„Fußball interessiert mich nicht“

Herbert Maciossek, früherer Torjäger von KSV Hessen und KSV Baunatal, wird heute 75

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Flugkopfball: Herbert Maciossek (rechts) im Trikot des KSV Hessen Ende der Sechzigerjahre. Links lauert sein Sturmpartner Hans-Jürgen Kurrat.

Fritzlar. Fünf Jahre war er der Toptorjäger des KSV Hessen (1968 - 1973) in der Regionalliga, die damals die zweithöchste Spielklasse war. Anschließend (1973 - 1978) ging er weitere fünf Jahre, davon zwei Jahre in der zweiten Bundesliga, für den KSV Baunatal auf Torejagd.

Herbert Maciossek, der mittlerweile in dem Fritzlarer Stadtteil Cappel lebt, wird heute 75 Jahre alt. Maciossek spricht im Interview über Fußball im Allgemeinen, den KSV Hessen, den KSV Baunatal, Ägypten, Mallorca und Hobbys.

Maciossek über ... 

• Fußball: „Hat mich schon immer nur interessiert, wenn ich selbst gespielt oder wenn ich meinem Sohn zugeschaut habe. Im Fernsehen habe ich mir bisher nur zwei Spiele angeschaut. Das waren die WM-Endspiele Deutschland gegen Ungarn 1954 und Spanien gegen Holland 2010.“

• den KSV Hessen: „Wenn mich jemand nach dem KSV Hessen fragt, dann fällt mir immer zuerst der 13. Dezember 1970 ein. Zum DFB-Pokalspiel der ersten Hauptrunde gastierte der FC Bayern im Auestadion. 34 000 Fußballfans wollten vor allem Sepp Maier, Franz Beckenbauer, Katsche Schwarzenbeck, Paul Breitner, Uli Hoeneß und Gerd Müller sehen. Aber sie sahen auch einen gleichwertigen KSV Hessen, für den ich per Kopf den 2:1-Zwischenstand erzielte. Das Spiel endete 2:2, und das entscheidende Spiel in München haben wir dann 0:3 verloren. Von meinen Mitspielern beim KSV zwischen 1968 und 1973 möchte ich besonders Lothar Guth, Adi Schade, Otto Kastl, Holger Brück, Uwe Habedank, Klaus Weiland und Gerd Grau hervorheben. Allerdings gab es manchmal auch Ärger. 1971 hatte ich einen Vertrag bei 1860 München unterschrieben, aber vom KSV gab es keine Freigabe. Später ist dann eine Vertragsverlängerung an 5000 Mark im Jahr gescheitert. So kam mein Wechsel nach Baunatal zustande.

• den KSV Baunatal: „Der Aufstieg in die zweite Bundesliga nach der Saison 1975/1976 war mein sportlich größter Erfolg. Der hing allerdings lange am seidenen Faden. Das Parkstadion gab es noch nicht, und es war lange unklar, ob wir im Auestadion spielen durften. Als wir im entscheidenden Spiel gegen den VfR Bürstadt einen Elfmeter zugesprochen bekamen, habe ich erst mal das Präsidium gefragt, ob ich nicht lieber verschießen sollte. Ich hatte aber dann den Auftrag zu verwandeln. Habe ich gemacht, wir haben 5:3 gewonnen, sind aufgestiegen und durften im Auestadion antreten. Besonders gern erinnere ich mich an meine Mitspieler Schorsch Patzer, Manfred Grawunder, Bernd Lichte Duce Reinbold und Beppo Hofeditz.“

• Ägypten: „Ist meine zweite Heimat. Ich liebe die Menschen, die Wüste und das Tauchen im Roten Meer.“

• Mallorca: „Ist meine dritte Heimat, weil es jetzt zu gefährlich ist, nach Ägypten zu reisen. Auf Malle haben wir eine Wohnung, die wir drei- oder viermal pro Jahr beziehen. Ursprünglich hatten wir vor, ständig auf Mallorca zu wohnen, aber die von meiner Frau und mir als mangelhaft empfundene medizinische Versorgung hat uns davon abgehalten.“

• Hobbys: „Es gibt Tage, an denen ich drei Hunde-Spaziergänge und eine Radtour mache. Und wenn ich dann noch nicht genug habe, schwimme ich noch einige Bahnen.“

Zur Person

Herbert Maciossek wurde in Schalkendorf (Oberschlesien) geboren und musste kurz vor dem Ende des zweiten Weltkriegs mit seiner Mutter, einer Großmutter, einer Tante, seinem Bruder, seiner Schwester, seiner Cousine und seinem Cousin Richtung Westen fliehen. Seine Jugend verbrachte er in Hofgeismar, wo er als Hand- und Fußballspieler aktiv war.

Vereine: TSG Hofgeismar, Spielverein 06, TSV Hombressen, CSC 03, KSV Hessen, FC Freiburg, KSV Baunatal, Eintracht Baunatal.

Größter sportlicher Erfolg: Aufstieg mit dem KSV Baunatal in die zweite Bundesliga.

Berufliches und Privates: Herbert Maciossek, der verheiratet und Vater zweier Kinder ist, hat Großhandelskaufmann gelernt und war als Angestellter bei der Zentralen Vergütungs- und Lohnstelle in Kassel tätig. Seit 14 Jahren ist er im Ruhestand.

Von Gerd Brehm

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