KSV: Dirk Lassen bleibt - vorerst

Kassel. Dirk Lassen bleibt beim KSV Hessen Kassel Vorsitzender des Aufsichtsrates. Daran änderte auch die außerordentliche Versammlung, an der am Donnerstag 250 Mitglieder teilnahmen, nichts.

Im Bürgersaal des Rathauses gab es zwar die Forderung, an Lassen, die Vertrauensfrage zu stellen. Allerdings verwiesen die Verantwortlichen - wie im Vorfeld bereits durchgesickert war - auf Formalien in der Satzung, die dies nicht zuließen.

Aus dem Schneider ist der von vielen Mitgliedern Kritisierte damit aber noch nicht: Auf der Jahreshauptversammlung im Mai oder Juni wird sich Lassen erneut stellen müssen. Dann ist auch eine Abwahl eines Aufsichtsrates oder mehrerer Aufsichtsräte möglich.

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Klar ist: Wirklich Sympathiepunkte konnte Lassen nicht sammeln. Beifall bekam er für seine Redebeiträge kaum. Er wirkte nervös, Klarheit schaffte er nicht. Martin Graf, Sprecher der Fan-Initiative „Perspektive KSV“ sagte bereits zwischendurch: „Ich habe mir mehr versprochen. Die klare Aussage hat mir gefehlt.“

Er und viele weitere Anhänger, die das Wort ergriffen, wollten von Lassen vor allem wissen, wie es zu Indiskretionen und in Folge dessen zu Rücktritten aus dem Aufsichtsrat kommen konnte und wer diese zu verantworten hat. „Ich weiß es nicht“, sagte Lassen mehrmals. Die Suche nach dem Maulwurf, den viele in Lassen selbst vermuten, endete somit ergebnislos.

Bilder der Versammlung

Mitgliederversammlung des KSV

 © HNA/Koch
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Den meisten Applaus erntete am Abend auch nicht der Vorstand des KSV Hessen Kassel, sondern der Cheftrainer der Regionalliga-Fußballer. Uwe Wolf war um eine Stellungnahme gebeten worden, und er erklärte: „Ich will hoffen, dass sich meine Mannschaft im Spiel morgen gegen Memmingen nicht anstecken lässt. Sonst spielt jeder, was er will.“ Außerdem sagte Wolf: „Ich habe ein Konzept.“ Und er betonte dabei das Ich. Das war eine Ohrfeige an all jene, die vorne Platz genommen hatten und sich den Mitgliedern stellten.

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Auf Fragen nach eben einem Konzept des Vereins gab es nämlich auch nichts Konkretes. Dirk Lassen sagte einmal: „Die Antwort auf fast alles lautet Jens Rose.“ Das zurückgekehrte Vorstandsmitglied soll für Ruhe sorgen - muss sich aber erst einmal einen Überblick verschaffen, wie Rose mehrmals sagte. Er wolle erst einmal den Ist-Zustand prüfen. Dass der nicht rosig ist, weiß er wohl.

Zumindest erklärte er noch einmal, warum er und sein alter Weggefährte Bernd Mart einen verantwortungsvollen Posten übernommen haben: „Ich hatte Angst, dass sich der Verein komplett zerlegt.“ Dass er sich zerlegen wird, ist nicht zu erwarten, das wurde auch am Donnerstag trotz der unterschiedlichen Fraktionen deutlich.

Die Versammlung lief überwiegend geordnet ab. Sie begann wegen des großen Andrangs fast eine halbe Stunde später als angedacht. Nach gut 90 Minuten beendete Sitzungsleiter Hans-Jochem Weikert, der Vorsitzende der Beirats, die Versammlung.

Das Schlusswort hatte ihm Trainer Uwe Wolf da schon abgenommen. Wolf bedankte sich bei den Offiziellen, die den KSV zuletzt verlassen haben oder verlassen mussten - unter anderem bei Ex-Geschäftsführer Giuseppe Lepore.

Von Frank Ziemke und Florian Hagemann

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