Interview mit Michael Pfeffer

KSV Hessen Kassel: "Wir müssen uns bekannt machen"

Der neue Vermarkter im Auestadion: Michael Pfeffer ist beim KSV Hessen Kassel nun für die Sponsorensuche zuständig. Foto: Kostudis

Kassel. Fußball-Regionalligist KSV Hessen Kassel hat einen neuen Verantwortlichen im Marketing. Wir haben mit ihm gesprochen. Das Interview lesen Sie hier.

Nach der Trennung von Joe Gibbs ist Michael Pfeffer seit einigen Wochen alleinverantwortlich für die Gewinnung von neuen Sponsoren sowie die Betreuung der bestehenden Partner.

Die berufliche Verbindung zu den Löwen besteht seit dem Sommer, zunächst aber nur mit dem Aufgabengebiet der Suche nach Neukunden. Wir sprachen mit dem 54-Jährigen über seinen Job.

Herr Pfeffer, wie kommt man eigentlich als Polizeibeamter zur Finanzdienstleistung und schließlich zum KSV?

Pfeffer: Der Wechsel kam 1997. Der Grund lag in meiner persönlichen Situation. Ich war als Beamter des Bundesgrenzschutzes in Kuwait. In dem Jahr ist meine erste Frau gestorben. Ich habe dann alles hingeschmissen, neu angefangen und mich selbstständig gemacht.

Und der Schritt zum KSV? 

Pfeffer: Der war ähnlich, weil es auch ein kompletter Wechsel war. Der Kontakt kam über Vorstandssprecher Hans-Jochem Weikert in unserer Mittwochs-Trainings-Gemeinschaft. Da haben wir häufig über den KSV gesprochen. Und irgendwann fand ich den Gedanken reizvoll, im Fußball zu arbeiten.

Vorher hatten Sie mit den Löwen nichts am Hut?

Pfeffer: Doch natürlich. Als Kind habe ich neben dem Aue-stadion in den Bäumen gesessen und die großen Spiele gesehen. In den letzten zwei Jahren war ich wieder bei den Heimspielen. Die Verbindung besteht aber auch über die in den Verein integrierte Trainingsgemeinschaft.

Wie waren Ihre ersten Erfahrungen? Sie sind ja bereits seit Sommer für den KSV auf der Suche nach neuen Sponsoren. 

Pfeffer: Sehr gut. Wir haben bereits erste neue Sponsoren gefunden. Derzeit ist es natürlich schwer. Wir sind mitten in der Saison. Für die neue Spielzeit haben wir aber weitere Zusagen, sodass wir optimistisch nach vorne schauen.

Wie müssen wir uns Ihre Arbeit vorstellen? Müssen Sie richtig Klinken putzen?

Pfeffer: Wenn Sie das so negativ ausdrücken wollen: Ja. Wenn wir sportlich etwas erreichen wollen, dann brauchen wir neue Sponsoren. Wir müssen uns bekannt machen. Deshalb gehen wir diesen Weg.

Und wie begegnen Ihnen die potenziellen Kunden?

Pfeffer: Auf jeden Fall nicht ablehnend. Dass ich vom Hof gejagt wurde, das habe ich noch nicht erlebt. Über den KSV wird immer noch gerne gesprochen. Das ist ein gutes Signal. Genauso erlebe ich, dass wir von derzeitigen Sponsoren an mögliche neue empfohlen werden.

Wie machen Sie Sponsoren den KSV denn schmackhaft?

Pfeffer: Vor allem ist wichtig zu klären, was ein Sponsor erreichen will. Will er bekannter werden? Will er etwas für seine Mitarbeiter oder Kunden tun? Die Motivation ist da sehr unterschiedlich. Wichtig ist mir, dass sie sich wohlfühlen beim KSV. Jedes Heimspiel ist eine Kundenveranstaltung. Natürlich wäre es eine Liga höher leichter, den KSV zu verkaufen. Jetzt muss ich die Vision anbieten. Aber der Klub ist auf einem guten Weg. Im Fußball ist der KSV weiter die Nummer eins in der Region.

In den ersten Monaten waren Sie nicht allein für das Marketing zuständig. Wie war die Zusammenarbeit mit Joe Gibbs, der ja schon wusste, dass Sie ihn beerben würden?

Pfeffer: Wir hatten verschiedene Aufgabenfelder, deshalb gab es wenig Berührungspunkte. Er hat das jedenfalls sehr professionell gesehen und so war such die Zusammenarbeit.

Zu Ihren Aufgaben gehört sicher auch die Verhandlung mit dem Hauptsponsor. Wird VW bei den Löwen bleiben?

Pfeffer: Das Thema gehört nicht an die Öffentlichkeit solange wir in Gesprächen sind.

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