Dem KSV Hessen Kassel droht neuer Ärger: Steffen klagt gegen KSV

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Nico Steffen

Kassel. Fußball-Regionalligist KSV Hessen Kassel scheint nach einem Jahr mit reichlich Turbulenzen auch 2012 nicht zur Ruhe zu kommen. Jetzt wird es eine gerichtliche Auseinandersetzung mit Nico Steffen geben, dem ehemaligen Trainer der zweiten Mannschaft.

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Und das, obwohl das Team an sich glänzend dasteht und in der Verbandsliga Platz zwei belegt. Steffen und die Löwen hatten sich Ende November getrennt – in beiderseitigem Einvernehmen, wie es damals in einer Pressemitteilung des Vereins hieß. Doch dem widerspricht Steffen nun, nachdem er lange zu diesem Thema geschwiegen hatte und auch nichts sagen wollte, als unsere Zeitung die Personalie öffentlich machte.

Der 35-Jährige erklärte jetzt: „Ich habe eine fristgerechte Kündigung vom Verein ohne Angaben von Gründen zum 31. Dezember 2011 erhalten.“ Von beiderseitigem Einvernehmen könne daher keine Rede sein. Steffen hat sich einen Anwalt genommen und klagt auf Wiedereinstellung. Schließlich hatte er einen unbefristeten Arbeitsvertrag.

Aktualisiert am
6.1.2012 um 8 Uhr

Dass es aller Voraussicht nach zu einem gerichtlichen Verfahren kommen wird, bestätigte KSV-Vorstandsmitglied Joachim Jasper am späten Donnertsagnachmittag. Er sagte zudem, dass die Trennung von Steffen über eine Kündigung herbeigeführt worden sei – und nicht über eine Aufhebungsvereinbarung. Insofern ist die Formulierung in der Pressemitteilung nicht korrekt.

Warum aber sprach der KSV dann von Trennung in „beiderseitigem Einvernehmen“? Jasper erklärt dies so: „Als kolportiert wurde, dass Steffen den Verein verlassen wolle, haben wir ihn gefragt, ob er das tatsächlich vorhabe. Er hat das verneint, allerdings auch gesagt, dass er bereit wäre, die Zusammenarbeit zu beenden, wenn der Verein dies wünsche.“ Deshalb sei der Klub von der Entwicklung überrascht. Noch im Januar soll es nun zu einer Güteverhandlung vor dem Arbeitsgericht kommen.

Dass Steffen danach wieder Trainer ist, kann sich Jasper nicht vorstellen. Es geht wohl allein um eine Abfindung. Zumal der KSV die Zukunft schon geklärt und Mitte Dezember mit Mirko Dickhaut einen Nachfolger für Steffen präsentiert hat. Dickhaut steht nach seiner Suspendierung als Coach des Regionalligateams im April 2011 weiter auf der Gehaltsliste des Vereins. Das Interessante: Steffen sagt nun, er wäre auch bereit gewesen, die zweite KSV-Mannschaft zusammen mit Dickhaut zu leiten.

Die Arbeit in einem Trainerteam kennt er: Noch Anfang der Serie stand er an der Seite von Wolfgang Zientek, der im September entlassen wurde – „aufgrund von aktuell bekannt gewordenen Vorfällen im Zusammenhang mit seiner Tätigkeit als Trainer der Frauenmannschaft“, wie es hieß. Steffen war fortan formal allein verantwortlich für die KSV-Reserve, jedoch gab es Unruhe, weil Zientek anfangs bei den Spielen stets vor Ort war – mitunter in der Nähe Steffens. Den störte das nicht – im Gegenteil: Er ließ es zu und sagte: „Wolfgang und ich sprechen fußballerisch dieselbe Sprache.“

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