KSV gegen Elversberg: ein Bruch nach der Pause

Nachdenklich: KSV-Kapitän Tobias Becker bekommt hier Anweisungen von Trainer Matthias Mink. Am Ende mussten beide eine 0:1-Niederlage gegen Elversberg hinnehmen. Foto: Hedler

Kassel. Die Enttäuschung war groß, die Fähigkeit zur Selbstkritik nach Wochen des Erfolges aber nicht abhanden gekommen: Am siebten Spieltag der Fußball-Regionalliga Südwest hat es den KSV Hessen Kassel erstmals erwischt.

0:1 (0:0) vor 3600 Zuschauern im Auestadion im Spitzenspiel gegen Elversberg, die Tabellenführung verloren – und Trainer Matthias Mink sagt: „Elversberg hat sich nach der Pause gesteigert. Die Niederlage war verdient.“

Er hätte sich das durchaus leichter machen können – und beispielsweise auf die erste Halbzeit verweisen. Als seine Mannschaft noch konsequent verteidigt, gut gepresst, das Spiel bestimmt hatte. „Da war ich nicht zufrieden mit unserem Auftritt“, sagte auch Gästetrainer Michael Wiesinger, der froh war, mit einem 0:0 in die Pause gekommen zu sein. Die besseren Chancen nämlich, die hatten auch die Löwen. Durch einen Schuss von Kapitän Tobias Becker, den Ex-Löwe Morten Jensen im Tor der Gäste glänzend aus dem Winkel fischte (30.). Vor allem durch Tobias Damm, der nach einem Querschläger im Elversberger Strafraum plötzlich völlig freistand, aber überhastet und schwach abschloss (35.). Durch Mike Feigenspan, der den KSV direkt nach der Pause ebenso hätte in Führung bringen können, den Ball aber aus guter Position über das Tor jagte.

„In der ersten Halbzeit haben wir so gespielt, wie wir es können. Nach der Pause war ein Bruch drin“, sagte Tobias Becker. Und Henrik Giese fügte an: „Da waren wir nicht mehr griffig genug.“ Plötzlich übernahm Elversberg immer mehr das Kommando. Das führte nicht zu klaren Möglichkeiten, aber eben doch zu gefährlichen Situationen. Und dazu, dass die Gastgeber immer mehr den Faden verloren. „Ich habe schon zur Pause darauf hingewiesen, dass wir viel Sorgfalt auf die Defensivarbeit verwenden müssen. Aber wir haben keinen Druck mehr auf den Ball bekommen“, stellte Mink fest.

KSV Hessen verliert Spitzenspiel gegen Elversberg 0:1

Die Folge: Der KSV wurde immer tiefer in die Defensive gedrückt. Nun machte sich auch bemerkbar, dass – so Mink – „auf einigen Positionen die Tagesform nicht so stimmte“. Das galt nicht nur für Feigenspan und Damm bei der Chancenauswertung, das galt auch für Hasan Pepic, der ungewohnt fehlerhaft spielte. Für Frederic Brill, der am Rande des Platzverweises stand. Oder für Nicolai Lorenzoni, der auf der linken Seite einige Mühe hatte.

Das Fehlen der gesperrten Stürmer Shqipon Bektashi und Sylvano Comvalius war letztlich auch deutlich zu spüren. Benjamin Girth ging viele Wege, hatte aber nicht das Tempo, um richtig gefährlich werden zu können. Und als Maximilian Oesterhelweg aus der Drehung das 0:1 erzielt hatte (74.), da konnte Mink nicht mehr viel nachlegen. Ein Aufbäumen wie beim 2:2 gegen Offenbach blieb so aus.

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