18-jähriger Jannik Weingarten hat beim KSV Hessen eine Perspektive

Posieren vor herrlicher Kulisse: Jannik Weingarten vor der Orangerie in Kassel. Foto: Schachtschneider

Kassel. Der 16. November ist für Jannik Weingarten zunächst ein Tag wie viele andere. Am Vormittag ist Unterricht in der Melsunger Geschwister-Scholl-Schule. Und weil in diesem März das Abitur ansteht, wird die Büffelei später in der elterlichen Wohnung in Körle fortgesetzt.

Abends steht das Training der A-Jugend des KSV Hessen auf dem Programm, aber dann kommt, was den 16. November doch noch zu einem ganz besonderen Tag für Jannik Weingarten macht. „Morgen“, sagt Trainer Marc Sittig, „morgen wirst du nicht mit uns trainieren, sondern mit Holger Brück und der ersten Mannschaft.“

Diese erste Mannschaft hat gerade mit 1:6 in Großaspach verloren und liegt auf dem zehnten Tabellenplatz in der Regionalliga. Im Verein geht es drunter und drüber, und dennoch sagt Jannik Weingarten: „An dies alles habe ich nicht gedacht. Ich habe mich einfach nur gefreut.“

Debüt in Freiburg

Am 20. November gibt der 18-Jährige in Freiburg sein Debüt in der Regionalliga. Das Spiel endet zwar 0:4, aber der Spieler, der daran fast schuldlos ist, heißt Jannik Weingarten, denn es steht bereits 3:0 für Freiburg, als der A-Jugendliche in der 60. Minute eingewechselt wird.

Brück setzt jetzt auf sein junges Talent und hat Erfolg. Das 1:1 im Spiel gegen Alzenau, in dem Weingarten ab der 46. Minute, mitwirkt, ist noch mäßig. Aber mit dem 18-Jährigen als Außenverteidiger in der Startformation gibt es kurz vor Weihnachten zwei bemerkenswerte Siege. Dem 2:0 in Frankfurt gegen die Reserve des FSV folgt im Auestadion das 3:2 gegen die Reserve der Eintracht.

Dabei ist die Rolle des Außenverteidigers nicht Weingartens Lieblingsposition. Die Stärken des Körlers liegen im Spiel gegen den Ball, und in der A-Jugend hat er sich als defensiver Mittelfeldspieler seine größten Verdienste erworben.

So sieht es auch Uwe Wolf, der aktuelle Trainer der Löwen. Beim 2:1-Testspielsieg beim Nord-Regionalligisten Germania Halberstadt am vergangenen Wochenende ist Jannik Weingarten einer von zwei Sechsern und freut sich nach der Partie über das Sonderlob seines Trainers. Wolf sagt: „Jannik Weingarten hat seine Aufgabe bravourös gelöst.“

Der neue Coach des KSV Hessen verrät auch, welche Aufgabe er seinem jüngsten Spieler gestellt hatte. „Jannik sollte sich erstmal auf das Spiel gegen den Ball konzentrieren.“

Aber wie bewältigt ein 18-Jähriger die umfangreiche Doppelbelastung Fußball und Schule? „Kein Problem“, sagt Jannik Weingarten. „Ich lerne gern, und ich spiele noch lieber Fußball.“

Von Gerd Brehm

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.