Spiel am Dienstag um 18.30 Uhr im Auestadion

KSV Hessen gegen Wolfsburg: Dem Trainer fehlt die Erfahrung

Erst Co-Trainer, jetzt der Chef: Der Niederländer Andries Jonker ist zum zweiten Mal beim VfL Wolfsburg. Foto:  dpa

Kassel. Er war schon Assistent beim FC Barcelona und bei Bayern München unter Louis van Gaal. Und Andries Jonker war auch schon einmal beim VfL Wolfsburg - damals als Co-Trainer von Felix Magath.

Wenn der Fußball-Bundesligist am Dienstag gegen den KSV Hessen zum Retterspiel im Auestadion kommt, dann ist der 54 Jahre alte Niederländer Chef auf der Bank der Niedersachsen.

Zuletzt kündigte Jonker an, er wolle jetzt kein Weihnachtsmann mehr sein. So sieht er auch gar nicht aus. Immer glattrasiert, feine Gesichtszüge und ein flehender Blick - so wirkt der verheiratete Vater von drei Kindern eher wie ein Professor. Aber der Niederländer bezog sich damit ohnehin auf die Einsatzzeiten seiner Spieler in der Vorbereitung. Bislang habe er die auf alle verteilt, jetzt werde es ernst mit Blick auf den Saisonstart. Zieht er das durch, können sich die Zuschauer auf eine attraktive Startelf freuen - mit dem Kasseler Yunus Malli und Mario Gomez.

Auch Paul Verhaegh könnte morgen schon dabei sein. Der Transfer von Jonkers Landsmann wurde am Wochenende festgezurrt. 1,5 Millionen Euro bezahlen die Wölfe an den FC Augsburg für den Abwehrmann.

Mit Verhaegh bekommt Wolfsburgs Trainer einen erfahrenen Spieler - Erfahrung ist das, was ihm selbst als Cheftrainer aber noch fehlt. Denn auch wenn bereits große Klubs in seiner Vita stehen, war er dort stets nur Assistent. Zwischendurch übernahm er immer mal wieder übergangsweise, wenn sein Vorgesetzter früher als geplant gehen musste. Cheftrainer war Jonker bislang beim FC Volendam (1997 bis 2000), beim MVV Maastricht (2004 bis 2006) und bei Willem II Tilburg (2006 bis 2009) - jeweils in der Heimat. Zuletzt leitete er das Nachwuchsleistungszentrum bei Arsenal London.

Trainer bei Arsenal ist immer noch Arsene Wenger. Der sagte einmal über Jonker: „Andries hat den Großteil seiner Karriere im Nachwuchsbereich verbracht, hat aber auch Erfahrung im Profifußball. Er weiß also genau, worauf es im Profibereich ankommt.“ In Wolfsburg, wo er noch einen Vertrag bis zum Ende der Saison hat, kommt es für ihn vor allem darauf an, in diesem Jahr nichts mit dem Abstiegskampf zu tun zu haben. Noch einmal Relegation wie in der vergangenen Saison - das ist für die Ansprüche der finanzstarken Niedersachsen definitiv nicht genug. Jonker wird von Beginn an unter besonderer Beobachtung stehen.

Für den Niederländer selbst geht es in Wolfsburg auch um die eigene Reputation. Denn so schnell wie ein Trainer ins Geschäft gelangt, ist er oft auch wieder raus. In Wolfsburg kann er sich beweisen und für weitere Aufgaben empfehlen. Auf diesem Weg ist Kassel der letzte Test, bevor es ernst wird - erst im Pokal, dann in der Liga. Für Wolfsburg und für Andries Jonker.

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