Fußball-Regionalliga

„Gedanklich nicht bei der Sache“: KSV Hessen in Frankfurt chancenlos

Frankfurts Steffen Straub schiebt den Ball ins Tor, Tim-Philipp Brandner kniet am Boden.
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Da bleibt nur noch Zuschauen: Während Frankfurts Steffen Straub den Ball ins Tor schiebt, kniet Tim-Philipp Brandner am Boden. Der Verteidiger war beim Rettungsversuch umspielt worden.

Der Frust war Tobias Damm anzumerken. „Wir sind jetzt in der Liga angekommen“, sagte der Trainer des KSV Hessen Kassel. Und schob hinterher: „Im negativen Sinne.“

Frankfurt – 1:3 (0:1) verloren im Derby beim FSV Frankfurt, seit sechs Spielen schon ohne Sieg in der Fußball-Regionalliga – es läuft nicht rund derzeit beim Aufsteiger. Zumal Damm auch noch dies sagte: „Frankfurts Sieg war hochverdient. Wir waren 90 Minuten unterlegen.“

Die Löwen hatten am Bornheimer Hang nur zwei Phasen, in denen sie halbwegs im Spiel waren. Die erste ab der 30. Minute, als Nils Pichinot mit einem Schuss aus spitzem Winkel und Mahir Saglik, dessen Versuch zur Ecke abgefälscht wurde, Halbchancen erspielten. Und als Saglik einen Klärungsversuch von Torhüter Daniel Endres blockte, der Ball vor das FSV-Tor trudelte – wo Alieu Sawaneh aber vor Pichinot klärte. Zu diesem Zeitpunkt lagen die Gäste 0:1 hinten.

Die zweite Phase kam ab der 66. Minute. Frankfurt führte mittlerweile 2:0, hatte alles im Griff. Dann traf Marco Dawid aus dem Nichts mit einem schönen Schuss von der Strafraumgrenze. Die Gäste durften wieder hoffen. „Da haben wir dann kontrollierter gespielt. Aber es ist ja nichts Zwingendes dabei herausgekommen“, stellte Damm später fest.

Der Wurm war aber von Beginn an drin im Auftritt der Gäste. Vor allem die ersten 20 Minuten kritisierte Damm scharf. Da schien sein Team nie richtig auf dem Platz. „Gedanklich nicht bei der Sache“, nannte Damm das. Auf den Flügeln rissen Steffen Straub und Denis Mangafic immer wieder Löcher in der KSV-Defensive auf. Die hatte zudem große Probleme mit den langen Bällen, die der FSV immer wieder Richtung Strafraumgrenze spielte. Das Führungstor der Gastgeber fiel folgerichtig nach diesem Muster. Straub war bei einem dieser Bälle schneller am Ball als der aus seinem Tor eilende Maximilian Zunker, spielte auch noch den grätschenden Tim-Philipp Brandner aus (26.). In der zweiten Hälfte machten Arif Güclü (49.) und der eingewechselte Ihab Darwiche (80.) den verdienten Sieg der Gastgeber perfekt.

Keine Frage: Die Löwen sind müde. Was am Samstag verstärkt wurde durch einen Aderlass beim Personal, den der schmale Kader des KSV schwer verkraftet. Neben dem einige Wochen fehlenden Kapitän Frederic Brill und dem gesperrten Jon Mogge fielen kurzfristig auch Alban Meha und Sebastian Schmeer aus. Meha hatte sich im Training an den Adduktoren verletzt, bei Schmeer kehrten die Oberschenkel-Probleme zurück. Nachwuchs-Mann Serkan Durna fehlt noch länger. Und Sergej Evljuskin kann kaum noch mit dem Team trainieren, saß zunächst auf der Bank. „Gerade die kurzfristigen Ausfälle tun weh. Du hast ja Pläne, die dann hinfällig sind. Aber klar, damit müssen wir leben“, sagt Damm.

Es zeigt sich aber eben auch, dass der Kader des Aufsteigers nicht die Tiefe hat, solche Ausfälle zu verkraften. Und dass ihm die Dauerbelastung schwer zu schaffen macht. Am Mittwoch geht die Terminhatz mit dem Hessenpokalspiel beim FC Ederbergland weiter. In der Liga schließt sich die nächste Englische Woche direkt an.

Auch deshalb fordert der Trainer von seinem Team mehr Ballbesitz-Fußball. „Wir laufen ja nur hinterher. Das kostet unglaublich viel Kraft“, klagt Damm. Kraft, die die Löwen in den kommenden Wochen dringend brauchen. (Frank Ziemke)

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