor das erste Duell der Aufstiegsspiele bei Holstein Kiel mit 0:2 (0:1).

Beim zweiten Aufeinandertreffen im heimischen Auestadion am Sonntag (14 Uhr) muss die Mannschaft von Trainer Uwe Wolf nun schon ein kleines Wunder schaffen. Was umso schwerer scheint, da der Nordmeister dem KSV in fast allen Belangen deutlich überlegen war, der Sieg sogar noch höher hätte ausfallen können.

Sie standen von Beginn an unter Dauerdruck, die Löwen. Kiel war schneller, Kiel war wendiger, Kiel war gefährlicher.

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Schon in der dritten Minute verhinderte Nico Hammann auf der Torlinie nach dem Schuss von Marcel Schied den frühen Rückstand. Vor allem über die Flügel, wo Tim Siedschlag und Fabian Wetter häufig für ihre Gegenspieler nicht zu halten waren, kam Holstein ein ums andere Mal stürmisch nach vorn.

Und in der Mitte, da gab es Torjäger Schied, der immer wieder gefährlich vor dem Gehäuse von Carsten Nulle auftauchte. So in der 12. Minute, als er nach Siedschlags Flanke freistehend über das Tor köpfte. Oder in der 25., als Schied erneut köpfte, Fiete Sykora im Nachschuss sogar traf, der Linienrichter aber zuvor Abseits gewunken hatte.

Wenig später war es trotzdem soweit, brachte die drückende Überlegenheit der Gastgeber auch das 1:0: Bei einem Kieler Konter lief Sykora auf Matthias Rahn zu, Kassels Innenverteidiger rutschte aus, Sykora war durch und ließ Nulle keine Abwehrchance.

Böser Blick: Trainer Uwe Wolf

In der 31. Minute war das die Führung. Und natürlich, sie war verdient, hätte bis zur Pause bei weiteren Möglichkeiten durch Siedschlag (39.) und Sykora (43.) sogar noch höher ausfallen können. Die Löwen, mit dem doch von seiner Wadenverletzung genesenen Christian Henel in der Spitze, fanden in der Offensive kaum statt. Fast immer gingen die Bälle bereits im Spielaufbau verloren.

Einzige gute Szene war so ein Freistoß von Bobo Mayer, der Kiels Torhüter Niklas Jakusch einige Mühe bereitete. Das Schlimme nach dem Wechsel: Es wurde erstens nicht besser. Und zweitens ließ das nächste Gegentor nicht mehr lange auf sich warten. Nach einer Ecke wehrte die Kasseler Abwehr zwar ab, doch der Ball landete direkt bei Siedschlag. Dessen Hereingabe verwertet Fabian Wetter aus kurzer Distanz zum 2:0 (51.).

Es musste einem nun angst und bange werden um die Löwen, die stets einen Schritt langsamer waren, Zweikampf um Zweikampf verloren und nach vorn einfach keine Entlastung schafften. Zum Glück war Carsten Nulle neben Stefan Müller und Ricky Pinheiro der stärkste Löwe an diesem Abend.

Erneut gegen Schied verhinderte der Torhüter mit seiner nächsten Großtat (67.) das dritte Gegentor. Erst nach dieser Chance gelang es den Gästen nach und nach, sich etwas zu befreien, langsam auf Augenhöhe mit den Kielern zu kommen.

Was ihnen nicht gelang: eine echte Torchance herauszuspielen. Allein ein Freistoß von Nico Hammann (74.) ließ die 1000 KSV-Fans auf eine Erfolgserlebnis hoffen. Jakusch aber boxte den Ball noch zur Ecke. Immerhin: Einen dritten Treffer kassierte Kassel nicht mehr.

Der hätte wohl schon alle Träume der Löwen beendet. Ein 0:2 aber ist mit 18 000 Fans im Rücken noch aufzuholen. Dazu muss am Sonntag im Auestadion ein kleines Wunder her – und eine ganz, ganz große Leistungssteigerung.

Von Frank Ziemke

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