Löwen wollen gegen Stadtallendorf die Chance auf den Klassenerhalt wahren

KSV Hessen Kassel: Samstag heißt es erst siegen und dann beten

Irgendwie muss es doch gutgehen: Die Fans des KSV Hessen Kassel hoffen weiter, dass es noch etwas wird mit dem Klassenerhalt für ihre Löwen. Foto: Hedler

Kassel. Sie sind in einer verflixten Situation. Den Klassenerhalt in der Regionalliga Südwest können die Fußballer des KSV Hessen Kassel nicht mehr aus eigener Kraft schaffen.

Sie sind auf Schützenhilfe angewiesen. Am Samstag, am letzten Spieltag der Saison. Aber auch darüber hinaus in den Relegationsspielen zur Dritten Liga. Trotzdem gilt es für die Löwen, die Konzentration hochzuhalten und die eigenen Hausaufgaben zu erledigen – die da lauten: Am Samstag um 14 Uhr muss gegen Stadtallendorf unbedingt gewonnen werden. Immer nach dem Motto: Erst siegen und dann beten. 

Denn nach einem Erfolg ginge es in die „Verlängerung“. Passen die anderen Ergebnisse des Spieltags? Und schafft ein Vertreter der Südwestgruppe den Aufstieg in die Drittklassigkeit? Die Gastgeber erhoffen zum Abschluss eine stattliche Kulisse im Auestadion. Mindestens 5000 Zuschauer werden erwartet, die erneut für die seit Monaten fantastische Unterstützung des Teams und ihres Trainers Tobias Cramer sorgen sollen. Und die hoffen, dass es klappt. Mit dem Sieg. Und mit der Schützenhilfe.

Hans Wulf und das Trikot von Franz Beckenbauer: Mehrfach versteigert und heute auch der Glücksbringer für den KSV Hessen?

Beckenbauers Trikot als KSV-Glücksbringer?

Alles ist also angerichtet zum großen Finale in der Fußball-Regionalliga. Vor diesem letzten Spiel im Auestadion ist aber eines klar für den KSV Hessen Kassel: Es darf um Himmels Willen noch keine Entscheidung geben. Das nämlich würde bedeuten: Am  Samstag ginge die seit 2006 dauernde Regionalliga-Zeit der Löwen zuende. Fragen und Antworten rund um das Spiel gegen Eintracht Stadtallendorf:

Noch mal im Detail: Wie kann der KSV den Klassenerhalt schaffen?

Seit der bitteren 0:1-Niederlage in Koblenz am vergangenen Samstag ist klar: Er kann das nicht mehr allein schaffen, sondern ist auf Schützenhilfe angewiesen. Platz 14, der den sicheren Klassenerhalt gebracht hätte, ist nicht mehr zu erreichen. Nun geht es darum, den derzeitigen Tabellenrang 16 zu halten, besser aber noch, sich auf Platz 15 vorzuschieben.

Der Hintergrund: Die Zahl der Absteiger hängt davon ab, wie viele Klubs aus der Südwestgruppe den Aufstieg in die Dritte Liga schaffen. In der Relegation trifft Saarbrücken auf 1860 München und Waldhof Mannheim auf den noch nicht feststehenden Vertreter der Westgruppe. Schaffen beide Klubs den Aufstieg, wäre der KSV auch als 16. gerettet, steigt nur einer auf, müsste er auf Platz 15 klettern.

Um bessere Chancen zu haben, sollten die Löwen die TuS Koblenz also noch von diesem 15. Platz verdrängen. Derzeit liegt der KSV einen Zähler zurück. Bei einem Sieg gelingt das, wenn Koblenz in Elversberg Unentschieden spielt oder verliert. Endet die Partie im Auestadion Unentschieden, müsste Koblenz zeitgleich verlieren. Dank der besseren Tordifferenz wäre der KSV in der Tabelle vorbeigezogen.

In welchem Fall stünde der Abstieg des KSV in die Hessenliga fest?

