„Einfach mehr Fifa auf Konsole spielen“

Geheimrezepte von heimischen Torjägern: So trifft der KSV mal wieder

Kassel. Fußball-Regionalligist KSV Hessen Kassel trifft im Auestadion das Tor nicht mehr: 0:1 gegen Elversberg, 0:0 gegen Mannheim, 0:2 gegen Trier, 0:0 gegen Walldorf.

Der letzte KSV-Torschütze im heimischen Stadion war der derzeit gesperrte Shqipon Bekatshi beim 3:1 gegen Pirmasens.

Am morgigen Samstag nun treten die Löwen zu Hause gegen Aufsteiger Bahlingen an. Anpfiff ist um 14 Uhr. Dann sollte es mal wieder mit einem Erfolgserlebnis vor eigenem Publikum klappen – zumal der KSV Tipps von Torjägern aus der Region erhält. Wir haben sie mal gefragt, was der KSV tun muss, damit es mit dem Toreschießen funktioniert:

Paul Graf

Paul Graf (32),  aktuell sieben Tore für den Gruppenligisten SG Kirchberg/Lohne, in der Jugend einst Teamkollege des bisher torlosen KSV-Stürmers Tobias Damm: „Was den Tobi angeht, kann ich nur sagen: Das ist ein klasse Typ, der weiß, wo das Tor steht. Vielleicht spielt er im Moment ein wenig zu mannschaftsdienlich. Vor dem Tor sollte er ein bisschen egoistischer sein, dann klappt es auch wieder. Ansonsten habe ich noch einen Tipp für den gesamten KSV: Wenn es bei uns mal nicht so läuft, dann feiern wir mal so richtig ab. Wir treffen uns am Vereinsheim, feiern da ein bisschen an und ziehen dann weiter. Danach sind wir wieder geil auf das nächste Fußballspiel.“

Kristian Noja

Kristian Noja (21), aktuell 14 Tore für den Kreisoberligisten SV Kaufungen: „Die Jungs sollen einfach mal mehr Fifa auf der Spielkonsole spielen und da Erfolgserlebnisse gegen ihre Kumpel feiern. Ansonsten: fleißig Torabschlüsse im Training üben. Ich kenne diese Zeiten ohne Tor. Da schwindet das Selbstbewusstsein. Aber wenn man dann mal wieder trifft, ist der Bann gebrochen. So wird es beim KSV auch sein.“

Pascal Kemper

Pascal Kemper (25), aktuell elf Saisontore für den Gruppenligisten FSV Dörnberg: „Was ich für Tipps habe? Naja, die üblichen Phrasen halt: geduldig sein, auf die Chance lauern, den Mut nicht verlieren und nicht mit dem Kopf durch die Wand wollen. Das Problem ist: Trainieren kann man das alles, auf dem Platz sieht es dann aber anders aus. Ich hatte auch schon solche Phasen. Vor allem nach der Winterpause ist es schwer, wieder in den Tritt zu kommen. Da ist es wichtig, dass die Mannschaft im Verbund versucht, die Probleme zu lösen.“

Andreas Geisler

Andreas Geisler (30), aktuell 13 Saisontore für den Verbandsligisten TSV Rothwesten: „Selbstvertrauen ist das A und O. Wenn das erste Tor fällt und der Knoten platzt, geht es wie von allein. Als Stürmer hast du immer auch mit Psychologie zu tun. Triffst du nicht, verzweifelst du. Liegst nachts mit offenen Augen wach und fragst dich, warum der Ball an den Pfosten oder vorbei geht. Mein Tipp: Ein bisschen mehr Konzentration bringt auch das Glück zurück. Und es ist völlig egal, wer das erste Tor schießt, danach sollte es auch bei allen anderen Stürmern wieder funktionieren.“

Bogomil Velikov

Bogomil Velikov (28), aktuell 16 Tore in der Kreisliga B für die Reserve der SVH Kassel: „Ehrgeiz ist ganz wichtig. Und du brauchst die gewisse Intuition, damit du da stehst, wo der Ball hinkommt. Verlernen kann man das nicht, auch nicht die Fußballer des KSV. Ich habe in dieser Saison schon einen Sechserpack und zwei Dreierpacks erzielt. Wenn es läuft, dann läuft es. Und egal in welcher Liga du spielst, irgendwann kehrt der Erfolg zurück und es entwickelt sich ein Lauf.“

Niels Willer

Niels Willer (23), aktuell 19 Saisontore für den Gruppenligisten Eintracht Baunatal: „An meiner Stelle habe ich natürlich gut reden. Aber ich rate den Jungs, einfach mal den Kopf auszuschalten, nicht auf die letzten Spiele zu blicken und dann: Spaß haben.“

Das sagt der Rekord-Torjäger

Thorsten Bauer (38), Rekordtorschütze des KSV Hessen mit 161 Toren: „Das große Problem in Zeiten, in denen du nicht triffst: Du machst dir zu viele Gedanken. Und du wirst ja auch dauernd darauf angesprochen. Mir hat früher in der Tat geholfen, dass ich bereits gearbeitet habe. Dann war der Kopf woanders. Sich Ablenkung zu verschaffen, ist also sicher gut. Im Training kannst du noch gezielter an Abläufen, Laufwegen, Automatismen arbeiten und dir so Erfolgserlebnisse verschaffen. Ich habe früher auch Zusatzschichten nach dem Training gemacht, mir zwei gesucht, die von links und rechts Flanken geschlagen haben, um mehr Sicherheiten im Kopfballspiel zu bekommen. Trotzdem: Im Spiel ist dann alles anders. Da braucht es Instinkt, Selbstvertrauen – und auch Glück.

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