Kritik: Unterstützung der KSV-Führungsriege fehlt

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Ein seltenes Bild: Rüdiger Abramczik (links), Sportlicher Leiter des KSV Hessen, auf der Tribüne des Auestadions. Neben ihm: Sportvorstand Claus Schäfer. Beide waren beim Spiel in Stuttgart nicht anwesend, Schäfer allerdings fehlte aufgrund einer Erkrankung.

Kassel. Fußball-Regionalligist KSV Hessen Kassel hat am Montag eine Pressemitteilung verschickt. Überschrift: „Planungen laufen auf Hochtouren – Abramczik viel unterwegs.“

Darin geht es um die Kaderplanung für die nächste Saison und den neuen Sportdirektor des Vereins – Rüdiger Abramczik. Er habe viel Stress und schaue sich viele Spiele und Spieler an, heißt es: „Sein Telefon steht nicht still.“

Der Zeitpunkt der Veröffentlichung mag Zufall sein, kann aber auch als Antwort gewertet werden auf Kritik aus der Mannschaft und von Trainer Uwe Wolf nach dem 1:2 des KSV am Sonntag bei Spitzenreiter Stuttgarter Kickers. So zeigte sich Innenverteidiger Tim Knipping offen enttäuscht über die fehlende Unterstützung der KSV-Führungsriege: „Wir haben keinen gesehen.“

Auch Trainer Uwe Wolf merkte während der Pressekonferenz nach der Begegnung an: „Ich hoffe, dass die Leistung auch in Kassel wahrgenommen wird. Ich habe eigentlich gedacht, dass von der Delegation mehr Leute hier sind.“ In der Tat waren weder der erkrankte Sportvorstand Claus Schäfer noch Rüdiger Abramczik vor Ort.

Abramczik fehlte zudem auch bei der 0:1-Heimniederlage am Mittwoch zuvor gegen die zweite Mannschaft des FC Ingolstadt. Tim Knipping sagt: „Ich habe ihn erst einmal gesehen.“ Seit der Partie gegen Worms, bei der er offiziell vorgestellt wurde, war der Sportliche Leiter bei KSV-Spielen nicht mehr gesehen worden.

Fotos: Diese Männer haben beim KSV das Sagen

KSV Hessen Kassel: Diese Männer haben das Sagen

Vorsitzender des Aufsichtsrates: Dirk Lassen
Mitglied des Aufsichtsrates: Frank Greizer.
Mitglied des Aufsichtsrates: Wolfgang Linnenbrink © HNA
Mitglied des Aufsichtsrates: Dr. Frank Walter © HNA
Mitglied des Aufsichtsrates: Jochen Gabriel © HNA
Mitglied des Vorstandes: Klaus Schüttler © HNA
Mitglied des Vorstandes: Bernd Mart © HNA
Mitglied des Vorstandes: Jens Rose © HNA
Rüdiger Abramczik, Sportlicher Leiter

Gestern saß er in der Geschäftsstelle und reagierte gelassen auf die Kritik. „Ich muss nicht jeden Tag bei den Jungs auf der Schulter sitzen und gucken, wie sie trainieren“, erklärte Abramczik gegenüber unserer Zeitung, „wer dringenden Redebedarf hat, der kann einfach zu mir in die Geschäftsstelle kommen.“ Und zum Vorwurf, dass niemand die Mannschaft nach Stuttgart begleitet habe: „Ich schaue mich derzeit nach neuen Akteuren um. Was die derzeitige Mannschaft betrifft, da vertraue ich voll auf das Urteil des Trainers. Ich habe eine Liste von Uwe Wolf, auf der seine Wünsche stehen. Und die arbeiten wir jetzt ab.“

Auch Vorstandsmitglied Jens Rose geht mit Wolfs Kritik entspannt um. „Derzeit ist die wichtigste Aufgabe von Vorstand und Aufsichtsrat nicht, jedes Auswärtsspiel zu sehen – auch wenn es natürlich wünschenswert ist, dass die Mannschaft begleitet wird.“

Am Mittwoch wird es ein Treffen von Rose sowie den sportlich Verantwortlichen Wolf, Abramczik und Schäfer geben. „Dann werden wir die Planungen für die kommende Saison vorantreiben“, erklärt Rose. Später gibt es auf der Geschäftsstelle an der Frankfurter Straße Autogramme (ab 18 Uhr) – dann von Wolf und Abramczik. So soll der Verkauf für das Pokal-Halbfinale gegen Offenbach am 24. April angeheizt werden.

Von Frank Ziemke und Florian Hagemann

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