Zweiter Gegentreffer fällt durch Elfmeter

KSV Hessen kassiert 0:2-Niederlage in Saarbrücken

Saarbrücken. Mit hängendem Kopf schlich Steffen Friedrich vom Rasen des Ludwigspark-Stadions. Der Abwehrspieler war die tragische Figur des Fußball-Regionalligisten KSV Hessen Kassel bei der 0:2 (0:2)-Niederlage beim 1. FC Saarbrücken.

35 Minuten waren gespielt, als Enrico Gaede einen Eckball von der rechten Seite vors FCS-Tor schlug. Saarbrückens Schlussmann David Hohs, der wegen einer Kopfverletzung mit Helm spielte, tauchte unter dem Ball durch. Doch Friedrich war zu überrascht, um das Spielgerät aus zwei Metern im leeren Tor zu versenken. "Wenn der drin ist, steht es 1:1", trauerte Kassels Kapitän Tobias Becker der verpassten Chance nach, "dann wäre es ein anderes Spiel geworden."

Die Kasseler hatten beim Tabellenzweiten extrem defensiv begonnen. Vor einer Fünfer-Abwehrreihe agierte ein vierköpfiges Mittelfeld. Für "zarte Nadelstiche", wie es Trainer Matthias Mink nannte, sollte vorn allein Benjamin Girth sorgen. Doch sie blieben aus - mit Ausnahme der Friedrich-Chance hatten die Löwen in 90 Minuten keinen gefährlichen Vorstoß. "Vielleicht waren wir einen Tick zu passiv", meinte Becker später, "wir hätten dem FCS mehr Druck geben müssen, denn die mussten ja unbedingt gewinnen." Für Saarbrücken geht es noch um die Teilnahme an der Relegation zur 3. Liga.

Nach 21 Minuten machte sich Linksverteidiger Marco Meyerhöfer in der eigenen Hälfte mit dem Ball auf den Weg. Begleitet, aber nicht gestört von gleich vier Hessen, leitete Meyerhöfer eine schöne Direktkombination über Marius Willsch und Sven Sökler ein, an deren Ende Matthew Taylor das 1:0 markierte.

Der Amerikaner war dann auch am 2:0 der Saarländer maßgeblich beteiligt wie Kassels Friedrich. Der stellte sich beim Zweikampf im Strafraum ungeschickt an, brachte Taylor zu Fall. Schiedsrichter Stefan Faller entschied ohne Zögern auf Strafstoß. Alexander Hahn besorgte drei Minuten vor der Pause bereits den 2:0-Endstand.

Dass aus der Löwen-Startelf vom Pokalsieg fünf Spieler fehlten, war für Trainer Mink aber ebenso wenig eine Ausrede wie die strapaziösen 120 letzlich erfolgreichen Minuten gegen Wehen Wiesbaden selbst. "Wir konnten das Tempo des FCS nicht mitgehen", bilanzierte der Löwen-Coach, "Wille und Bereitschaft waren da, aber das reicht gegen solch eine Mannschaft am Ende nicht." Die Saarbrücker marschieren Richtung Relegation, die Kasseler und Pechvogel Steffen Friedrich konzentrieren sich aufs Erreichen des DFB-Pokals.#

Von Patric Cordier

KSV Hessen beim 1. FC Saarbrücken

Rubriklistenbild: © Hedler

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.