Verteidiger stand beim 0:0 nach Kreuzbandriss erstmals wieder auf dem Platz

KSV Hessen gegen Steinbach: Die Überraschung heißt Künzel

Er mischt jetzt endlich mit: Niklas Künzel (links) stand gegen den TSV Steinbach nach überstandener Kreuzbandverletzung erstmals wieder in einem Pflichtspiel für den KSV auf dem Platz. Hier klatscht er mit Adrian Bravo Sanchez ab. Foto:  Hedler

Kassel. Wenn von Niklas Künzel im Zusammenhang mit dem Fußball-Regionalligisten KSV Hessen Kassel die Rede war, dann bislang eigentlich immer nur, wenn es um die Verletztenliste ging.

Im vergangenen Sommer war der 20-Jährige aus der Reserve des FC Augsburg zu den Nordhessen gestoßen. Gleich zu Beginn der Saison hatte sich der Abwehrspieler im Training einen Kreuzbandriss zugezogen. Sein einziges Spiel bestritt er beim 2:1-Auftaktsieg gegen Pirmasens – 13 Minuten stand er nach seiner Einwechslung da auf dem Feld.

Es folgten: Operation am 15. September des vergangenen Jahres, leidiges Reha-Training – alles, um der Mannschaft in dieser Saison noch einmal helfen zu können. „Seit fünf Wochen trainiere ich wieder mit dem Team, vor zwei Wochen habe ich ein Spiel bei unserer zweiten Mannschaft in der Verbandsliga gemacht“, sagt der Kaufunger. Beim 3:1-Sieg gegen Bad Soden stand Künzel über 90 Minuten auf dem Platz, auf seiner eigentlichen Position des Innenverteidigers. Dass sich seine Arbeit gelohnt hat und er der Mannschaft helfen kann, das bewies der Verteidiger aber beim 0:0 am Freitagabend gegen den TSV Steinbach. Und irgendwie war es auch überraschend.

Nicht, dass niemand geglaubt hätte, Künzel könnte dem Team nützlich sein. Es waren mehr die Umstände. „Ich habe mich schon bereit gefühlt, der Einsatz von Beginn an kam dann aber doch etwas unerwartet“, sagt der 20-Jährige. Durch den Ausfall von Sergej Schmik und Tim Brandner musste Trainer Tobias Cramer die Positionen der Außenverteidiger neu besetzen – auf der rechten Seite entschied er sich für Künzel.

Am Morgen vor dem Spiel erfuhr Künzel erst, dass er zur Startformation gehören wird. Die Begründung des Trainers: „Wir wussten, dass Steinbach viele Bälle aus der Diagonale auf Sascha Marquet schlägt, der ein sehr gutes Kopfballspiel hat. Niklas ist als gelernter Innenverteidiger robuster im Zweikampf, als andere, die für diese Position in Frage gekommen wären.“ Künzel als Überraschung und taktisches Mittel also.

Cramer war nach dem ersten Einsatz seines Spielers nach der Verletzung zufrieden: „Er hat das taktisch gut umgesetzt. Und er hat sich im Laufe der Partie ein Standing erarbeitet, das auch die Gegenspieler beeindruckt hat.“

Nach 63 Minuten war am Freitagabend für Künzel Schluss. „Die Luft hätte noch gereicht, aber der Oberschenkel hat hinten zugemacht. Meine Muskulatur ist nach der langen Pause natürlich noch nicht so weit“, sagt er.

Trotzdem hat Künzel als Teil einer wieder einmal gut organisierten Abwehr bewiesen, dass er die vom Trainer geforderten Tugenden auf den Platz bringen kann: Kampf, Wille, Leidenschaft. Die Einheit im Team ist auch etwas, was dem jungen Fußballer bei seiner Rückkehr geholfen hat. „Die Jungs haben gesehen, dass ich hart gearbeitet habe. Sie haben oft nachgefragt, wie es mir geht, haben mir Tipps gegeben. Wir sind wirklich eine Einheit. Das sieht nicht nur nach außen so aus“, sagt Künzel.

Trotz der schönen Erfahrung gegen Steinbach weiß er aber, dass er jetzt nicht gesetzt ist. „Ich bin immer noch hinten dran. Ich möchte einfach noch so viele Minuten wie möglich sammeln. Ich gebe alles, wenn ich reinkomme.“ Die Möglichkeit dazu hat er ja vielleicht schon morgen. Denn da steht das Nachholspiel in Wetzlar gegen Watzenborn-Steinberg an. Anpfiff ist um 19 Uhr.

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