Trainer Matthias Mink findet deutliche Worte

KSV Hessen in Neckarelz 1:1 - „Das war schon peinlich“

Bedient vom Auftritt seiner Mannschaft: KSV-Trainer Matthias Mink, hier während des Spiels in Mannheim. Foto: Hedler

Neckarelz. Es war ein Auswärtsspiel, das es in sich hatte für den Fußball-Regionalligisten KSV Hessen Kassel. Drückend überlegen präsentierten sich die Löwen am Samstagnachmittag bei der SpVgg Neckarelz.

Die Abwehr ließ in 90 Minuten lediglich zwei Torschüsse des Gastgebers zu, im Mittelfeld gewannen die Nordhessen fast alle Zweikämpfe und gegen den robusten Dreimannsturm blieben die Neckarelzer Defensivakteure oft zweiter Sieger.

Die letzte Viertelstunde stand Kassel nach der Gelb-Roten Karte für den Neckarelzer Maurice Müller sogar noch mit einem Mann mehr auf dem Platz und ein Foulelfmeter wurde auch noch vergeben. Wieso um alles in der Welt traten die Gäste nicht mit einem deutlichen Sieg, sondern mit einem für sie sehr enttäuschenden 1:1 die lange Heimreise an?

Diese Frage beschäftigte auch Kassels Trainer auf der sich anschließenden Pressekonferenz. Matthias Mink, sonst ein Mann der leisen Töne, analysierte anfangs erwartungsgemäß routiniert. Seine Elf habe überlegen gespielt, vergaß dabei aber den Sack zuzumachen. Doch umso länger er über die vergangenen 90 Minuten nachdachte, umso mehr legte er seine Zurückhaltung ab und der Ärger über zwei verschenkte Punkte ließ sich nicht mehr unterdrücken. „Dass wir hier nicht gewinnen, das war schon peinlich. Mir fehlen die Worte. Schnauze halten und Ergebnisse abliefern, das steht jetzt bei uns auf der Tagesordnung“, ließ Mink Frust ab.

Auch sein Neckarelzer Kollege Peter Hogen pflichtete bei: „Kassel war die bessere Mannschaft.“ Und ihre Dominanz münzten die Nordhessen bereits in der 11. Minute in eine Führung um, Benjamin Girth bugsierte den Ball per Flugkopfball über die Linie.

Zehn Minuten später scheiterte Mike Feigenspan in einer Ein-zu-Eins-Situation an Torwart Volkan Tekin. Der Favorit nahm Fahrt auf und kam im Zehnminutentakt zu Chancen, während von der SpVgg Neckarelz keine Gefahr ausging, zumal Stürmer Abedin Krasniqi wegen einer Fußverletzung, die er sich im Training zugezogen hatte, nicht zur Verfügung stand.

Auch einen Elfmeter in der 56. Minute (Girth wurde gefoult) nutzte Tobias Becker nicht, um eine Entscheidung herbeizuführen, sein Schuss sprang von der Latte ins Feld zurück. Als wenig später Aktivposten Maurice Müller wegen wiederholtem Foulspiels mit einer Gelb-Roten Karte vom Feld musste, zweifelte niemand mehr am Sieg des KSV - bis auf die Mannschaft des Gastgebers.

Mit einem trotzigen Aufbäumen wehrte sie sich der Unterlegene gegen die hessische Übermacht und wurde in der 85. Minute beim eigentlich erst zweiten gelungenen Angriff auch belohnt: Eine scharfe Hereingabe von Claudio Bellanave klatschte KSV-Keeper Kevin Rauhut nur ab und Bogdan Müller drückte den Abpraller zum 1:1-Endstand über die Linie. „Kompliment an meine Mannschaft, sie hat Moral bewiesen“, verteilte Peter Hogen ein dickes Lob.

Ganz zum Schluss verfehlte sogar noch der eingewechselte A-Jugendliche Mario Cancar den Neckarelzer Sieg um Zentimeter. Doch das wäre dann aber Peter Hogen sicherlich peinlich gewesen.

Neckarelz: Tekin, Bückle, Kizilyar, Beyazal (78. Cancar), B. Müller, Kiermeier, Hofmann (46. Bellanave), B. Schäfer, Gondorf (70. Albrecht), Bindnagel, M. Müller

Kassel: Rauhut, Welker, Becker, Brill, Feigenspan, Schmik, Perrey, Damm, Pepic (65. Evljuskin), Lorenzoni, Girth (81. Schmeer).

SR: Thorsten Braun; Z: 350; Gelb-Rote Karte: M. Müller (85./Neckarelz)

Tore: 0:1 Girth (11.), 1:1 B. Mükker (85.)

Von Jügen Schmidt

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