Löwen gewinnen gegen Mainz

Gäste-Trainer Meeth zum KSV-Spiel: "Kasseler haben uns gefressen"

Durchgespielt und getroffen: Sebastian Schmeer schoss kurz vor Schluss sein erstes Saisontor.

Kassel. Dieser Sieg hatte es in sich. Mit dem 4:1 gegen Aufsteiger Schott Mainz hat Fußball-Regionalligist KSV Hessen Kassel sich einige Last von den Schultern gespielt auf dem mühsamen Weg aus den Minuspunkten.

Der klare Erfolg lieferte zudem mehrere interessante Randaspekte. Da wären...

Die Sache mit Tor zwei

Wer hat es denn nun erzielt? Die Frage wurde auch nach Spielschluss rund um das Aue-stadion häufig gestellt. Sascha Korb, der Freistoßschütze? Ingmar Merle als Kopfball-Verlängerer? Ein Mainzer, somit als Eigentor-Schütze? Selbst Trainer Tobias Cramer und sein Gegenüber Sascha Meeth konnten nach dem Abpfiff keine Aufklärung liefern. Letztendlich war es ihnen auch egal - Tor ist schließlich Tor.

Wir haben nachgefragt bei Ingmar Merle, dem wir den Treffer gutgeschrieben hatten. „Ich war mit dem Kopf auf jeden Fall noch dran“, sagt er. Und ergänzt: „Was dann hinter mir passiert ist, das habe ich nicht gesehen.“ Muss er auch nicht. Der Ball war schließlich drin. Für Merle wäre es im dritten Heimspiel der dritte Treffer. Allein schon deshalb bleiben wir dabei: 2:1 Merle.

Die Sache mit der Premiere

Auch beim vierten Treffer gab es kurz Verwirrung. Im Stadion wurde Niklas Künzel als Schütze ausgerufen. Allerdings war es Sebastian Schmeer, der dem Ball die entscheidende Richtung gab. Und auch der Pass vorher kam nicht von Künzel, sondern vom eingewechselten Sebastian Szimayer.

„Es war auch mal langsam Zeit für mein erstes Tor“, sagt Schmeer. Aber ich hätte heute auch nur so ein Tor erzielen können.“ Was er damit meint? Nun ja, es war jetzt nicht das größte fußballerische Kunststück, dieser Treffer zum 4:1 Endstand. Dem scharfen Pass in den Strafraum von Szimayer gab Schmeer mit der Fußspitze eine andere Richtung - und so trudelte der Ball ins Tor.

Das Ziel mit der Torpremiere hat der Stürmer also erreicht. Ein anderes steht noch aus. „Wir hatten den fünften Spieltag als Fixpunkt gesetzt, um die Minuspunkte zu tilgen. Das ist uns nicht ganz gelungen“, sagt Schmeer. Er schränkt aber auch ein: „In den ersten vier Partien hatten wir schon Brocken.“

Die Sache mit dem Taktikopfer 

Diese Personalie kam dann doch überraschend. Zu Beginn des Spiels fand sich der eben erwähnte Szimayer auf der Bank wieder - der Neuzugang, der als Königstransfer gilt. Für ihn spielte Youngster Brian Schwechel im Mittelfeld.

Trainer Cramer führte als Begründung das taktische System an. Schwechel legt die Position anders aus, gibt eher den Mittelfeldspieler, während der gelernte Stürmer Szimayer häufig in den Strafraum geht. Dorthin, wo Schmeer schon steht. Die Mannschaft fühle sich derzeit noch wohler im reinen 4-1-4-1, sagt Cramer, Szimayer habe das professionell aufgenommen. So professionell, dass er nach seiner Einwechslung per Fallrückzieher traf und zum 4:1 eben die Vorarbeit leistete.

Die Sache mit Zorn und Stolz

Man wollte fast hingehen und ihm den Kopf streicheln: Gäste-Trainer Sascha Meeth sprach auf der Pressekonferenz von einem gebrauchten Tag, einer verkorksten Anreise, einer verkorksten Partie - und einem hochverdienten Sieg des KSV.

„Es war das erste Regionalliga-Spiel, in dem wir nicht den Hauch einer Chance hatten“, sagte der Trainer des Aufsteigers. „Wir haben komplett die Grenzen aufgezeigt bekommen. Die Kasseler haben uns gefressen. Das 1:4 ist noch schmeichelhaft“, brachte es der 42-Jährige auf den Punkt. Und er wirkte richtig traurig.

Auf der anderen Seite saß ein stolzer Cramer, der trotzdem aber klarmachte: „Wir müssen mit beiden Beinen auf dem Boden bleiben. Es ist nicht die Zeit, um uns jetzt auf die Schulter zu klopfen. So ein Sieg ist keine Normalität.“ Dann bedankte er sich aber noch bei seinem Team. Für die Leistung. Und dafür, dass sie Charakter gezeigt habe. Und fügte mit einem Lächeln an: „Irgendwie habe ich den Sieg heute ja auch eingewechselt.“

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