Nur Fischer trifft

1:2 gegen VfR Aalen: KSV Hessen vergibt beste Möglichkeiten und verliert zweites Heimspiel der Saison

Jon Mogge.
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Unzufrieden und unglücklich: KSV-Angreifer Jon Mogge.

Manchmal reichen wenige Minuten, um ein eigentlich gutes Spiel aus der Hand zu geben.

Kassel – Der KSV Hessen Kassel war zuhause in der Fußball-Regionalliga Südwest gegen den VfR Aalen die meiste Zeit überlegen – ließ aber beste Chancen aus und verlor durch einen Doppelschlag der Gäste innerhalb von vier Minuten 1:2 (0:2).

Womit KSV-Trainer Tobias Damm in der ersten 45 Halbzeit zufrieden gewesen sein dürfte? Den Pässen in die Tiefe. Immer wieder fanden die Anspiele von Brian Schwechel, Frederic Brill oder Maurice Springfeld das Offensivquartett um Mike Feigenspan, Jon Mogge, Daniele Vesco und Moritz Flotho. Doch die nutzten keine der vier, fünf richtig guten Möglichkeiten der ersten halben Stunde. Womit Damm also überhaupt nicht zufrieden sein konnte? Der Effektivität seiner Mannschaft.

Bereits nach etwas mehr als 60 Sekunden bediente Feigenspan Vesco wunderbar, doch der Schweizer, der diesmal beginnen durfte, verzog. Nachdem Nicolas Gröteke die Löwen mit einer starken Parade gegen Mark Müller vor einem Rückstand bewahrt hatte (9.), war es im Gegenzug Schwechel, der Mogge schickte – doch der Querpass des Angreifers war zu ungenau. In der 13. Minute war dann Feigenspan durchgebrochen und suchte Vesco: Wieder kam der Querpass vor dem Tor nicht an. Dann war Feigenspan selbst frei durch, hatte alle Möglichkeiten und scheiterte an Aalens Torhüter Tim Paterok (23.). Fünf Minuten später blieb Mogges Pass erneut im Fünfmeterraum hängen.

Es war zum Haareraufen. So viele gute Möglichkeiten in einer Halbzeit hatten die Fans im Auestadion seit langer Zeit nicht gesehen. Aber wenn den Löwen sonst zwei, drei Chancen für ein Tor reichen, ließen sie nun gleich fünf Hochkaräter aus.

Die Quittung kam. Aalen – bis dahin eher unauffällig und mit dem 0:0 gut bedient – ging in der 35. Minute durch einen Kopfball von Tim Schmidt in Führung. Und es wurde noch bitterer. Denn durch einen zweifelhaften Foulelfmeter, den Alessandro Abruscia in Panenka-Manier verwandelte – Springfeld soll sich vorher aufgestützt haben – gingen die Gäste sogar 2:0 in Führung (39.). Ineffektiv und unglücklich – das war diese Hälfte des KSV.

Gröteke parierte kurz nach Wiederbeginn glänzend gegen Andreas Knipfer, sonst hätte es im Auestadion sogar schnell 0:3 gestanden. Das von Ex-KSV-Coach Uwe Wolf trainierte Aalen machte bis dahin dennoch viel aus den wenigen Möglichkeiten.

Die Löwen, sie verloren in dieser zweiten Hälfte dann irgendwann den Faden, wurden hektisch, im Versuch diesen Rückstand noch umzubiegen. Gröteke musste nach einem Schuss von Manuel Botic noch einmal nachfassen (58.). Dazu kam der Frust über viele enge Entscheidungen, die Schiedsrichter Christoffer Reimund gegen die Löwen wertete.

Damm stellte eine halbe Stunde vor dem Ende auf Dreierkette um. Den Anschluss brachten schließlich aber eine Standardsituation und die Joker. Nael Najjar spielte einen Freistoß zurück, der eingewechselte Aram Kahraman chippte den Ball in den Strafraum, Marcel Fischer drückte die Hereingabe über die Linie (67.). Und auf einmal war diese abgekühlte Partie wieder heiß.

Der Pfosten verhinderte wenig später den Ausgleich, nachdem sich Vesco wunderschön um den Gegenspieler gedreht und direkt abgeschlossen hatte. Jetzt waren es wieder die Löwen aus der ersten halben Stunde der Partie. Doch die Minuten vergingen, die Zeit wurde immer knapper, um wenigstens noch einen Punkt zu holen. Die Nachspielzeit brach an. Und dann war sie auf einmal da, die Riesenchance zum Ausgleich nach einem tollen Spielzug. Doch aus sechs, sieben Metern hielt Paterok den Schuss von Starostzik. Dieser Ausgleich, er wäre sicher verdient gewesen. Die Niederlage sie war unglücklich. Der KSV war für mehr aber nicht effektiv genug. (Maximilian Bülau)

Kassel: Gröteke - Najjar, Starostzik, Springfeld, Mißbach (63. Fischer) - Brill, Schwechel (63. Kahraman) - Flotho, Vesco (81. Rakk), Feigenspan (81. Döringer) - Mogge (53. Durna)
Aalen: Paterok - Knipfer, Schmidt, Windmüller, Odabas, Cesen (63. Heckmann) - Botic (69. Bux), Abruscia, Müller - Seitz (63. Volz), Kienle (85. Arslan)
SR: Reimund (Groß-Gerau) - Z: 1500
Tore: 0:1 Schmidt (35.), 0:2 Abruscia (39./Foulelfmeter), 1:2 Fischer (67.)
Gelbe Karten: Mogge, Starostzik, Springfeld, Döringer / -

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