Kommentar zum KSV: Die Hoffnung heißt Rose

Kassel. Sie war mit großer Spannung erwartet worden, diese außerordentliche Mitgliederversammlung. Gefordert von den Fans der Löwen, einberufen vom Aufsichtsrat. Und es war von Beginn an klar, dass der Boss dieses Aufsichtsrates im Fokus der Versammlung stehen würde.

Video

Dirk Lassen hatte einen schweren Abend. Die Mitglieder, nicht nur die der Perspektive KSV, wollen seinen Rücktritt. Daran wird sich, auch das war schnell klar, so schnell nichts ändern.

Lassen hatte sich vorbereitet auf diesen Abend, war in seiner Rede an die Mitglieder spürbar nervös und alles andere als souverän. Ein Befreiungsschlag konnte ihm so einfach nicht gelingen. Auch er selbst wird sich nach diesem Abend weiter die Frage stellen müssen, ob es Sinn macht, im Amt zu verbleiben.

Zum Nachlesen: Die Sitzung als Protokoll im Liveticker.

Abwahlanträge durften am Donnerstag nicht gestellt werden. Die Frage, wer den Aufsichtsrat in Zukunft führt, muss auf eine Antwort also noch bis zur nächsten Jahreshauptversammlung warten. Auch ansonsten gab es am Donnerstag wenig Antworten. Aber doch auch Hoffnung. Der KSV weiß nach einer fairen Diskussion, dass er auf seine kritischen, aber respektvollen Fans setzen kann. Und auch an die ging an klares Signal. Stark soll in Zukunft bei den Löwen allein wieder der Vorstand sein. Die neue Hoffnung ruht so auf alten Köpfen: Jens Rose und seinen Mitstreitern. (frz)

Fotos von der Mitgliederversammlung

Fotos

Mitgliederversammlung des KSV

 © HNA/Koch
 © HNA/Koch
 © HNA/Koch
 © HNA/Koch
 © HNA/Koch
 © HNA/Koch
 © HNA/Koch
 © HNA/Koch
 © HNA/Koch
 © HNA/Koch
 © HNA/Koch
 © HNA/Koch
 © HNA/Koch
 © HNA/Koch
 © HNA/Koch
 © HNA/Koch
 © HNA/Koch
 © HNA/Koch
 © HNA/Koch
 © HNA/Koch
 © HNA/Koch
 © HNA/Koch
 © HNA/Koch
 © HNA/Koch
 © HNA/Koch

Ein ausführliches Video folgt.

Fragen und Antworten im Vorfeld

Welche Themen werden während der Versammlung behandelt?

Es steht lediglich ein Punkt auf der Tagesordnung: die Stellungnahme des Aufsichtsrates. Dessen Vorsitzender Dirk Lassen wird zunächst auch das Wort haben, ehe er an Hans-Jochem Weikert, den Vorsitzenden des KSV-Beirates, übergibt. Er soll die Versammlung leiten.

Was ist mit dem Antrag, den Aufsichtsrat abwählen zu lassen?

Einen entsprechenden Antrag hat die Initiative „Perspektive KSV“ gestellt, die aus 15 Personen besteht. Ihr Ziel ist es vor allem, Dirk Lassen aus dem Aufsichtsrat zu drängen. Das bekräftigte Martin Graf, Sprecher der Initiative, gegenüber unserer Zeitung. Er und seine Kollegen sehen in Lassen denjenigen, der immer wieder für Indiskretionen und Unruhe gesorgt hat.

Lesen Sie auch

Interview mit Jens Rose: "Unsere Außendarstellung muss sich verbessern"

Allerdings wird eine Abwahl wohl schon aus formalen Gründen scheitern. Denn: Laut Satzung dürfen während einer außerordentlichen Mitgliederversammlung nur Anträge zur Tagesordnung behandelt werden. Nach Informationen unserer Zeitung soll das Vorhaben der Initiative „Perspektive KSV“ deshalb nicht zugelassen werden, zumal bei einer Abwahl des gesamten Aufsichtsrates oder einzelner Mitglieder aus diesem Gremium die Handlungsfähigkeit des Vereins auf dem Spiel stünde. Handlungsfähig ist der Klub nämlich nur, wenn mindestens drei gewählte Mitglieder im Amt sind.

Derzeit besteht der Aufsichtsrat aus vier gewählten Mitgliedern: Lassen, Jochen Gabriel, Dr. Frank Walter und Wolfgang Linnenbrink. Hinzu kommt der berufene Frank Greizer vom Sponsor SMA.

Am Rande: Experten bezweifeln, ob zu der Sitzung überhaupt ordnungsgemäß geladen worden ist. Es sollen bei den Einladungen notwendige Unterschriften fehlen.

Was passiert, wenn der Abwahlantrag nicht zugelassen wird?

! Martin Graf sagt, dass dann mit erheblichen Unmutsbekundungen zu rechnen sei. Insgesamt werden annähernd 200 Mitglieder erwartet. Zumindest eine hitzige Diskussion ist nicht ausgeschlossen – es sei denn, es kommt schon vor der Versammlung zu einer Art Frieden zwischen dem Aufsichtsrat und der Initiative „Perspektive KSV“. Angeblich wird es am späten Nachmittag zu einem Gespräch kommen, an dem auch das zurückgekehrte Vorstandsmitglied Jens Rose teilnehmen soll.

Bedeutet das, Dirk Lassen könnte heute aus dem Schneider sein?

Wenn ein Abwahlantrag nur aus formalen Gründen scheitert, stünde Lassen weiter in der Kritik. Die Mitglieder könnten ihm dann auf der Jahreshauptversammlung im Mai oder Juni das Vertrauen entziehen. Deshalb ist Lassen klug beraten, auf seine Kritiker zuzugehen. Den Anfang haben er und seine Kollegen aus dem Aufsichtsrat bereits gemacht, indem sie die Identifikationsfiguren Jens Rose und Bernd Mart in den Vorstand berufen haben.

Allerdings verschlechterte sich die Lage, kurz nachdem die Personalien Rose und Mart veröffentlicht worden waren. Denn da gab Hauptsponsor VW bekannt, dass sein Vertreter Hans-Josef Watermeier aus dem KSV-Aufsichtsrat zurücktritt. Begründung: Zum wiederholten Male sollen Details aus Sitzungen des Gremiums an die Presse gelangt sein. Deswegen hatte vor Kurzem auch schon Matthias Hartmann das Gremium verlassen. Zwei Rücktritte aus demselben Grund schwächen den Vorsitzenden, in dessen Amtszeit auch die jüngsten Rücktritte der Vorstandsmitglieder Joachim Jasper und Christian Franz sowie der Rauswurf von Geschäftsführer Giuseppe Lepore fallen. Letzterem werden sehr gute Kontakte zur Initiative „Perspektive KSV“ nachgesagt. (hag)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.