Akrobatische Tricks mit dem Ball

Fußball-Freestylerin Gianna Zachan mit feinem Fuß und viel Köpfchen

Fußballerin des KSV Hessen Kassel balanciert Ball auf dem Kopf auf dem Vorplatz des Auestadions
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Als ob es das Leichteste für sie wäre. Gianna Zachan spielt bei den Löwinnen des KSV Hessen Kassel und ist zudem Fußball-Freestylerin. Auf dem Foto zeigt sie einen ihrer zahlreichen Tricks vor dem Auestadion.

Ganz locker und lässig steigt die Fußball-Freestylerin aus ihrem Auto. Danach öffnet Gianna Zachan den Kofferraum und holt ihren Ball heraus. Den klemmt sie sich locker unter den Arm. Ihr lässiger Auftritt passt zum Klamottenstil – schwarzer Kapuzenpullover vom KSV Hessen Kassel, dazu eine helle, zerrissene Jeans und schwarze Turnschuhe.

Kassel - Den Treffpunkt hat die Freestylerin selbst vorgeschlagen. „Das Auestadion passt doch zu mir. Meine Tricks kann ich eh überall zeigen“, sagt die 21-Jährige. Dann fängt die Freestylerin mit ihren Kunststücken an. Die kalten Außentemperaturen hindern sie nicht daran, in die Hocke zu gehen oder sich mit den Händen auf dem Asphalt abzustützen. Man merkt schnell, dass die 21-Jährige aus Reinhardshagen ein Profi ist – sie erklärt dem Fotografen, welche Posen für ein gutes Foto geeignet sind. „Ich bin oft mit Freunden unterwegs, die gern fotografieren“, sagt sie.

Vor fünf Jahren hat die Mittelfeldspielerin mit den ersten Tricks angefangen. „Ich war technisch schon immer recht gut im Fußball“, sagt Zachan. Das reichte ihr, um zuhause einfach mal mit ein paar Standard-Tricks anzufangen. Sie habe sich alles selbst beigebracht, indem sie sich Videos von Freestylern aus aller Welt angeschaut hat. „Jeder kann das lernen, der ein bisschen mit dem Ball jonglieren kann.“

Neben Talent am Ball braucht es Geduld. „Ich habe Monate für meine ersten Tricks gebraucht“, erinnert sich die 21-Jährige. Doch es lohne sich, sagt sie. Denn nach und nach ergeben sich Kombinationen, bei denen sie sich kreativ ausleben kann. Schließlich ist im Freestyle alles erlaubt. Sogar die Hände dürfen den Ball berühren, so wie auch alle anderen Körperteile. Viele drehen den Ball auf einem Finger – das sehe man auch oft im Basketball. Im Fußballspiel bringe ihr das Freestyle-Talent nichts. „Eigentlich ist es gar nicht mit Fußball zu vergleichen. Freestyle ist eine andere Sportart“, sagt Zachan. Und das Verletzungsrisiko? Das ist auf dem Feld definitiv höher, sagt die 21-Jährige und schmunzelt. „Klar falle ich auch mal hin, aber ich habe mir zum Glück noch nichts gebrochen. Da ist im Zweikampf während eines Spiels schon mal mehr passiert.“

Weibliche Freestylerinnen gebe es nicht viele. Dennoch ist Zachan Mitglied der Gruppe „Lpstck Crew“, die von einem Geschäft in Frankfurt ins Leben gerufen wurde und finanziell unterstützt wird. „Wir Mädels haben ein Video gedreht, das für einige Klicks gesorgt hat“, sagt die 21-Jährige stolz. Durch die Gruppe sei sie schon viel herumgekommen – im Januar war sie in Berlin und hat dort für Kinder Workshops gegeben. Im vergangenen Jahr ist sie mit der Gruppe sogar nach Paris geflogen, um dort die Frauenfußball-Weltmeisterschaft zu besuchen. Solche Ausflüge sind durch das Coronavirus in diesem Jahr auf den Kopf gestellt worden. „Aber aufgeschoben ist ja nicht aufgehoben“, sagt Zachan ganz locker. So wie sie eben ist.

Bei Instagram postet sie als „gianna_fs“ regelmäßig neue Videos.

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