Krawalle nach dem Spiel

Gaede trifft in seinem letzten Spiel: Löwen schlagen Offenbach mit 1:0

Kassel. Ein Pflichtspiel gegen die Offenbacher Kickers gewannen in dieser Fußball-Saison bislang nicht viele: Pirmasens und Kaiserslautern II in der Regionalliga, Bundesligist Mönchengladbach im DFB-Pokal und der KSV Hessen Kassel im Hessenpokal.

Am Samstagnachmittag gelang den Löwen des KSV Hessen sogar ein zweiter Erfolg. Am letzten Spieltag der Regionalliga gewannen die Nordhessen das Duell mit dem OFC mit 1:0 (1:0) und sicherten damit den zehnten Tabellenplatz. Unschöne Szenen gab es nach der Partie vor dem Auestadion.

Wie war das Spiel?

KSV Hessen gegen Offenbach - ein Klassiker im deutschen Fußball. Vom Charme, den dieses Duell früher ausstrahlte, war am Samstagnachmittag nicht viel zu sehen. Kein Wunder, denn für beide Klubs ging es nur um die Goldene Ananas. Wer dennoch gedacht hatte, dass der designierte Meister vom Main darum bemüht sein würde, den Rhythmus nicht zu verlieren, sah sich getäuscht. Der OFC-Coach Ricco Schmitt war mit einer verstärkten B-Elf angereist. Klar, am Mittwoch wartet bereits das erste Aufstiegsspiel zur 3. Liga in Magdeburg. Und so hatten die Hausherren praktisch vom Anstoß weg die Partie voll im Griff. Nach einigen guten Chancen für Shqipon Bektasi und Mike Feigenspan sorgte ausgerechnet Enrico Gaede in seinem letzten Spiel seiner Karriere per Kopf für das 1:0 (31.). Einziges Manko im Spiel der Gastgeber: die Chancenverwertung. Ihnen boten sich viele Kontermöglichkeiten. Speziell, als Sebastian Schmeer eingewechselt wurde. Dieser scheiterte etwa nach Pass von Mike Feigenspan freistehend an Schlussmann Lucas Menz (60.). Und nach feinem Schmeer-Zuspiel traf Feigenspan nur den Pfosten (80.).

KSV gegen Kickers Offenbach

War das Ergebnis gerecht?

Absolut. Die Löwen waren vor 2000 Zuschauern das aktivere Team und hätten ohne Weiteres sogar mit 3:0 und höher gewinnen können.

Wie fiel das Fazit von KSV-Trainer Matthias Mink aus?

„Angesichts unserer vielen Ausfälle“, erklärte der Coach, „hat mein Team toll gemacht. Es war wichtig, dass wir mit einem Erfolgserlebnis in die Pause gehen.“

Gab es einen besonderen Augenblick?

Auf jeden Fall. Wie auf Kommando erhoben sich die Menschen auf der Haupttribüne, als Gaede die Flanke von Marco Dawid per Kopf ins lange Eck befördert hatte. Klar, alle Fans im Stadion - sofern sie Anhänger der Löwen waren - hatten ihm einen solchen Abschluss gewünscht. Schon zu Beginn hatte es laute "Enno, Enno"-Sprechchöre gegeben. Kurz nachdem Gaede - zusammen mit Ingmar Merle und Ersatztorwart Dario Arndt von Präsident Hans-Jochem Weikert, Finanzvorstand Dirk Lassen und Dirk Wiegand verabschiedet worden war.

Wie war die Stimmung im Auestadion?

Nicht so aufgeladen, wie vielleicht im Vorfeld befürchtet: Schlachtgesänge hüben wie drüben, die üblichen Provokationen zwischen zwei Fan-Lagern, die seit Jahrzehnten wenig voneinander halten. Ein bisschen schien es, als hätten auch die Offenbacher Fans - passend zur Leistung ihres Teams - die Kräfte für Magdeburg geschont.

Blieb es nach dem Schlusspfiff friedlich?

Leider nicht. Die Partie war noch keine fünf Minuten beendet, da bekamen die Polizei-Einsatzkräfte richtig viel zu tun. Vor dem Stadion hatten Kasseler Anhänger versucht, zu dem Ausgang zu stürmen, wo die OFC-Fans das Stadion verlassen sollten. Spieler beider Klubs verfolgten das Geschehen aus sicherer Entfernung hinter der Glastür zum Innenraum. In der Folgezeit explodierten einige Knallkörper. Die Polizei sperrte sogar den Zubringer von der Autobahn 49 in Richtung Innenstadt. In diesem Bereich brachte die Polizei einen Wasserwerfer in Position.

KSV Hessen Kassel - Kickers Offenbach 1:0 (1:0)

KSV: Rauhut - Merle, Gaede, Giese, Schulze - Dawid (90. Girth), Evljuskin, Becker, Lemke (59. Schmeer), Feigenspan - Bektasi

OFC: Menz - Wittke, Vetter, Korb, Schulte (63. Müller) - Gallus, Tahiri (72. Scheu), Pintol (59. Schwarz), Biggel, Yakut - von der Burg.

SR: Beck (Künzelsau). -

Z: 2000.

Tor: 1:0 Gaede (31.).

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