Der KSV Hessen und Mannheim trennen sich 0:0 – Löwen nur bis zur Pause überlegen

Keine Tore im Auestadion: Der Schnellcheck zum Spitzenspiel

Kassel. Spitzenspiel zwischen dem KSV Hessen und Mannheim im Auestadion. 3722 Zuschauer waren da, das Fernsehen war da - doch die Tore fehlten. Das Fußballspiel im Schnellcheck.

Das Duell der Traditionsklubs zwischen dem KSV Hessen Kassel und Waldhof Mannheim endete 0:0. Wie war das Spiel?

Eine Halbzeit ordentlich, danach eher übersichtlich. Klar, in einem Topspiel wünscht man sich Tore. Die gab es nicht. Immerhin: Bis zur Pause war es energiegeladen, ging es auf und ab – und waren die Löwen einen Tick aggressiver, einen Tick offensiver, einen Tick druckvoller. Was fehlte, das war der letzte entscheidende Pass, ein gefährlicher Abschluss.

Häufig ging es so aus wie in der 23. Minute, als Tobias Becker zur Grundlinie zog, den Ball dann zurück vor das Tor spielte, aber keinen Abnehmer fand. So blieb es bis zur Pause bei zwei guten Chancen, die es beide in einer Minute gab. Zunächst tauchte Hanno Balitsch nach einem schönen Mannheimer Angriff frei vor Kevin Rauhut auf, doch der KSV-Torhüter klärte souverän. Im Gegenzug kam Shqipon Bektashi nach einer Flanke am hinteren Pfosten aussichtsreich zum Kopfball, traf das Leder aber nicht richtig (36.).

Nach der Pause ging Tobi Damms Direktschuss knapp über das Tor (55.). Ansonsten blieb es von nun an lange, lange ereignislos. Die Partie wurde zum zermürbende Mittelfeldduell - nicht wirklich schön anzusehen.

KSV trifft auf Spitzenreiter Waldhof Mannheim

War das Ergebnis auch gerecht?

Am Ende muss man das so sagen. Natürlich hätte man sich gewünscht, dass der KSV aus seinem Übergewicht vor der Pause ein Tor machen würde. Wie gegen Elversberg gelang das nicht. Und wie Elversberg wurde auch Mannheim nach dem Wechsel stärker, nahm das Spiel in die Hand. Es sprach aber diesmal für die Löwen, dass sie Waldhof keine echte Einschuss-chance gewährten. Logisches Ergebnis so: Null zu Null. Immerhin: Mit dem Punkt bleibt der KSV oben dabei.

Wie hoch war der Starfaktor im Auestadion?

Auf dem Platz stand mit Mannheims Kapitän Hanno Balitsch ein ehemaliger Nationalspieler. Okay, ein Länderspiel 2003 – und damit zu Zeiten, in denen jeder mal durfte. Aber immerhin. Die Tribüne hatte da etwas mehr zu bieten: Da saßen mit Bielefelds Trainer Norbert Meier immerhin 16 Länderspiele. Er sah einen Balitsch, der das Mannheimer Spiel lenkte, aber die Schnittstellen selten fand. Und der sich mit einem nicht anfreundete: KSV-Torwart Kevin Rauhut. Der legte sich Anfang der zweiten Halbzeit mit Balitsch an, nachdem Kassels Frederic Brill zuvor heftig attackiert worden war. Am Ende beruhigten sich alle wieder.

Wurden auch Kunststücke geboten?

Kassels Kapitän Tobias Becker (kein Länderspiel) brachte es fertig, den Ball bei einer Rettungsaktion im eigenen Strafraum exakt so an die Eckfahne zu schießen, dass er im Feld blieb und der KSV einen Angriff aufbauen konnte. Das war ein kleines Kunststück.

Wie war die Atmosphäre auf den Rängen?

Nun ja, ganz in Ordnung. 3722 Zuschauer – für einen Montagabend geht das. Allerdings ist der Termin an sich umstritten. Womit wir beim Hauptaufreger aus Sicht der Fans wären: die Live-Übertragung von Sport 1. Die thematisierten die Zuschauer auf ihre Art. Die Kasseler Anhänger aus der Nordkurve dokumentierten mit einem Banner ihren Unmut: „Scheiß Sport 1.“ Und viele Mannheimer Fans kamen erst gar nicht, weil sie die Livespiele an einem Werktag mit der Anstoßzeit 20.15 Uhr boykottieren. Jetzt will der Verein nur noch Liveübertragungen bei Spielen zustimmen, zu denen die Fans maximal 150 Kilometer fahren müssen.

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