Ende der Erfolgsserie: KSV unterliegt Nöttingen 0:2

Kassel. Mit einem Endergebnis von 0:2 haben die Kasseler Löwen im Auestadion gegen Abstiegskandidat Nöttingen verloren. Der Schnellcheck von Florian Hagemann.

Eine gute Nachricht verbreitete Fußball-Regionalligist KSV Hessen Kassel schon vor der Partie gegen den FC Nöttingen: Pressesprecher Torsten Pfennig verkündete, dass VW auch für die nächste Saison Hauptsponsor bleibt. Mehr Positives folgte aber nicht mehr: Die Löwen verloren vor offiziell 1000 Zuschauern im Auestadion 0:2 gegen Abstiegskandidat Nöttingen. Sie kassierten damit nicht nur die erste Niederlage, sondern auch die ersten Gegentore nach fünf überaus erfolgreichen Pflichtspielen in Folge.

Wie war das Spiel? 

Der KSV begann furios und mit dem Selbstbewusstsein einer Mannschaft, die zuletzt auftrumpfte. In den ersten vier Minuten ergaben sich gleich vier Chancen für die Löwen - und damit mehr als in manch kompletter Partie der Hinrunde. Die größte Möglichkeit hatte Stefan Müller,  der mit seinem Schuss aus elf Metern aber an Nöttingens Schlussmann Robin Kraski scheiterte.

Aber wie das im Fußball manchmal so ist: Das Tor fiel auf der anderen Seite. Der beim KSV nicht unbekannte und regionalligaerfahrene Michael Schürg schockte in der siebten Minute mit seinem Kopfball nach einer langgezogenen Flanke die Löwen scheinbar so sehr, dass die ihren Sturm und Drang aus den Anfangsminuten von hier auf jetzt einstellten. Fortan stimmte nicht mehr viel - schon gar nicht die Körpersprache. Erst gegen Ende der ersten Halbzeit berappelten sich die Kasseler ein wenig. Tino Schulze aber nutzte die Hereingabe von Mike Feigenspan nicht aus. Sein Schuss in der 45. Minute verkam zum Schüsschen.

In der zweiten Halbzeit agierte der KSV insgesamt wieder geordneter und  zielstrebiger. Mike Feigenspan hatte gleich zu Beginn eine Großchance, er schoss aber daneben. Gar nicht erst den Ball traf Shqipon Bektashi in der 57. Minute, als er eine Hereingabe von Feigenspan aus fünf Metern nur noch hätte verwerten müssen. Allerdings versprang der Ball zuvor auch leicht.

Der KSV probierte jetzt viel, aber so wirklich Tolles gelang nicht gegen ein Team, das mit allen Mitteln versuchte, den Vorsprung zu verteidigen. Hinzu kam ein dicker Bock von dem zuletzt so starken Innenverteidiger Stefan Müller. Der vertändelte den Ball als letzter Mann und ebnete Michael Schürg in der 79. Minute den Weg zum 2:0 für den Aufsteiger.

Gab es einen Aufreger? 

Ja, doch. In der 61. Minute brachte Nöttingens Mario Bilger Sergej Schmik im Strafraum zu Fall, der Elfmeterpfiff von Schiedsrichter Marcel Gasteier blieb aus.

Wer stand für den KSV auf dem Feld? Seit Matthias Mink Trainer des KSV Hessen Kassel Trainer beim KSV ist und er wie in dieser Saison sehr viele fitte Spieler zur Verfügung hat, weiß man ja nie so recht, wer nun aufläuft. Hätte nicht einst Ottmar Hitzfeld die Rotation erfunden, Mink hätte Urheberrechte für diese Idee. Diesmal rückten der in Zweibrücken gesperrte Tobias Becker und Enrico Gaede in die Startelf. Sergej Evljuskin und Dennis Lemke mussten auf die Bank. Das bedeutete zugleich: Yeon Woon Jung erhielt nach seiner guten Vorstellung in Zweibrücken eine weitere Chance von Anfang an. Allerdings machte der Koreaner nicht die glücklichste Figur - zwei, drei eklatante Fehlpässe inklusive.

KSV: Rauhut - Schmik, Perrey, Müller,  Schulze (69. Merle) - Gaede (80. Lemke) - Girth (69. Schmeer), Jung, Becker, Feigenspan - Bekatshi.

Was machte Mike Feigenspan?

Der 19-Jährige, der bei den Löwen zuletzt so für Furore gesorgt hatte, fiel diesmal nicht so auf wie zuvor. Ein paar gute Aktionen hatte er trotzdem. Allerdings vergab er mal wieder eine ordentliche Chance. Später kassierte er nach einem Gerangel noch Gelb. Unter dem Strich: Feigenspan war noch einer der Besseren beim KSV. Mann des Spiels war aber dieser Schürg aus Nöttingen, der vor jahren auch einmal mit dem KSV in Verbindung gebracht wurde.

Wie war die Atmosphäre? 

Der harte Kern der KSV-Fans blieb stumm, was angeblich noch mit den Ereignissen aus der vergangenen Woche zu tun hatte. Da hatte es eine Attacke von Offenbach-Anhängern gegen sie gegeben. Bei dem Überfall wurden mehrere Zaunfahnen gestohlen. Das führte nun zu dem Kuriosum, dass ein halbes Dutzend Nöttingen-Anhänger sich wirklich Gehör verschaffte. Insgesamt kamen nur 1000 Zuschauer ins Auestadion. Pünktlich zum Anpfiff wurde das Wetter wieder schlechter. Es gab schon bessere Tage für den und bei dem KSV.

Was sind die Lehren des Spiels?

Fußball bleibt unvorhersehbar. Der KSV gewann zuvor die letzten vier Spiele in der Regionalliga, Nöttingen verlor die letzten vier Begegnungen. Und wer gewinnt dieses Spiel? Eben!

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