Nach Wechsel zu Huskies

KSV Hessen: Ließ Gibbs die Kasse pfänden?

Joe Gibbs

Kassel. Wenn Beziehungen auseinandergehen, dann geschieht das selten im Guten. Nicht anders war das offenbar bei der Zusammenarbeit zwischen dem KSV Hessen Kassel und Joe Gibbs.

Der Fußball-Regionalligist hatte am Donnerstag die Auflösung des Vertrages mit seinem Marketing-Dienstleister bekanntgegeben. Im beiderseitigen Einvernehmen sei das geschehen, hieß es.

Bis es zu diesem beiderseitigen Einvernehmen kam, hat es hinter den Kulissen aber, so ist aus KSV-Kreisen zu hören, einige Probleme gegeben. Gibbs war bei den Löwen als externer Mitarbeiter angestellt, der mit seiner Marketingfirma im Dienst des KSV Sponsoren suchte und betreute.

Seit Anfang der Saison ist der Kanadier aber auch als Hauptverantwortlicher bei den Huskies im Eishockey tätig. Gibbs betonte stets, dass seine Firma das professionell handhabe. Trotzdem gab es beim KSV bereits im Sommer wegen des zu befürchtenden Interessenkonfliktes Gedanken über eine Trennung.

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Die scheiterte wahrscheinlich vor allem aus finanziellen Gründen. Genauer gesagt: Der Klub stand bei Gibbs noch in der Kreide. Die Schulden stammen aus der Zeit vor personellen Wechseln im Vorstand, als vereinbarte Honorare aus Sponsorenverträgen nicht an den Marketingmann weitergegeben wurden. Mit Michael Pfeffer setzten die Löwen im Sommer allerdings bereits den potenziellen Nachfolger bei der Suche nach neuen Sponsoren ein. Die Chemie stimmte nicht mehr. Das ging soweit, dass Gibbs im Herbst offenbar sogar die KSV-Kasse hat pfänden lassen.

Offizielle Bestätigungen gibt es dazu natürlich nicht. Der Klub und Gibbs haben zu Gründen der Trennung Stillschweigen vereinbart. Nach Informationen unserer Zeitung war die Trennung nun doch noch einvernehmlich möglich, weil der KSV die Außenstände an Gibbs in Raten zurückzahlt. Eingesprungen sind zur Entlastung der klammen Vereinsfinanzen einmal mehr Mitglieder aus Vorstand und Aufsichtsrat, die die Zahlungen übernommen haben.

Bei der Jahreshauptversammlung im Mai war beim KSV von 555 000 Euro Schulden die Rede. Trotz der Probleme im Marketingbereich sei der Klub aber finanziell in keiner bedrohlichen Lage, so ein KSV-Insider gegenüber unserer Zeitung, zumal Zahlungen einiger Sponsoren ausstünden, mit denen nun gerechnet würde. (frz) Foto: Koch

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