Sollten am Ende der Drittliga-Qualifikation – die Termine sind der 24. und 27. Mai – beide Mannschaften der Südwestgruppe wie im Vorjahr den Aufstieg nicht geschafft haben, dann sind schon jetzt alle Gedankenspiele vergeblich. Der KSV Hessen wäre abgestiegen. Auch heute könnten die Löwen sportlich bereits absteigen, wenn sie auf Rang 17 zurückfallen. Diesen Platz nehmen die Stuttgarter Kickers ein, die zwei Punkte hinter Kassel liegen. Schon bei einem Unentschieden könnte der KSV dank der deutlich besseren Tordifferenz von den Kickers, die den FSV Frankfurt empfangen, nicht überholt werden. Was also nicht passieren darf: Eine Kasseler Niederlage gegen Stadtallendorf bei einem gleichzeitigen Sieg der Stuttgarter.

Wie ist die Stimmung bei Trainer und Mannschaft?

Tobias Cramer denkt nicht an Aufgabe. Natürlich nicht. „Die Stimmung in der Mannschaft ist weiter positiv. Das habe ich auch eingefordert. Wir dürfen uns nicht auf das Ergebnis aus Koblenz fokussieren. Wir haben noch die Chance auf Rang 15. Damit war vor einigen Wochen doch nicht mehr zu rechnen“, sagt der Trainer.

Die Situation neu annehmen, das Optimum herausholen – das ist seine Forderung an die Spieler. Wissend, dass die letzten Wochen im Abstiegskampf enorme Kraft gekostet haben. Für das letzte Endspiel der Saison gibt es aber eine gute Nachricht: Alle Spieler sind an Bord. Keine Verletzungen, keine Sperren.

Was passiert heute noch im Auestadion?

Rund um die Partie wird einiges geboten. Ab 12 Uhr findet als Vorspiel das Finale des HNA-EAM-Cups für F-Jugendliche statt. Hier stehen sich der KSV Hessen und die JSG Melsungen gegenüber. Beide Teams werden später in der Pause des Regionalligaspiels geehrt. Schirmherren sind Löwen-Stürmer Sebastian Schmeer und der frühere DFB-Vizepräsident Rolf Hocke.

Verabschiedet wird heute der KSV-Fanbeauftragte Markus Lämmer, der sein Amt nach 13 Jahren abgibt. Einen großen Auftritt hat um 13.45 Uhr noch einmal das Franz-Beckenbauer-Trikot, das der frühere Löwen-Torwart Hans Wulf dem Verein gespendet hat. Finanziell ist dieses Trikot für den KSV bereits ein echter Glücksgriff geworden, heute soll es auch als Glücksbringer dienen. Nachdem es mehrmals versteigert und immer wieder vom jeweiligen Käufer an den Verein zurückgegeben worden war, bekommt es nun einen Platz in der Vip-Lounge des KSV Hessen. Letzter Käufer ist Löwen-Vorstand Jens Rose – nun sind durch Wulfs Aktion insgesamt 100 000 Euro zusammengekommen. „Die Schallgrenze ist erreicht“, stellte der Ideengeber zufrieden fest, „jetzt möchte ich den Samstag im Auestadion genießen.“

Wulf hatte versucht, Franz Beckenbauer für einen Auftritt in Kassel zu gewinnen. Doch dieser sagte aus diversen Gründen ab, ließ aber über seine Sekretärin mitteilen: „Großes Lob für Hans Wulf. Das Ergebnis ist sensationell.“ Er wünsche dem KSV für Samstag einen Sieg.

Wieso lohnt sich darüber ein Besuch des KSV-Spiels?

Unabhängig davon, wie das Spiel der Kasseler am Nachmittag endet, findet ab 16.30 Uhr eine Fanparty am Vereinsheim statt – mit Bier und Bratwurst. „Die Fete haben unser Anhänger organisiert. Wir unterstützen die Feier“, erläutert KSV-Pressesprecherin Alexandra Berge.

Wer seine Eintrittskarte für die Partie gegen Stadtallendorf (Tages- oder Dauerkarte) aufbewahrt, zahlt für das Ticket zum ersten Heimspiel in der kommenden Saison lediglich 50 Prozent des Preises. In welcher Liga dies sein wird, ist offen. Deshalb heißt es nun: Erst siegen. Und dann beten.

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