Mitgliederversammlung

KSV Hessen macht Gewinn trotz Corona, die Aussichten sind aber schlecht

Fußball, Feature, Eckfahne; Blick ins Auestadion: Die Heimat des KSV Hessen Kassel.
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Blick ins Auestadion: Die Heimat des KSV Hessen Kassel.

Der KSV Hessen Kassel geht neue Wege – nicht sportlich, aber technisch. Zum ersten Mal fand gestern Abend eine Mitgliederversammlung des Fußball-Regionalligisten virtuell statt.

Kassel – 139 Mitglieder nahmen daran teil – nicht in Eppos Clubhaus wie sonst, sondern von zuhause aus. Notwendig machte das die Corona-Pandemie. Und die große Frage war natürlich: Welche finanziellen Auswirkungen hat dieses Virus auf den Verein?

Die Finanzen

Zur Erklärung vorweg: Der Bericht von Finanzvorstand Swen Meier bezog sich auf das abgelaufene Geschäftsjahr – was beim KSV bedeutet: die vergangene Hessenliga-Saison. Und da hatte Meier gute Nachrichten. Trotz Corona machte der Verein in dieser Zeit einen Gewinn von rund 100 000 Euro bei Ausgaben von 1 092 000 Millionen Euro und Einnahmen von 1 194 000 Millionen Euro. Größter Einnahmenfaktor war das Sponsoring mit etwa 715 000 Euro, größter Ausgabenfaktor die Spielergehälter der ersten Mannschaft mit 563 000 Euro. Seit der abgeschlossenen Insolvenz Anfang 2018 hat der Klub damit einen Überschuss von rund 209 000 Euro erwirtschaftet. Gründe für den Gewinn trotz Corona seien unter anderen eine Erhöhung der Sponsoringeinnahmen um zehn Prozent, Einsparungen, Verzicht, Spenden und das beantragte Kurzarbeitergeld von März bis Juni, sagte Meier.

Nicht ganz so gut sieht dagegen die Prognose für das kommende Wirtschaftsjahr aus. Ende Dezember steht ein Minus von 89 000 Euro in der Bilanz – was zu einem Großteil an ausbleibenden Einnahmen im Kartenverkauf wegen Geisterspielen liegt. Eine genaue Prognose wollte Meier wegen vieler Unwägbarkeiten nicht geben, sagte aber auch: „In der unglücklichsten Konstellation haben wir am 30. Juni 2021 alle Rücklagen aufgebraucht. Wir kommen also mit einem blauen Auge davon. Wir sind noch da, aber fangen dann wieder von vorne an.“

Der Abschied

Seit März 2018 war Uwe Scheller Mitglied des Vorstands und für die Spieltagsorganisation zuständig. Gestern Abend verkündete er seinen Abschied Anfang des kommenden Jahres. Das habe rein persönliche Gründe, sagte er. Eine Nachbesetzung ist erst einmal nicht vorgesehen. Der Vorstand muss mindestens drei, maximal fünf Mitglieder umfassen. Ohne Scheller sind es drei.

Die Entlastung

Der Vorstand um Jens Rose, Daniel Bettermann, Scheller und Meier wurde ohne Gegenstimme entlastet. Der Aufsichtsrat wurde mehrheitlich entlastet.

Die Satzung

Es gab mehrere Anträge auf Satzungsänderung. Einer davon betraf eine mögliche Ausgliederung der Lizenzspielerabteilung. Der Antrag: Für eine Ausgliederung bedarf es einer Dreiviertelmehrheit. Diesem Antrag wurde mehrheitlich zugestimmt. Ein weiterer Antrag kam vom Vorstand zu stimmberechtigten Mitgliedern. Änderung: Diese müssen mindestens zwölf Monate Mitglied im Verein sein. Dem Antrag wurde mehrheitlich zugestimmt.

Am Rande

Bei der Premiere läuft nicht immer alles wie geplant. Das gilt auch für so eine virtuelle Versammlung. Doch als die Leitung beim Bericht von Vorstand Jens Rose gleich zweimal zusammenbrach, da hatte der die passende Antwort, als er wieder zu hören war. „Das war wohl ein Störfeuer aus Offenbach. Aber wir haben uns durchgesetzt“, sagte er. Und sorgte damit für Lacher. Ebenso wie mit dem Satz: „Meine Hände haben in diesem Jahr mehr Alkohol abbekommen als meine Leber.“ (Maximilian Bülau)

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